VII. SS-Panzerkorps (7.)
1. Einsatz und Unterstellung:
Die Aufstellung des Generalkommandos des VII. SS-Panzerkorps geht zurück auf
einen Führerbefehl aus dem Monat Oktober 1943. Darin wurde die Aufstellung der
17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlechingen" befohlen, die zusammen mit der
10. SS-Panzer-Division "Frundsberg" das VII. SS-Panzerkorps bilden sollte, dessen Stab
ebenfalls am 3. Oktober 1943 zur Aufstellung befohlen wurde. Ende Dezember 1943 trat das Aufstellungsvorhaben
des VII. SS-Panzerkorps in ein neues
Stadium. Der bisherige Kommandeur der 6. SS-Gebirgs-Division "Nord",
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Matthias Kleinheisterkamp wurde mit der
Aufstellung des Korps in Mörchingen bei Metz beauftragt. Gemeinsam mit ihm verließen eine Anzahl SS-Führer Karelien und wurden zum
Generalkommando des VII. SS-Panzerkorps versetzt. Zu ihnen zählten u.a.:
SS-Sturmbannführer Erich May, bisher
Kommandeur der SS-Gebirgs-Pionier-Bataillons 6, als zukünftiger
Korps-Pionier-Führer
SS-Sturmbannführer Dr. Walter Schneevoigt, bisher
Kommandeur der SS-Aufklärungs-Abteilung 6, als Korps-Adjutant
SS-Sturmbannführer Karl Krüger, bisher
Kommandeur der SS-Gebirgs-Nachrichten-Abteilung 6, als Korps-Nachrichten-Führer VII. SS-Panzerkorps
Ende Januar 1944 musste SS-Gruppenführer .Kleinheisterkamp vertretungsweise die
Führung des III. (germ.) SS-Panzerkorps im Raum Narwa übernehmen. Das bereits vorhandene Stabspersonal wurde vorrübergehend abgezogen. Damit
ruhte das Aufstellungvorhaben erneut. In der Stärkemeldung des SS-FHA v. 20.
Februar 1944 wurde die Sollstärke des
Stabes VII. SS-Panzerkorps mit 200 Führern, 917 Unterführern und 3 231 Mannschaften angegeben. Die tatsächliche Stärke betrug jedoch nur 1 (!) Führer und 1 (!)
Unterführer. Das Korps existierte praktisch nur auf dem Papier. Unterdessen wurde mit der Aufstellung eines Teiles des Korpstruppen
begonnen. Erst im späten Frühjahr 1944 konnte die Neubildung des Korpsstabes VII.SS-Panzerkorps
und der Korps-Einheiten endgültig in Angriff genommen werden. Aus der Führerreserve des SS-FHA wurde eine Anzahl SS-Führer zum Generalkommando
VII. SS-Panzerkorps versetzt und mit Wirkung vom 1. Mai 1944 schließlich SS-Gruppenführer
Kleinheisterkamp offiziell mit der Führung des VII.SS-Panzerkorps beauftragt. Die Aufstellung des Stabes und einzelner Korpstruppen erfolgte in
Mörchingen in Lothringen. Die vorläufige Stellenbesetzung des Stabes des
Generalkommandos wies u.a. aus:
Kommandierender General: SS-Gruf.u.GenLt.d.W SS Matthias Kleinheisterkamp
Chef des Stabes: SS-Oberführer Nikolaus Heilmann
Adjutant: SS-Stubaf. Dr. Walter Schneevoigt
Ib Quartiermeister-Abteilung: SS-Hstuf. Otto Baumann
Verkehrsregelungsoffizier: SS-Ostubaf. Wilhelm Honsell
1. Ordonnanz-Offizier: SS-Hstuf. Werner Hartmann
Korps-Nachrichtenführer: SS-Stubaf. Karl Krüger
Korps-Pionierführer: SS-Stubaf. Erich May
Arko: SS-Brigadeführer Kurt Brasack
Korpsarzt: SS-Brigadeführer und GenMaj.d.W SS Dr.Bruno Rothardt
In der Aufstellung befanden sich :
SS-Kartenstelle 107
SS-Nachrichten-Abteilung 107 mit 1. und 2.Funk-Kp.
SS-Werfer-Abteilung 107 bei der SS-Werfer-AuE-Abteilung auf dem
SS-Truppenübungsplatz "Kurmark"
Am 30. Juni 1944 erging schließlich der folgende Befehl:
SS-FHA,Amt II, OrgAbt I/II, TgbNr. 1858/44 gKdos v. 30.06.1944:
KR-Fernschreiben
Betr.: GenKdo. IV. und VII.SS-PzK
SS-Nachrichten-Abteilung 107,
die gemäß Verfügung SS-FHA,Amt II, OrgAbt I/II, TgbNr. II/678/44 geh.v. 17.1.1944 aufgestellte Korps-Kartenstelle 104 in
SS-Korps-Kartenstelle 107
umbenannt.
gez. Blume
2. Kommandeure:
1. Mai 1944: SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Matthias Kleinheisterkamp
3. Gliederung (geplant):
Korpstruppen:
SS-Korpskartenstelle (mot) 107
Arko VII.SS-PzKorps
Schwere SS-Beobachtungs-Batterie 107
SS-Werfer-Abteilung 107 (104)
SS-Flak-Kompanie 107
SS-Nachrichten-Abteilung 107 (ex 104)
SS-Korps-Nachschubtruppen
SS-Bekleidungs-Instandsetzungs-Kompanie (mot)
SS-Sanitäts-Abteilung 107
SS-Feldlazarett 507/107
SS-Krankenkraftwagen-Zug 507
SS-Feldpostamt (mot) 107
SS-Feldgendamerietrupp (mot) 107
SS-Sicherungs-Kompanie (Bender/Taylor,W SS, Bd.2, S. 41)
Die Korpstruppen trugen bis zur Eingliederung die Nummer 107, bis sie die Nummer 104 erhielten und Korpstruppen des IV.SS-PzK wurden.
4. Literatur und Quellen:
Kurt Mehner: Die Waffen-SS und Polizei 1939 - 1945, Patzwall-Verlag 1995
Bender, Roger James und Hugh Page Taylor: Uniforms, Organization and History of the Waffen-SS, Band 2 und Band 4, San Jose, Bender Publishing 1969
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 3: Die Landstreitkräfte 6–14. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1974