Funk-Kompanie 638
Funk-Kompanie z.b.V. (mot)
Dezi-Funk-Kompanie (mot) 1/647
schwere Dezi-Funk-Kompanie 1/647
schwere Richtverbindungs-Kompanie (mot) 1/647

 

Die Funk-Kompanie 638 wurde mit Befehl vom 1. Juni 1940 durch die 2. / Nachrichten-Ersatz-Abteilung 50 in Flensburg im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Unternehmens "Seelöwe" aufgestellt. Nach der erfolgten Landung der deutschen Kräfte in Südengland sollte die Kompanie eine Richtfunkverbindung über den Kanal errichten. Am 17. August 1940 wurde die Kompanie in Funk-Kompanie z.b.V. (mot) umbenannt. Am 14. September 1940 war die Kompanie am Kanalgebiet einsatzbereit. Am 10. November 1940 begann dann die Verlegung nach Meißen, um dort auf moderne Kfz-Technik umzurüsten. Am 3. Februar 1941 erfolgte die Umbenennung in Dezi-Funk-Kompanie (mot) 1/647.  Am gleichen Tag wurde die Kompanie nach Cosel verlegt, um dort neu gegliedert und ausgebildet zu werden. Auftrag der Kompanie war nun die Herstellung von drahtlosen Telefonieverbindungen, die durch Trägerfrequenzgeräte vervielfacht wurden und so auch für den Fernschreibbetrieb nutzbar waren. Die etwa 300 Mann starke Kompanie gliederte sich in drei Dezimeter-Funkzüge (je 4 Trupps), 1 Feldfernkabel-Bauzug, 1 Schutzhundestaffel und Versorgungseinheiten. Die Hauptausrüstung pro Trupp war ein Dezi-Gerät "Stuttgart" (Fa Lorenz) auf 6,5 t-Geräte-Kfz mit HF-Teil (10 Kanäle), Vierrad-Anhänger mit 30-m Magirus-Mast als Antennenträger und ein BMW-Benzinaggregat für die Stromversorgung. Am 26. Juni 1941 wurde die Kompanie in schwere Dezi-Funk-Kompanie (mot) 1/647 umbenannt und der Heeresgruppe Mitte zugeführt. Bereits am 18. Juli 1942 folgte die weitere Umbenennung in schwere Dezi-Kompanie (mot) 1/647 und die Unterstellung unter die Heeresgruppe A. Die Kompanie verlegte nach Stalino, wo sie die Verbindung des Ob.Kdo der Heeresgruppe A mit dem Pz.AOK 1 aufrecht erhalten sollte. Die Kompanie nahm am Vormarsch der 1. Panzerarmee und deren Rückzug Ende 1942 teil. Sie setzte auf die Krim über und hatte dort den Auftrag, die Verbindung des Ob.Kdo der Heeresgruppe Südukraine in Simferopol mit dem AOK 17 im Kuban-Brückenkopf aufrecht zu erhalten. Im Dezember 1943 war die Kompanie zur Überbrückung des Pirphjet-Sumpfgebietes eingesetzt. 1944 wurde die Kompanie nach Laudenbach bei Heppenheim verlegt, um dort die strapazierte Technik überholen zu lassen. Am 1. Juli 1944 wurde sie in schwere Richtverbindungs-Kompanie 1/647 umbenannt. Im Dezember 1944 verlegte sie in die Eifel und nahm an der Ardennenoffensive teil. Im Januar 1945 wurde die Kompanie geteilt: Ein Teil ging ins Ruhrgebiet und wurde dort vernichtet, ein zweiter Teil kam im Taunus zum Einsatz. Bei Kriegsende wurden die Reste der Kompanie im Auftrag der Alliierten dazu eingesetzt, Verbindungen zwischen britischen und deutschen Stäben herzustellen.

 

Literatur und Quellen:

Hans-Georg Kampe: Handbuch zur Geschichte des militärischen Fernmeldewesens Teil IV: Das militärische Fernmeldewesen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945