Grenadier-Regiment 370  (kroatisch)

 

Entstanden am 15. Oktober 1942 durch die Umbenennung des Infanterie-Regiments 370 (kroat) und der 369. Infanterie-Division unterstellt. Das Regiment lag zu diesme Zeitpunkt auf dem Truppenübungsplatz Döllersheim. Am 18. Dezember 1942 begann der Abtransport des Regiments nach Kroatien, nach Weihnachten folgte der Hauptteil. Das Regiment erreichte Sarajewo zum Jahresende und bezog Quartier in der Stadt (III. Bataillon im Priesterseminar, 13. Kompanie im Gymnasium). Am 1. Januar 1943 wurde das Regiment alarmiert und das III. Bataillon zur Sicherung der Bahnstrecke von Agram nordostwärts, über Dugo Selo bis Koprivinica eingesetzt. Der Tag bescherte dem Bataillon den ersten Verwundeten. Das I. Bataillon bezog am gleichen Tag Unterkunft in Dubica und verlegte kurz darauf nach Kostajnica. Das I. Bataillon wurde in den Tagen vom 12.-17. Januar zur Täuschung des Feindes mehrfach verlegt. Unterkunftsräume waren Kukuruzani, Sunja und Blinski Kud. Das II. Bataillon unternahm, verstärkt durch Artillerie und andere schwere Waffen, am 9. und 10. Januar eine erste Jagd auf Partisanen im Dreieck zwischen der Bahnlinie Sisak-Brod und der Una. Das Ergbnis waren jedoch nur Verluste und ein Schlag ins Wasser. Das III. Bataillon wurde nach wenigen Tagen in den Raum von Blinja südlich von Sisak verlegt. Am 16. Januar erhielt die 16. Kompanie hier ihre Feuertaufe. Wegen versagender Waffen in Folge des hohen Schnees hatte die Kompanie etwa 35% Verluste, der gesamte Troß wurde aufgerieben. Gegen Ende des Monats Januar wurde das Regiment etwas in südwestlicher Richtung verlagert, um seinen ersten großen Partisaneneinsatz zu bestehen. Das Unternehmen "Weiss" führte das Regiment zu Kämpfen in den Raum Karlovac - Bihac - Livno. Am 3. März 1943 erreichte das Regiment Livno. Anschließend wurde in Richtung Mostar abgedreht und das Narenta- und das Ramatal erzwungen. Schließlich erreichte das Regiment das westliche Narentaufer. Anfang April lag das I. Bataillon in einem gut ausgebauten Barackenlager in Zavidocici an der Bahnlinie Brod - Sarajewo und das III. Bataillon ebenfalls an dieser Bahnlinie. Vom 13. bis zum 20. April 1943 kam es zum Unternehmen "Weiss 2". Dabei rückte das I. / G.R. 370 von Zavidivici aus nordostwärts vor, das III. / GR 370 hatte, von Sprecatal her kommend, aus ostwärtiger Richtung die Ozren planina zu durchkämmen und die II. / A.R. 369 in Richtung Doboj vorzurücken. Das III. Bataillon ging über Maglaj nach Jajce. Hier blieb es etwa sechs Wochen und führte Sicherungsaufträge durch. Mitte Mai 1943 wurde dann das Unternehmen "Schwarz" durchgeführt. Das Operationsgebiet war nun das nördliche Montenegro. Schon bald nach dem Beginn des Unternehmens steißen die deutschen Truppen und die teilnehmenden Italiener auf starken feindlichen Widerstand, und zwar bei Podgorica und Kolasin, an der Tara und südlich Foca und besonders an der Sutjeska im Nordwesten. Erst nach schweren Gefechten konnte der Widerstand gebrochen werden, die Hauptmacht der Partisanen konnte jedoch entkommen. Nach Beendigung des Unternehmens "Schwarz" ging die Bekämpfung der Partisanen in Form eines pausenlosen, zermürbenden Kleinkriegs weiter. Er nahm an Umfang immer mehr zu. Im Juni 1943 wurden das I. und III. Bataillon gegen Partisanen bei Fojnica und dem Höhengelände südwestlich Busovaca eingesetzt. Ende Juni 1943 eroberten die Partisanen die Städte Vlasenica und Srebrenica von kroatischen Ustascha-Kräften. Gegen diese Bedrohung wurden deutscherseits u.a. die Nachrichten-Abteilung 369 von Sarajewo aus, das I. / G.R. 369 und das II. / G.R. 370 sowie die Panzerjäger-Abteilung 369 auf Tuzla angesetzt. Hierher wurde eine Woche später auch die II. / A.R. 369 verlegt. Bei Tuzla kam es zu schweren Kämpfen mit den Partisanen.  Am 9. Juli griff das Regiment im Verband der Division den vor Tuzla stehenden Feind an und warf ihn nach Süden zurück. Anschließend wurde auf Zvornik eingeschwenkt, welches wenige Tage vorher von den Partisanen erobert worden war. Das Regiment erreichte am 13. Juli den Drinjaca-Abschnitt und igelte sich hier ein. Am 18. Juli waren die Kämpfe in diesem Raum abgeschlossen. Das II. und III. Bataillon verlegten in den Raum zwischen Milici und die Einmündung des Jadar in die Drinjaca. Das I. Bataillon verlegte in den Raum Stuparl. Ende Juli lagen das I. Bataillon in Prnjavor, das II. Bataillon in Kuzluk bei Dirna und das III. Bataillon mit den Regimentseinheiten in Sepak. Am 28. Juli verlegte das I. Bataillon nach Zivinice. Anfang August wurden Teile des bisher durch eine SS-Division gehaltenen Raumes von der 369. I.D. besetzt, wodurch das Regiment nach Tuzla verlegte, das I. Bataillon nach Zivinice und das III. Bataillon nach Tuzla-Ost. Auch in den neuen Stellungen ging der Kleinkrieg gegen die Partisanen weiter. Am 9. August lagen der Stab und die Regimentseinheiten in Ilidza, das I. Bataillon an der Bahnlinie Sarajevo - Konjic und das II. Bataillon in Mokro. Am 9. und 10. September nahm das Regiment an der Entwaffnung der italienischen Truppen teil.  Vom 16.-20. September nahmen zwei Kompanien des II. Bataillons an einem Unternehmen gegen das besetzte Trnovo teil. Das I. Bataillon hatte ab Ende September auch die Bahnlinie Sarajevo - Konjic zu sichern. Am 6. Oktober rückte das Bataillon nach Rama, um von hier aus die Bahnstrecke zwischen Rama und Ostrozac zu sichern. Das III. Bataillon hatte im Oktober in Visegrad harte Kämpfe zu bestehen. Am 23. November übernahm Leutnant Mutschlechner in Ilidza die 13. Kompanie von Oberleutnant Fröhlich, welcher das III. Bataillon übernahm. Die 13. Kompanie gliederte sich damals in zwei I.G.-Züge und zwei Gr.W.-Züge. Die I.G.-Züge besaßen zwei 7,62-cm russische Kanonen-Haupitzen, die später durch die Gebirgs-Kanone 15 ersetzt wurden. Die Gr.W.-Züge besaßen drei deutsche 8-cm Werfer auf Karretten. Im Dezember nahmen Teile des Regiments am Unternehmen "Kugelblitz" teil, welches sich gegen Partisanenverbände in der Gegend der Korun- und Javor-Planina richtete. Am 12. Januar nahmen das II. und III. Bataillon am Unternehmen "Waldrausch" in der Gegend um Podrosac teil. Ende Januar wurde zum Schutz der Bahnlinie Sarajevo - Visegrad - Uzice das Regiment verlegt. Der Stab kam nach Rogatica, das I. Bataillon nach Praca, das II. Bataillon nach Rogatica. Die 10. Kompanie bezog Stellung auf dem Jabukasattel. Ende März kam der Stab nach Nevesinje, das I. Bataillon unter Major Becker in die Gegend von Grabovac und das II. Bataillon nach Gacko sowie das III. Bataillon mit der 13., 14. und 15. Kompanie nach Nevesinje. Am 12. April verlegte der Stab nach Imotski, wo er als Tarnbezeichnung den Decknahmen "15. SS-Grenadier-Division" führte. Um die Tarnung aufrecht zu erhalten, wurden dem Stab mehrere starke Funkwagen zugeteilt. Am 25. April wurde das I. Bataillon alarmiert und noch am Vormittag per LKW in die Gegend südlich von Metkovic transportiert, welche es am nächsten Vormittag erreichte. Hier übernahm das Bataillon den Küstenschutz und unternahm Jagdkommandos ins Hinterland. Ende Juli verlegte auch das II. Bataillon an die Küste auf die Halbinsel Peljesac, das III. Bataillon folgte Ende Juli. Das I. Bataillon führte am 14. August ein größeres Säuberungsunternehmen im Ostteil der Halbinsel Peljesac durch. Der Regimentsstab verlegte am 20. August nach Oslje. Um den 20. September vielen die vorher verbündten Cetnics ab und griffen ihre ehemaligen deutschen Kameraden an.  In der Nacht vom 15. / 16. Oktober landeten Partisanenverbände an Zahlreichen Stellen im Abschnitt des Regiments vor der Neretvamündung bis Ston und auf der Halbinsel Peljesca bei Janjina. Das I. Bataillon wurde in den Kämpfen der folgenden Tage bis auf die 1. Kompanie, die Reserve war, vollständig aufgerieben, die Reste kämpften sich bis Rudina zurück. Beim II. Bataillon meuterten die kroatischen Soldaten, die Reste zogen sich nach Ston zurück. Das Bataillon wurde hier aufgelöst. Die Reste des Regiments zogen sich auf die Linie Lise - Mostar - Nevesinje zurück. Das III. Bataillon und das I. Bataillon zogen in Nevesinje unter. In Nevesinje wurde das Regiment neu aufgestellt und mit Ersatz aufgefüllt. Am 7. November verlegte das Regiment in den Raum Kocerin, 30 km westlich von Mostar. Am 10. Dezember wurde Oberstleutnant Kähne von der Führung des Regiments abgelöst. Das Regiment übernahm vorläufig Major Froböse und am 26. Dezember wurde Major Beckers neuer Regimentskommandeur. Am 22. Januar 1945 nahmen das I. und III. Bataillon am Unternehmen "Schlageter" gegen Kocerin teil. Bei diesem Unternehmen wurden 27 Gefangene gemacht, 4 sMG, 12 lMG, 2 Gr.W., 1 Pz.B. und 32 Gewehre erbeutet. Vom 27. bis 29. Januar unternahm das Regiment das Unternehmen "Bora", einen Vorstoß über Citluk und Caplinja nach Ljubuski und Metkovic. 18 Gefangene wurden gemacht, 5 Panzer, 8 Geschütze und viele Infanteriewaffen wurden erbeutet. Das I. und II. Bataillon sowie der Regimentsstab wurden nach Abschluß des Unternehmens "Bora" aus der Gegend Citluk nach Mostar verlegt, dort verladen und nach Konjic transportiert. Von hier aus wurde das Regiment gegen Partisanen in der Umgebung angesetzt. Als am 5. Februar der Angriff der Partisanen auf Lise begann, wurde das Regiment beschleunigt nach Mostar zurückverlegt und gegen den angreifenden Feind eingesetzt. In und um Lise kam es zu schweren Kämpfen, bei denen von den Partisanen u.a. Panzer und Flugzeuge eingesetzt wurden. Das Regiment wurde schwer getroffen und mußte sich nach Mostar zurückziehen. Hier besetzte das Regiment eine neue Stellung. Aber auch Mostar konnte nicht gehalten werden, es ging am 14. Februar verloren. Dabei wurde das II. Bataillon in der Stadt eingeschlossen, konnte sich aber selbst freikämpfen. Dabei fiel Oberleutnant Mattiba. Die Führung der Reste des II. Bataillons übernahm Leutnant Schurr. Das Regiment zog sich über Karaula nach Konjic zurück. Hier hatte das Regiment erst einmal die umliegenden Höhen zu säubern. Die Kämpfe hier zogen sich bis Mitte März 1945 hin. Am 18. März 1945 übernahm Oberst Schraml das Regiment. Am 26. März konnte das Regiment nach einem Feuerüberfall die Höhe 1011 vom Feind erobern und halten. Am Abend gab es durch einen Fliegerangriff auf Rastelica beim Troß Tote und Verwundete. Bis Ende März verharrte das Regiment in seinen Stellungen. Dieser Einsatz auf dem sog. "Ivansattel" kostete das Regiment 150 Tote und 750 Verwundete. Am 4. April 1945 begann das Absetzen aus den Stellungen und der Rückzug auf Zenica und durch das Bosnatal nordwärts. Am Abend des 11. April wurde Zepce erreicht und auf Brod weitermarschiert. Hier wurde das Regiment zur Sicherung der Stadt eingesetzt, durch welche ein Großteil der zurückgeführten deutschen Verbände geschleust wurden. Am 16. April kam es zu schweren Gefechten, bei denen der Kommandeur des III. Bataillons sowie die Führer der 10. und 11. Kompanie fielen. Die schweren Angriffe der Partisanen hielten weiter an, die HKL ging am 18. April verloren. Am Abend gelang es, östlich Glagovica die Truppe wieder zu sammeln und eine neue Widerstandslinie aufzubauen. Auch hier griff der Feind am nächsten Tag an, das Regiment hatte sich weiter abzusetzen und erreichte den Höhenzug Prubudovac. Am 21. April wurde Sibinje durchquert und Vrbova erreicht. Am 22. April wurde bis Bodegraji marschiert und am 24. April in Garesnica eine neue Stellung bezogen. Ende April wurde das Regiment durch Ustascha-Verbände abgelöst und ging in Palesnik zur Ruhe über. Es hatte noch eine Stärke von 515 Mann! Am 2. Mai ging der Rückzug des Regiments weiter, Stefanie wurde erreicht. Am 7. Mai erreichte das Regiment die gegend von Hrastje. Am 8. Mai wurde dann die Gegend von Sv. Kriz erreicht, am 10. Mai St. Urban. Doch vor Cilli ist nun endgültig Schluß. Das Regiment mußte sich von jugoslawischen Verbänden entwaffnen lassen. Entwaffnet konnte das Regiment seinen Marsch dann fortsetzen und erreichte am 11.Mai um 22 Uhr Schönstein. Am 13. Mai wurde das Regiment von den Engländern in Grabach interniert und nach Griffen gebracht.