Wehrmachtsbefehlshaber Ukraine
1. Einsatz und Unterstellung
Zwei Monate nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941
wurde am 1. September 1941, 12:00 Uhr, das Reichskommissariat Ukraine gebildet.
Es entstand aus Teilen des rückwärtigen Heeresgebiets Süd beziehungsweise Mitte
und dem Sicherungsbereich Brest, der bereits seit dem 18. Juli 1941 dem
Militärbefehlshaber im Generalgouvernement unterstellt worden war. Für die
militärische Sicherung des Bereichs des Reichskommissariats Ukraine wurde
ebenfalls am 1. September 1941 die Dienststelle des
Wehrmachtbefehlshabers Ukraine gegründet. Ihm unterstanden die
Oberfeldkommandantur 393 in Shitomir (später Kiew) und die Oberfeldkommandantur
579 in Rowno. Die vorläufigen Grenzen des Reichskommissariats Ukraine
wurden wie folgt festgelegt:
Westen: Ostgrenze des Generalgouvernements,
Süden: Verlauf des Dnister in ostwärtiger Richtung bis Mogilew Podolskij.
Osten: Bar/Letitschew/Ljubar am Slutsch/Verlauf des Slutsch bis zur Einmündung
in die Horyn/Verlauf der Horyn bis zu ihrer Einmündung in den Pripjet/Senkewitschi
(20 km nördlich Dawid-Gorodok) (Orte und Orte an den Flüssen einschließlich),
Norden: Grenze zum Reichskommissariat Ostland.
Zum 20. Oktober 1941, 12:00
Uhr wurde das Reichskommissariat Ukraine räumlich nach Osten erweitert, seine
neuen Grenzen verliefen nun wie folgt:
Westen: Bisherige Ostgrenze des
Reichskommissariats Ukraine,
Süden: von Row bis nach Bar bis zur Einmündung
des gleichnamigen Flusses in den Bug/Verlauf des Bug bis Perwomajsk/Nowo
Ukrainka/ Nowomirgorod/Smela/Tscherkassy (Orte und Bahnlinie
Perwomajsk-Tscherkassy ausschließlich),
Osten: Verlauf des Dnepr bis
Retschiza (Kiew, Retschiza und Dnepr-Brücken einschließlich),
Norden:
Bahnlinie Retschiza-Luninez (Bahnlinie einschließlich) bis zur bisherigen
Ostgrenze des Reichskommissariats Ukraine.
Die nächste Änderung erfolgte am
15. November 1941, 12:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Reichskommissariat
Ukraine aus dem rückwärtigen Heeresgebiet Süd erweitert, soweit innerhalb der
folgenden Grenzen gelegen:
Nordwesten: Bisherige Ostgrenze des
Reichskommissariats Ukraine,
Südwesten: Verlauf des Bug von Perwomajsk bis
zur Einmündung in das Schwarze Meer/Küste des Schwarzen Meeres bis zur Mündung
des Dnjepr,
Süden, Osten und Nordosten: Verlauf des Dnepr bis Tscherkassy
(Ort einschließlich).
Die letzte Erweiterung galt vom 1. September 1942 ab
12:00 Uhr. Danach traten aus dem rückwärtigen Heeresgebiet Süd folgende Teile
der Ukraine östlich des Dnjepr hinzu:
zum Generalbezirk Kiew: der ostwärts
des Dnepr gelegene Teil des ehemaligen Gebietes Kiew und des ehemaligen Oblastes
Poltawa,
zum Generalbezirk Dnepropetrowsk: der ostwärts des Dnepr gelegene
Teil des ehemaligen Oblastes Dnepropetrowsk und vom ehemaligen Oblast Saporoshje
der Teil, der nicht zum Generalbezirk Krim fällt,
zum Generalbezirk Krim
(Teilbezirk Taurien): der südlich des unteren Dnepr gelegene Teil des ehemaligen
Oblastes Nikolajew und vom ehemaligen Oblast Saporoshje die Rayons Melitopol,
Nischnije Sjegorosy, Nowowassilewka, Priasowskoje, Weseloje und die südlich
davon gelegenen Rayons.
Damit war die weiteste Ausdehnung erreicht.
Im
Laufe des Jahres 1943 wurde das Reichskommissariat Zug um Zug von der Roten
Armee zurückerobert. Anfang 1944, als die noch nicht zurückeroberten
Kreisgebiete Brest, Kobryn und Pinsk keine eigenständige Verwaltung mehr
zuließen, wurde dieser Randstreifen des Reichskommissariats Ukraine der
Verwaltung des Generalbezirks Weißruthenien im Reichskommissariat Ostland
unterstellt. Die Dienststelle des Wehrmachtsbefehlshabers Ukraine wurde am 21.
Juli 1944 aufgelöst.
1941
| Datum | Heeresgruppe | Ort |
| 1. September | OKH | Reichskommissariat Ukraine |
1942
| Datum | Heeresgruppe | Ort |
| 1. Januar | OKH | Reichskommissariat Ukraine |
1943
| Datum | Heeresgruppe | Ort |
| 1. Januar | OKH | Reichskommissariat Ukraine |
1944
| Datum | Heeresgruppe | Ort |
| 1. Januar | OKH | Reichskommissariat Ukraine |
2. Wehrmachtsbefehlshaber:
1. September 1941 Generalleutnant z.V. Waldemar Henrici
Oktober 1942 General der Flieger Karl Kitzinger
3. Gliederung: