von Rappard, Friedrich-Georg Hugo Karl

 

* 15. August 1892, Sögeln bei Osnabrück

† 29. Januar 1946, Welikije-Luki (hingerichtet)

Fritz-Georg von Rappard trat im Frühjahr 1911 als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 nach Bückeburg. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 23. Oktober 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Er diente vom ersten bis zum letzten Tag des Weltkriegs in Jägereinheiten, ab 1916 als Oberleutnant und Kp.-Führer, dann Bataillons-Adjutant und zuletzt im Stab der Deutschen Jäger-Division. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurde er mit dem EK II und dem EK I ausgezeichnet. Die Nachkriegszeit erlebte er vier Jahre lang als Bewirtschafter eines Landguts.

Anfang 1924 wurde er als Oberleutnant in die Reichswehr übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 20. Juni 1918 festgelegt. Er kam jetzt zur 15. Kompanie vom 18. Infanterie-Regiment in Detmold. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zur 14. Kompanie am gleichen Standort. 1925/26 wurde er dann zur 9. (Preuß.) Kompanie vom 18. Infanterie-Regiment nach Hameln versetzt. Anfang 1927 wurde er dann als Kompaniechef zur 5. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment nach Lübeck versetzt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1928 zum Hauptmann befördert. Sein Kommando über die Kompanie behielt er dann für viele Jahre. 1935/36 wurde er als Lehroffizier zur Infanterieschule in Döberitz versetzt. Von 1936 bis 1939 führte er als Kommandeur das I. Bataillon vom Infanterie-Lehr-Regiment. Dabei wurde er zum 1. August 1937 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1939 wurde er beim Stab vom Infanterie-Regiment 18 in Bielefeld zum Oberst befördert. Am 1. Januar 1940 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 277 der neu aufgestellten 83. Infanterie-Division ernannt, welches er dann im Frühjahr 1940 im Westfeldzug führte. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im Januar 1942 wurde er mit seinem Regiment nach Welikie-Luki transportiert und dort zur Verteidigung eingesetzt. Mit seiner gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor übernahm von Rappard ab 1. November 1942 die Führung der 7. Infanterie-Division. Am 1. Mai 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Für seinen Mut, gepaart mit persönlicher Führungskraft, wurde er am 1. Juni 1944 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 20. Oktober 1944 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 24. Februar 1945 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Bei der Kapitulation geriet er im Raum um die Weichselmündung in russische Kriegsgefangenschaft. Wegen einer Partisanenerschießung in Welikije-Luki wurde von Rappard von den Sowjets als Kriegsverbrecher angeklagt. Beim Prozess wurde er mit mehreren Angehörigen seines ehemaligen Regiments beim Kampf um Welikije-Luki angeklagt und verurteilt. Am 29. Januar 1946 wurde er auf dem Leninplatz in Welikije-Luki öffentlich durch Erhängen hingerichtet. Mit ihm traf das gleiche Schicksal Oberst Eduard Freiherr von Sass, Major Wilhelm Sonnewald, Feldwebel Karl Peschel, sowie die beiden Sonderführer Friedrich Wolf und Hugo Hahn.

 

Ritterkreuz (20. Oktober 1944) Eichenlaub (24. Februar 1945)