Küstenfliegergruppe 506 / Kampfgruppe 506
1. Lebenslauf
Die Küstenfliegergruppe 506 wurde am 1. Juli 1937 in Dievenow aus dem Stab und der 1. Staffel der
Küstenfliegergruppe 306 aufgestellt. Am 1. Dezember kamen in Kamp (2. Staffel) und Pillau
(3. Staffel) zwei weitere Staffeln zur Gruppe. Am 22. Oktober 1939 wurde die
Gruppe aufgelöst. Der Stab und die 1. Staffel kamen zur Küstenfliegergruppe
806, die 2. Staffel wurde zur 1. / Küstenfliegergruppe 406 und die 3. Staffel zur
2. / Küstenfliegergruppe 806.
Die Gruppe wurde am 22. Oktober 1939 in List aus der Küstenfliegergruppe 406 neu
aufgestellt (2. Staffel als Neuaufstellung). Ausgerüstet war die Gruppe mit der
He 115. Die 2. Staffel wurde am 6. Oktober 1941 mit der 2. /
Küstenfliegergruppe 906 getauscht. Am 19. November 1941 in Kampfgruppe 506 umbenannt.
Die Umbenennung war sichtbares Zeichen der Herauslösung der Gruppe aus den
Marineluftstreitkräften. Am 8. Juni 1942 wurde die Kampfgruppe 506 zur II. Gruppe des Kampfgeschwaders
26 umgewandelt.
2. Einsatz
1939:
Kurz vor Kriegsbeginn verlegten die 1. und 3. Staffel nach Lochstädt und
kehrten am 19. August 1939 nach Pillau-Neutief zurück. Bei Kriegsbeginn lagen Stab, 1. und 3. Staffel in Pillau-Neutief und die 2. Staffel
in Kamp. Die Gruppe unterstand dem
Führer der Luftstreitkräfte Ost und wurde über der Ostsee eingesetzt.
Bereits am 3. September 1939 verlegte die 2. Staffel mit ihren Do 18 nach
Hörnum. Ab dem 13. September 1939 wurde die 1. Staffel in Putzig auf die He 115
umgerüstet. Am 22. Oktober 1939 wurde die Gruppe aufgelöst.
Nach der
Neuaufstellung unterstand die Gruppe dem
Führer der Seeluftstreitkräfte West
. Der Stab und die 1. und 2. Staffel lagen in List. Die 3. Staffel lag in
Norderney. Die Gruppe wurde zu Aufklärungseinsätzen über der Nordsee eingesetzt.
Am 8. November 1939 verlegte die 1. Staffel nach Norderney, kehrte am 20.
November 1939 nach Norderney zurück und verlegte am 14. Dezember 1949 nach
Grossenbrode.
1940:
Zu Beginn des Jahres 1940 lag der Stab der Küstenfliegergruppe 506 mit seinen
He 115 in List und flog Einsätze über der Nordsee. Mit Beginn des Unternehmens
Weserübung, der Besetzung Dänemarks und Norwegens, verlegte der Stab am 9. April
1940 nach Trondheim, von wo aus er in norwegischen Gewässern eingesetzt wurde.
Im Juli 1940 folgte die Verlegung nach Stavanger. Am 6. Oktober 1940 kehrte der
Stab nach Norderney zurück.
Die 1. Staffel lag zu Jahresbeginn in
Grossenbrode. Im Januar 1940 verlegte sie wieder nach List. Bei Beginn der
Besetzung Norwegens verlegte die Staffel zusammen mit dem Gruppenstab am 9.
April nach Trondheim und im Juli nach Stavanger. Am 6. Oktober 1940 kehrte die
1. Staffel nach Norderney zurück.
Die 2. Staffel verlegte bei Beginn der
Besetzung Norwegens am 9. April 1940 nach Trondheim, um von dort aus in
norwegischen Gewässern eingesetzt zu werden. Zusammen mit dem Stab verlegte die
2. Staffel am 9. April nach Trondheim und im Juli nach Stavanger. Am 6. Oktober
1940 kehrte die 2. Staffel nach Norderney zurück. Im Dezember 1940 verlegte die
Staffel nach Brest in Frankreich.
Die 3. Staffel war zu Beginn des Jahres
1940 in Norderney stationiert. Zwischen dem 19. Februar und dem 28. Februar 1940
war sie kurzzeitig in Wittensee stationiert. Im April 1940 wurde die Staffel zu
Luftmineneinsätzen gegen die britische Küste eingesetzt. Im Juli 1940 verlegte sie von
Norderney aus nach Stavanger.
1941:
Am 20. Februar 1941 verlegte der Stab der Küstenfliegergruppe 506 von
Norderney nach Perleberg, wo er auf die Ju 88 A umgerüstet wurde. Nach erfolgter
Umrüstung folgte am 16. April 1941 die Stationierung auf Westerland. Nach dem
Beginn des Feldzuges gegen Rußland wurde der Stab am 21. September 1941 dem
Fliegerführer Ostsee unterstellt und nach Riga verlegt, um in der östlichen
Ostsee zu Aufklärungs- und Kampfeinsätzen eingesetzt zu werden. Am 18. Oktober
1941 kehrte der Stab nach Westerland zurück, wurde dort aufgefrischt und dann am
30. November zum IX. Fliegerkorps nach Leeuwarden verlegt.
Die 1. Staffel
verlegte am 3. Januar 1941 nach Brest in Frankreich an die Kanalküste. Bereits
am 1. Februar kehrte sie nach Norderney zurück und verlegte am 20. Februar 1941
nach Perleberg. Hier wurde die Staffel von der He 115 auf die Ju 88 A-4
umgerüstet. Am 16. April 1941 verlegte die Staffel nach Westerland. Zusammen mit
dem Stab wurde sie am 21. September dem Fliegerführer Ostsee unterstellt und
nach Riga verlegt. Am 18. Oktober 1941 kehrte die Staffel mit dem Stab nach
Westerland zurück, wurde dort aufgefrischt und dann am 30. November zum IX.
Fliegerkorps nach Leeuwarden verlegt.
Die 2. Staffel der Gruppe war zu
Jahresbeginn in Brest in Frankreich, bis sie am 6. Oktober 1941 zur 2. /
Küstenfliegergruppe 906 wurde:
Die neue 2. Staffel lag am 6. Oktober 1941 in
Westerland und war mit der Ju 88 A ausgerüstet. Am 30. November 1941 verlegte
die Staffel nach Leeuwarden zum IX. Fliegerkorps.
Die 3. Staffel kehrte am
1. April 1941 von Stavanger nach List zurück und verlegte am 9. Juni 1941 nach
Westerland, wo sie mit der Ju 88 A-4 ausgerüstet wurde.
Anschließend verlegte die Staffel nach Grov. Nach Beginn des Rußlandfeldzuges
wurde die Staffel am 21. September 1941 dem Fliegerführer Ostsee unterstellt und
nach Riga zum Einsatz in der östlichen Ostsee verlegt. Am 18. Oktober kehrte sie
wieder nach Grove zurück und verlegte am 30. November zum IX. Fliegerkorps nach
Leeuwarden.
1942:
Der Stab und die 1. Staffel - 3. Staffel der Kampfgruppe 506 verlegten am 15.
Februar 1942 von Leeuwarden nach Grove bei Karup in den Niederlanden. Am 22.
Februar verlegten sie weiter nach Stavanger und am 25. Februar nach Westerland.
Am Folgetag verlegte die gesamte Gruppe nach Leeuwarden, wo sie bis zur
Umbenennung blieb.
3. Kommandeure
Gruppenkommandeur:
1. Juli 1937 Major Schily
1939 Oberstleutnant Wolfgang von Wild
Oktober 1939 Major Heinrich Minner
April 1940 Major Johannes Eisenbeck
April 1940 Major Heinrich Minner
August 1940 Major Johannes Eicenbeck
September 1940 Major Heinrich Minner
November 1940 Oberstleutnant Weygold
Juli 1941 Oberstleutnant Walter Schwarz
Januar 1942 Hauptmann Ernst-Heinrich Thomsen
4. Literatur und Quellen:
Christian König: Aufklärer, Bomber, Seenotretter. See-Mehrzweckflugzeuge Heinkel He 59 und Heinkel He 115. Helios, Aachen 2020
Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935 - 1945 - Gliederungen und Kurzchroniken - Eine Dokumentation, Motorbuch-Verlag 1976
Kriegstagebuch der Seekriegsleitung, Teil A, Band 8: April 1940, Verlag E.S. Mittler & Sohn