2. Kampfgruppe
Kampfgruppe Thiele

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Aus dem Ausbildungsverband der Flotte wurden im Juli 1944 mehrere einsatzfähige Schiffe zu einer Kampfgruppe zusammengezogen. Zur Unterscheidung zu der in Nordnorwegen eingesetzten Kampfgruppe führte dieser Einsatzverband zunächst die Bezeichnung 2. Kampfgruppe, dann jedoch Kampfgruppe Thiele. Vizeadmiral Thiele führte während des "Unternehmen Doppelkopf" von Bord der "Prinz Eugen" am 19. August 1944 die Kampfgruppe Thiele zur Unterstützung der deutschen Streitkräfte in Kurland an. Der schwere Kreuzer "Prinz Eugen" lief in den Golf von Riga ein und beschoss das von der Roten Armee gehaltene Tuckum. Parallel dazu griffen die Zerstörer "Z 25", "Z 28", "Z 35", "Z 36" und die Torpedoboote "T 23" und "T 28" weitere Landziele an. Der russische Vormarsch in der Ostsee setzte sich fort. Der letzte deutsche Konvoi verließ am 23. September Reval. Am 29. September landeten die russischen Truppen auf der Insel Moon, am 2. Oktober auf der Insel Dagö und am 5. Oktober auf der Insel Ösel, wo die deutschen Truppen auf der Halbinsel Sworbe abgeschnitten wurden. Die Stadt Memel in Ostpreußen wurde im Zuge der Bildung des Kurland-Kessels von der Roten Armee an der Landseite eingeschlossen und drohte eingenommen zu werden. Um das dort abgeschnittene deutsche XXVIII. Armeekorps (Gruppe Gollnick) zu unterstützen, griff die Kampfgruppe Thiele ab dem 10. Oktober 1944 mit ihrer Schiffsartillerie Landziele an. Am 10. Oktober 1944 wurden durch "Prinz Eugen" sowie due Zerstörer "Z 25", "Z 35" und "Z 36" Ziele im Raum Memel beschossen. Zwischen dem 22. und 24. November 1944 beschoss die Kampfgruppe Thiele mit der "Admiral Scheer", der "Lützow", den Zerstörern "Z 25" und "Z 35" sowie den Torpedobooten "T 3", "T 5", "T9", "T12", "T 13" und "T 16" Landziele auf der Halbinsel Sworbe. Zwischen dem 29. Januar und dem 31. Januar 1945 folgte mit "Prinz Eugen", "Z 25" und "T 33" der Beschuß von Zielen im Raum Königsberg und vom 2. bis 5. Februar 1945 mit "Admiral Scheer", "T 23", "T 35" und "T 36" der Beschuß von Zielen an der Samlandküste. Am 9. und 10. Februar 1945 wurden durch "Admiral Scheer", "Lützow", "Z 34", "T 8", "T 23", "T 28", "T 33" und "T 36" Ziele im Raum Frauenburg-Elbing beschossen. Die Kampfgruppe wurde am 27. April 1945 aufgelöst.

 

2. Befehlshaber:

28. Juli 1944 Vizeadmiral August Thiele

 

3. Gliederung:

Schwerer Kreuzer "Lützow"

Schwerer Kreuzer "Admiral Scheer"

Schwerer Kreuzer "Prinz Eugen"

Linienschiff "Schlesien"

Kreuzer "Leipzig"

Zerstörer

Torpedoboote