Truppenübungsplatz Zeithain

 

Der Truppenübungsplatz Zeithain ist einer der ältesten in Deutschland. Bereits der sächsische König August II mit dem Beinamen "Der Starke" ließ bis zum 23. Mai im Jahre 1730 die gesamte sächsische Armee im Raum Zeithain zusammenziehen. Er ließ bis Ende Juni Übungen und Manöver abhalten, darunter auch einen Übergang über die Elbe zwischen Gröba und Bobersen. Er wollte die Gefechtsbereitschaft testen, aber auch die Stärke nach außen darstellen. Die Gesamtstärke der sächsischen Armee umfasste 30 Bataillone Infanterie und 50 Schwadronen Kavallerie mit ca. 30.000 Mann. Dazu gehörten außerdem noch 4 Artillerie- und 4 Füsilierkompanien mit insgesamt 72 Geschützen sowie einer Pontonkompanie. Es wurde auch eine Übung zwischen beiden Korps abgehalten.

Im Jahre 1873 wurde für die Dresdener Garnison ein Artillerie-Schießplatz, mit einer Größe 3.000 mal 1.000 Meter, nahe des Ortes Zeithain eingerichtet. Danach kam es im Jahr 1879 zur Errichtung eines Barackenlagers "Zeithain-Lager" in der Nähe des Schießplatzes. Mit dem Ausbau des Schießplatzes auf eine Größe von 6.000 mal 1.200 Meter wurde im Jahr 1892 begonnen. Im Jahre 1898 nahm der Ausbau des Lagers größere Ausmaße an. Zuerst wurde ein neuer Infanterieübungsplatz in der Nähe des benachbarten Ortes Lichtensee angelegt. Danach wurde auch noch eine Anschlussgleis vom Bahnhof Röderau gelegt. Eine erneute Vergrößerung des Übungsplatzes auf 11.000 mal 9.000 Meter erfolgte im Jahr 1899. Anlässlich des Kaisermanövers im Jahr 1903 findet in Zeithain eine Kaiserparade statt. Nach dem 1. Weltkrieg wurden in der ersten Jahreshälfte 1919 einige Truppenteile der alten kaiserlichen Armee, Freiwilligen-Einheiten und eine neugebildete Polizei-Bereitschaft im Lager Zeithain stationiert. Der Schriftsteller Ludwig Renn berichtet in zwei Büchern über diese Zeit. Im Juni 1919 erfolgt die Stationierung der 2. Eskadron des Grenz-Jäger-Husaren- Regiments 12 in Zeithain. Diese wird im Oktober 1919 in das sogenannte Übergangsheer übernommen. Im Mai 1920 wird die Schwadron in das Reiter-Regiment 12 der nunmehrigen Reichswehr eingegliedert und nach Dresden verlegt. Die Füll- und Munitionsanstalt, die spätere Heeres- Munitions-Anstalt (Muna), verbleibt bis 1937 als einzige militärische Einrichtung in Zeithain. Der Truppenübungsplatz war damit weitgehend demilitarisiert. 
Im Rahmen der ständigen Heeres-Vergrößerung werden ab dem 1. April 1937 neu eingerichtet :
Truppenübungsplatz Zeithain
Heeres-Abnahme-Beschussstelle
Heeres-Standort-Verwaltung
Heeres-Oberförsterei
Da die Unterbringungsmöglichkeiten für das neuaufgestellte Pionier-Bataillon "Riesa" (Pi.Btl.24) in Riesa unzureichend waren, wurde die 5. Kompanie zeitweilig im Lager Zeithain untergebracht. Im Februar 1938 wird auf dem Truppenübungsplatz die 7. Schwadron des Kavallerie-Regiment 10 aufgestellt. Die Schwadron wird nach der Aufstellung zum Regiment nach Torgau verlegt. Ab Januar 1939 werden die 4. (Ergänzungs-) Kompanie des Pionier-Bataillon 24 (Riesa) und die 4. (Ergänzungs-) Kompanie des Pionier-Bataillon 44 (Riesa) aufgestellt. Ab dem 6. Juli 1940 wird das Infanterie-Ersatz-Bataillon 465 aufgestellt.  Das Bataillon verbleibt bis zum 3. September 1940 im Lager Zeithain. Im Sommer 1941  wird das Infanterie-Ersatz-Bataillon 234 in Zeithain aufgestellt. Das Bataillon ist nur kurze Zeit im Lager Zeithain stationiert. Ab dem 18. Juli 1943 wird das Grenadier-Ausbildungs-Bataillon 53 in Zeithain aufgestellt. Ab dem 1. September 1943 wird dieses dann in das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon-53 in Zeithain umgegliedert. Ab dem 10. Juli 1944  wird der Wehrkreis-ROB-Lehrgang-IV in Zeithain durchgeführt. In diesem Lehrgang wurden Reserve-Offiziers-Bewerber (ROB) ausgebildet. Erich Loest schildert in seinem Roman "Jungen die übrig blieben", welches bereits in mehreren Auflagen erschien, die Ausbildung in diesem Lehrgang. Ab Januar 1945 wird eine Standort-Kompanie Zeithain aufgestellt. Am 23. April 1945 besetzen Truppen eines Kavalleriekorps der 5. Gardearmee der 1. Ukrainischen Front das Lager Zeithain.

Kommandeure: 

Generalmajor Karl Maderholz 1. Februar 1937 - 14. Februar 1937