Fallschirmjäger-Regiment 13
Feldpostnummern:
| Einheit | Aufstellung | 11-12 1944 |
| Stab | L61695 | L61498 |
| I. Bataillon | L60871 | L62484 |
| II. Bataillon | L63775 | L63492 |
| III. Bataillon | L61485 | L60599 |
| 13. Kompanie | L63943 | L62457 |
| 14. Kompanie | L62081 | L63418 |
| 15. Kompanie | L63348 | L60553 |
| Kolonne | L61959 | L61511 |
Das Fallschirmjäger-Regiment 13 wurde im März und April 1944 im Raum Reims für
die 5. Fallschirmjäger-Division
aufgestellt. Als Stamm für das I. Bataillon diente das II. Bataillon des
Fallschirmjäger-Regiments 3. Anfang Mai 1944 wurde das Regiment zusammen mit der 5. Fallschirmjäger-Division,
obwohl noch nicht vollständig ausgebildet und zusammen gestellt, im Fußmarsch in
die Bretagne. Im Mai 1944 wurde das I. Bataillon an das Fallschirmjäger-Regiment
15, als neues I. Bataillon, abgegeben. Das Bataillon wurde danach neu vom
Regiment aufgestellt. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurde das
Regiment beschleunigt aufgestellt und war Anfang Juli 1944 personell voll
aufgefüllt. Materiell litt es vor allem am Mangel an Kraftfahrzeugen. Am 10.
Juli wurde das Regiment der Abwehrfront auf der Halbinsel Cotentin zugeführt.
Dazu marschierte das Regiment in den Raum westlich von St. Lô
und wurde von dort aus zur Verstärkung bereits erheblich geschwächter Divisionen
im Raum St. Lô eingesetzt. Das Regiment
bezog ostwärts von Marigny Verteidigungsstellungen und unterstand hier der 17.
SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen". Hier musste das II. und III.
Bataillon bei der Abwehr massierter Panzerangriffe besonders hohe Verluste
hinnehmen. Auch der Regiments-Kommandeur, Major Graf von der Schulenburg, fiel
bei diesen Kämpfen. Gegen schweren Feinddruck wich das Regiment bis Ende
Juli 1944 auf der Westseite des Flußlaufes der Vire über Marigny, Percy und
Villedieu bis Avranches aus. Am 30. Juli gelang den amerikanischen Streitkräften
die Einnahme von Avranches. Gegen den sich anbahnenden alliierten Durchbruch
nach Süden wurden die dezimierten Fallschirmjäger-Regimenter der 5. Fallschirmjäger-Division
am 31. Juli zum Gegenangriff angesetzt. Das Regiment konnte den Ort
Pontaubault zurück erobern, der Durchbruch der Amerikaner konnte dagegen
nicht verhindert werden. Die verbleibenden Reste des Regiments wurden mit dem
Rest der 5. Fallschirmjäger-Division
in den ersten August-Tagen von Avranches nach Süden abgedrängt und gingen
hinhaltend kämpfend über Lavalle in den Raum Le Mans zurück. Hier wurden die
letzten Teile des Regiments aus der Front gezogen und in den Raum nördlich und
östlich von Paris zurück geführt. Anfang September wurden die Reste des
Regiments in den Raum ostwärts von Köln verlegt und dann in den Raum Oldenburg
zur Neuaufstellung verlegt.
Obwohl das Regiment nur bedingt einsatzbereit war, wurde es Ende November 1944
zusammen mit den bis dahin wieder aufgestellten Teilen der 5. Fallschirmjäger-Division
zur Bereitstellung für die geplante Ardennen-Offensive in die Eifel verlegt.
Bereits auf dem Marsch in die Eifel erlitt das Regiment durch Tiefflieger
erhebliche Verluste. Am 16. Dezember 1944 begann für das Regiment die
Ardennen-Offensive mit dem Überschreiten der Our. Dabei ist das Regiment der
352. Volksgrenadier-Division unterstellt, welche links der 5. Fallschirmjäger-Division
eingesetzt war, und überschritt bei Roth den Fluß. Bei Fouhren blieb der Angriff
des Regiments liegen, auch am 17. Dezember kam man über den Ort nicht hinaus. Am
18. Dezember konnte das Regiment den Ort Brandenbourg nehmen, kam aber weiterhin
nur langsam voran. Am 21. Dezember wurde das Regiment aus der Unterstellung
der 352. Volksgrenadier-Division herausgelöst und wieder der 5.
Fallschirmjäger-Division in den Raum zwischen Martelingen und Heiderscheid
zugeführt. Der Gefechtsstand des Regiments lag in Harlange und es bezog eine
Verteidigungsstellung nach Süden und Südwesten. In den Tagen vom 23. bis 25.
Dezember 1944 musste sich die 5. Fallschirmjäger-Division
aufgrund schwerer Angriffe der 3. US-Armee aus Südwesten und Süden gegen die
Verteidigungsstellungen beiderseits der Straße nach Bastogne die Ortschaften
Vaux-les-Rpsières, Hotte, Strainchamps, Martelingen, Titange und Bigonville
aufgeben. Am 26. Dezember setzten die amerikanischen Verbände ihre Angriffe in
Richtung Bastogne fort. Zwischen dem bei Chaumont noch haltenden
Fallschirmjäger-Regiment 14 und der nach Nordwesten anschließenden 26.
Volksgrenadier-Division brachen amerikanische Verbände nach Norden durch.
Am 27. Dezember verliefen die Stellungen der 5. Fallschirmjäger-Division in der
Linie Assenois -
Lutrebois - Villers-le-bonne-Eau - Harlange - Bavigne. Dabei besetzte das
Fallschirmjäger-Regiment 13 die Linie Harlange - Bavigne. Nach dem Durchbruch
auf Bastogne verlagerte die 3. US-Armee den Schwerpunkt ihrer Angriffe in den
Raum südwestlich von Bavigne gegen den Abschnitt des Fallschirmjäger-Regiments
13. Dabei konnten die Amerikaner am 27. Dezember einen tiefen Einbruch in
Richtung Wiltz erzielen. Am 29. Dezember lag der Regiments-Gefechtsstand bei
Sonlex, südlich von Doncols. Am 2. Januar 1945 drohte der Division aufgrund
erfolgreicher Feindnagriffe beim linken Nachbarn die Einschließung im Raum um Harlange und Bavigne.
Das Fallschirmjäger-Regiment 13 mußte ein Bataillon an die links anschließende
9. Volksgrenadier-Division abgeben. Dafür wurde die
Fallschirm-Panzerjäger-Abteilung 5 im Gefechtsstreifen des Regiments eingesetzt.
Mit letzten Kräften konnte das Regiment bis zum 7. Januar 1945 seine Stellungen
halten. Am 9. Januar 1945 griffen amerikanische Verbände die Division in Bras, Doncols und
Nothum an. Ein großer Teil der Division wurde dadurch eingeschlossen und ging in
Gefangenschaft. Die Rest-Teile der Division wurden beiderseits Wiltz gesammelt
und dann in den Raum Düren verlegt. Auf dem Weg dorthin wurden die
Divisions-Reste nach Südosten abgedreht und bei Prüm gegen einen alliierten
Einbruch eingesetzt. Ende Februar wehrte die Division mit ihren Restteilen
alliierte Angriffe bei Wilwerath, Gondenbrett und Olzheim ab. In den
ersten März-Tagen gelang es den amerikanischen Verbänden, beiderseits der
Abwehrstellung der 5. Fallschirmjäger-Division vorbei zu stoßen, sodass diese
nach Nordosten ausweichen musste. Am Nürburg-Ring wurde die Division noch
westlich des Rheins eingeschlossen und geriet größtenteils in Gefangenschaft.
Wenigen Einheiten gelang noch der Ausbruch und Mitte März 1945 der Übergang über
den Rhein bei Rheinbrohl. Von dort wurden die verbliebenen Teile des
Fallschirmjäger-Regiments 13 nach Norden in den Ruhrkessel abgedrängt.
Kommandeure:
Oberstleutnant Wolf-Werner Graf von der Schulenburg März 1944 - 14. Juli 1944
Major Bernhard Meuth 14. Juli 1944 - August 1944
Hauptmann Plodder August 1944 - September 1944
Oberstleutnant Achim Fehse September 1944 - Oktober 1944
Major Goswin Wahl Oktober 1944 - Dezember 1944
Oberst von Scheele Dezember 1944 - Mai 1945
Literatur und Quellen:
Haupt, Werner: Deutsche Spezial-Divisionen Gebirgsjäger, Fallschirmjäger und
andere. Dörfler-Verlag 2002
Volkmar Kühn: Deutsche Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch-Verlag
12. Auflage 1999
Erich Busch: Die Fallschirmjäger-Chronik 1935 - 1945 Die Geschichte der
Deutschen Fallschirmtruppe, Podzun-Pallas-Verlag 1983