Cranz, Eberhardt Friedrich 'Fritz' Wilhelm
| * 3. Januar 1890, Memel † 17. März 1945, ber Breslau (Flugzeugabsturz) |
Friedrich Cranz war ein Sohn des Landrats und Geheimen Regierungsrats Heinrich Friedrich Georg Cranz und dessen vierzehneinhalb Jahre jüngeren Ehefrau Adolphine Maria, geboren Frentzel. Er trat nach seinem Abitur am 1. August 1908 als Fahnenjunker in die Preußische Armee ein. Er kam dabei in das 2. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm I." Nr. 3. Nachdem er am 18. Februar 1909 die Reife zum Fähnrich zugesprochen bekam, wurde er am 24. März 1909 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 27. Januar 1910 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 29. Januar 1908 (P) festgelegt. In seinem Regiment war er als Kompanie-Offizier und Zugführer eingesetzt. Er wurde am 28. Februar 1914 als Ersatz für den am 27. Februar 1914 an einer Blinddarmentzündung verstorbenen Leutnant Friedrich Ernst Musset in Vorschlag gebracht, was am 2. März 1914 durch die General-Inspektion des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens beim Kaiser außerfristlich zum Vorschlag gebracht wurde. Am 10. März 1914 wurde er als Erzieher zum Kadettenhaus in Potsdam versetzt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zog er mit seinem Regiment ins Feld und kämpfte an der Westfront bei St. Quentin, Reims und Arras. Im Oktober und November 1914 folgten Stellungskämpfe in Flandern und Artois. Ab dem 15. Dezember 1914 absolvierte Friedrich Cranz eine Beobachterausbildung bei der Fliegertruppe, um dann ab dem 24. Januar 1915 als Beobachter bei der Feldflieger-Abteilung 50 eingesetzt zu werden. Hier erfolgte am 27. Januar 1915 die Beförderung zum Oberleutnant. Ab dem 3. März 1915 diente er als Beobachter und Bild-Offizier bei der Feldflieger-Abteilung 53 bzw. der Flieger-Abteilung A 272. Er wurde im Frühjahr 1916 verwundet. Am 8. März 1917 wurde er Adjutant des Führers der Fliegertruppe 1 und am 18. April 1917 zum Hauptmann befördert. Am 25. Juni 1917 übernahm er die Führung über die Flieger-Abteilung A 248 und am 11. Januar 1918 der Flieger-Abteilung Lb 261 beim AOK 1. Vom 2. März bis 18. Dezember 1918 war er Leiter der Offiziers-Bildschule bei der Inspektion des Lichtbildwesens und wurde im Anschluß daran bei der Deutschen Militärmission in Koblenz eingesetzt. Sein Vater starb am 2. November 1918 in Berlin-Charlottenburg. Er wurde im 1. Weltkrieg nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichnes in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm im Ersten Weltkrieg neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Am 13. Juni 1919 folgte die Ernennung zum Führer der Abwicklungsstelle des Fliegerhorstes Hannover. Am 14. Oktober 1919 wurde Friedrich Cranz in das vorläufige Reichsheer übernommen und als Kompanieführer (Führer der Flugbereitschaft) und Bild-Offizier beim Reichswehr-Fliegerhorst Paderborn eingeteilt. Seinen Antrag zur Erteilung der Heiratserlaubnis reichte er am 20. April 1920 beim Kommandeur des Fliegerhorstes, Hauptmann Percy Baron von Ascheberg, ein. Ab dem 2. Mai 1920 war er Bild-Offizier beim Stab vom Wehrkreiskommando VI. Etatmäßig gehörte er bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 zur Kraftfahr-Abteilung 10 der Reichswehr-Brigade 10. Die Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 18. Mai 1920. Er heiratete am 26. Juli 1920 (standesamtlich in Arzbach (Westerwald)) und am 27. Juli 1920 (kirchlich in Denzerheide) die über fünf Jahre jüngere Johanna Heydweiller, Tochter des am 18. Oktober 1918 verstorbenen Landrates und Gutbesitzers Hermann Heydweiller. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 als Kompanie-Chef der 11. Kompanie in das Infanterie-Regiment 16 in Oldenburg übernommen. Im Jahr 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Hauptmann vom 18. April 1917 (20) zugewiesen. Am 15. Oktober 1922 kam er zum Regimentsstab vom 16. Infanterie-Regiment in Oldenburg, seine Kompanie übernahm dafür Hauptmann Heinrich Röschmann. Am 9. April 1924 wurde er vom 17. April 1924 bis zum 11. Mai 1924 nach Italien (Genua, Mailand, Rapallo) beurlaubt. Am 1. September 1924 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 als Hauptbild-Offizier in den Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin kommandiert. Im Stab der 3. Division befand sich die Zentralstelle für das Bildwesen im Reichsheer. Von dieser Zentralstelle aus wurden alle Ausbildungs-Lehrgänge für das Bildwesen im Reichsheer geleitet. Am 16. April 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1925 in das 7. (Preußisches) Infanterie-Regiment versetzt, sein Kommando zum Stab der 3. Division blieb davon aber unberührt. Im Juli 1925 beantragte er eine Studienreise nach England im Zeitraum 18. September 1925 bis zum 29. Oktober 1925. Dafür erhielt er eine Reisebeihilfe von 1.000 Reichmark und die Aufforderung im Jahr 1926 die Diplomprüfung in der englischen Sprache abzulegen. Am 19. Dezember 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1925, unter Beibehalung seiner bisherigen Uniform, in das 3. (Preußisches) Artillerie-Regiment versetzt, seine dienstliche Verwendung beim Stab der 3. Division blieb davon aber unberührt. Wegen seines Asthmas absolvierte er 1926, 1928 und 1931 jeweils eine Kur in Bad Reichenhall. Er wohnte 1927 privat in der Courbièrestraße 15 in Berlin W 62, wo er die Telefonnummer B3 Nollendorf 1901 hatte, die sich 1928 zur B5 Barbarossa 1901 änderte. Am 24. Februar 1928 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1928 als Rittmeister in das 3. (Preußisches) Reiter-Regiment versetzt, wobei er seine bisherige Uniform beibehalten hat. Auch dieses Mal änderte sich nichts an seiner Verwendung beim Stab der 3. Division. Er bildete dort allmählich eine Hauptbildstelle. Am 15. Dezember 1928 wurde er unter Aufhebung des Kommandos zum Stabe der 3. Division mit Wirkung vom 10. November 1928 zur Kommandantur Berlin kommandiert, wobei das Kommando einer Versetzung gleichzusetzen ist. Seinen Dienst regelte der Chef vom Truppenamt (TA). Von diesem wurde er zum Leiter der Hauptbildstelle im Reichswehrministerium (RWM) ernannt, die als Außenstelle des RWM zum Heeres-Organisations-Abteilung (T 2) bzw. der Inspektion der Waffenschulen (In 1) gehörte. Gleichzeitig war er Fachreferent für das Bildwesen im Reichswehrministerium. Am 16. März 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1929 in das 14. Reiter-Regiment versetzt, seine dienstliche Verwendung änderte sich dabei nicht. Am 24. Februar 1930 wurde er vom 10. März 1930 bis zum 17. April 1930 zur V.St. der Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Das diente teilweise der Information über die Bildnutzung in Beobachtungsabteilungen. Am 1. April 1930 (11) erfolgte hier seine Beförderung zum Major. 1930 wohnte er kurzzeitig in der Hobrechtstraße 14 in Berlin-Lichterfelde, wo er die Telefonnummer G3 1699 hatte. Allerdings zog er 1931 in die Fichtestraße 12a in Berlin-Steglitz, wo er die Telefonnummer G9 Albrecht 7701 hatte. Am 18. Mai 1933 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1933 unter Durchführung des Umzuges und unter Aufhebung des Kommandos zur Kommandantur Berlin zum RWM kommandiert. Dabei war das Kommando einer Versetzung gleichgestellt. Er wurde jetzt als Abteilungsleiter der Abteilung Luftbildwesen (LB IV) im Reichsluftfahrtministerium (RLM) zugeteilt, blieb aber bis Oktober 1933 zugleich noch Leiter der Hauptbildstelle. Ab dem 6. Juni 1933 hatte er die Uniform des RWM zu tragen. Am 30. August 1933 wurde entschieden, dass er mit dem 31. August 1933 mit der Berechtigung zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem Heeresdienst ausscheidet. Vom 1. September 1933 bis zum 28. Februar 1936 war er dann Leiter der Hauptbildstelle im RLM. Am 1. April 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. 1935 zog er dann in die Lepsiusstraße 60 in Berlin-Steglitz, wo er wieder die Telefonnummer G9 Albrecht 7701 hatte. Am 1. März 1936 wurde er abgelöst und dafür zum Kommandeur der Aufklärungsgruppe Würzburg (Aufklärungsgruppe 525) und zugleich zum Fliegerhorst-Kommandanten Würzburg ernannt. Zum 1. März 1936 wurde er auch zum Oberst befördert. Von Juli 1936 bis zum 31. Juli 1937 war er Kommandeur der Aufklärungs-Gruppe 125. Er wog jetzt bei einer Körpergröße von 178 Zentimetern genau 68 Kilogramm. Am 1. August 1937 wurde er als Nachfolger vom am 29. Juni 1937 verstorbenen Oberst Hans Bloem zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando 9 in Hannover ernannt. Am 12. Oktober 1937 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando IX in Hannover ernannt. Durch die erneute Umbenennung seines Stabes wurde er am 4. Februar 1938 zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando XI in Hannover ernannt. Vom 21. Mai 1938 bis zum 18. Juni 1938 befand er sich zur Behandlung im Kurlazarett Wiesbaden. Am 1. Juli 1938 wurde er zum Kommandeur der Fliegerschule FFS A/B Schönwalde (FFS A/B 11) und der Flieger-Ersatz-Abteilung 11 ernannt. Im Sommer 1938 wurde er zum Kommandeur vom Flieger-Ausbildungs-Regiment 11 ernannt. Am 1. Januar 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur vom Luftwaffenübungsplatz Dramburg ernannt. Vom 23. Mai 1940 bis 30. September 1940 war er vertretungsweise Kommandierender General vom Luftgau Warschau. Ab dem 1. Oktober 1940 wurde er als Inspekteur der Wehrersatzinspektion Posen eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. November 1940 zum Generalleutnant befördert. Am 3. Juni 1944 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde dafür zum Stab vom Luftgau-Kommando I versetzt. Am 26. November 1944 wurde er wieder in die Führerreserve versetzt. Im Januar 1945 wurde er schließlich zum Verbindungs-Offizier der Luftwaffe zur Festung Breslau ernannt. Seine private Anschrift war der Kaiserring 2 in Posen. Bei einem Flug über die Front stürzte sein Flugzeug am 17. März 1945 bei Breslau ab, wobei Generalleutnant Friedrich Cranz getötet wurde. Seine Witwe starb im Jahr 1967. Sein Cousin war der 1941 verunglückte Generalleutnant Friedrich-Carl Cranz, ihre Väter waren Brüder.
Aus der am 28. Mai 1887 in Berlin geschlossenen Ehe seiner Eltern sind keine weiteren Geschwister bekannt.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/19845
Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935 - 1945 Band
1 Abernetty - v. Gyldenfeldt Biblio-Verlag Osnabrück 1990
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalleutnant/CRANZ_FRIEDRICH.html
Absolon, Rudolf, (Bearb.), Rangliste der Generale der Deutschen Luftwaffe nach
dem Stand vom 20. April 1945. Mit einer Stellenbesetzung der Kommandobehörden
der Luftwaffe vom 1. März 1945, Dienstalterslisten der Sanitätsoffiziere usw. im
Generalsrang sowie Kurzbiographien über den Reichsmarschall und die
Generalfeldmarschälle. (Friedberg, Podzun-Pallas, 1984)
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.