Bassenge, Gerhard

 

* 18. November 1897, Ettlingen

+ 13. März 1977, Lübeck

 

 

Gerhard Bassenge war der Sohn des Majors Julius August Bassenge und dessen Frau Charlotte, geborene Dorguth. Nach dem Besuch der Schulen in Jülich und Schneidemühl begann in den Kadettenanstalten in Köslin, Bensberg und Berlin-Lichterfelde seine militärische Karriere. Am 4. Oktober 1914 trat er dann als Fahnenjunker-Unteroffizier in das Infanterie-Regiment "von Horn" (3. Rheinisches) Nr. 29 ein, mit dem er an der Westfront kämpfte. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Fähnrich und am 27. Januar 1915 zum Leutnant befördert. In seinem Regiment diente er als Kompanie-Offizier und Zugführer. Ab dem 1. April 1916 absolvierte er eine Flugzeugführerausbildung, in deren Anschluss er als Flugzeugführer in der Jagdstaffel "Boelcke" eingesetzt wurde. Im November 1917 verwundert, war er bei Kriegsende beim Fliegerhorst Döberitz eingesetzt. Am 17. Juli 1920 wurde er als Zugführer in die leichte Kraftfahr-Kompanie 3 versetzt und am 1. Oktober 1920 Kompanie-Offizier im Infanterie-Regiment 3. Vom 1. Oktober 1922 bis zum 31. März 1927 war er zum Studium an die Technische Hochschule Hannover kommandiert, wo er am 1. April 1925 zum Oberleutnant befördert wurde. Nach Abschluss seines Studiums wurde er zum Reichswehr-Ministerium kommandiert und am 1. April 1928 in den Stab der Kommandantur Münster versetzt. Am 1. Oktober 1928 diente er beim Infanterie-Regiment 6, zuerst beim Stab, ab dem 1. Februar 1932 als Kompaniechef. Am 1. Januar 1934 wechselte er in die Luftwaffe über und wurde Gruppenleiter und Referent im Reichsluftfahrtministerium. Am 1. Februar 1935 folgte die Beförderung zum Major. Ab dem 1. März 1937 kommandierte er die Fliegerschule I in Stendal. Zugleich war er Fliegerhorst-Kommandant Stendal. Am 1. April 1937 wurde er zum Oberstleutnant befördert und am 1. Juni 1938 Offizier z.b.V. des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Ab dem 1. Oktober 1938 diente er dann im Generalstab der Luftwaffe. Am 1. Mai 1939 zum Oberst befördert, war er ab dem 1. Juni 1939 Chef des Stabes des Luftgau-Kommandos XVII in Wien. Am 30. Januar 1940 wurde er zum Chef des Stabes der Luftflotte 2 ernannt, ab dem 1. August 1940 war er Chef des Stabes der Luftflotte 5. Bereits am 5. Oktober 1940 wurde er dann zum Chef des Stabes der Deutschen Luftwaffen-Mission in Rumänien ernannt. Am 27. Juli 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. Januar 1943 zum Generalmajor befördert, folgte am 1. Februar 1943 die Ernennung zum Kommandanten des Festungsbereiches Tunis-Bizerta. Bei der Kapitulation des Deutschen Afrikakorps geriet er am 10. Mai 1943 in britische Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Am 7. Oktober 1955 heiratete er Annemarie Hedwig Langmaack.

Anmerkung: Die in der Literatur und im Internet genannten Ernennungen zum Flughafenbereichs-Kommandanten Afrika am 24. Juni 1941 sowie zum Kommandeur der 19. Luftwaffenfeld-Division am 1. Oktober 1942 können so nicht stimmen. Die 19. Luftwaffenfeld-Division wurde erst zum März 1943 aufgestellt. Im Bundesarchiv Freiburg ist u.a. ein Schriftstück zu seiner Beförderung zum Generalmajor erhalten geblieben, in dem Bassenge mit Datum Dezember 1942 als Chef des Stabes der Luftwaffenmission in Rumänien bezeichnet wird. Ottmar Krug nennt in seinem Werk dann auch beide Verwendungen nicht.

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Dermot Bradley (Hrsg.), Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935-1945. Band 1: A-G. Biblio Verlag. Osnabrück 1991.
http://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalmajor/BASSENGE_GERHARD.html
Luftwaffe Officer Career Summaries by Henry L. deZeng IV and Douglas G. Stankey http://www.ww2.dk/lwoffz.html
Absolon, Rudolf, (Bearb.), Rangliste der Generale der Deutschen Luftwaffe nach dem Stand vom 20. April 1945. Mit einer Stellenbesetzung der Kommandobehörden der Luftwaffe vom 1. März 1945, Dienstalterslisten der Sanitätsoffiziere usw. im Generalsrang sowie Kurzbiographien über den Reichsmarschall und die Generalfeldmarschälle. (Friedberg, Podzun-Pallas, 1984)
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953 [Nachdruck der Ausgabe von 1939]
Sönke Neitzel: Deutsche Generäle in britischer Gefangenschaft 1942-1945 Eine Auswahledition der Abhörprotokolle des Combined Services Detailed Interrogation Centre UK in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte