Osterkamp, Theodor

 

* 15. April 1892, Düren-Rölsdorf

† 2. Januar 1975, Baden-Baden
 

 

Theo Osterkamp wurde als Sohn eines Fabrikbesitzers in Aschersleben geboren und besuchte das Gymnasium in Dessau. Seine Schulkameraden waren unter anderem die späteren Pour-le-Mérite-Flieger Oswald Boelcke und Gotthard Sachsenberg. Später studierte er Forstwirtschaft in Düren. Am 27. August 1914 trat er in die kaiserliche Armee ein. Er absolvierte eine Flieger-Ausbildung beim Freiwilligen Marine-Fliegerkorps und wurde anschließend ab März 1915 als Flugzeugführer bei der Festungs-Landfliegerstation Wilhelmshaven eingesetzt. Ab Juni 1915 war er Flugzeugführer bei der II. Marineflieger-Abteilung und ab September 1915 bei der I. Marineflieger-Abteilung. Am 13. Juli 1916 folgte die Beförderung zum Leutnant der Reserve. Als erster Flugzeugführer steuerte er 1917 ein Landflugzeug zu einem Aufklärungseinsatz nach Großbritannien. 1917 wurde er in der Kampffliegerschule in Putzig zum Jagdflieger ausgebildet und zu Sachsenbergs Marine-Jagdstaffel 1 versetzt. Im März 1917 unternahm er Flugversuche mit der Junkers J 7. Im Juni zum Leutnant zur See befördert, übernahm Osterkamp am 15. Oktober 1917 die Führung der Marine-Jagdstaffel 2. Als erfahrener Jagdflieger nahm er am 11. Juli 1918 beim Vergleichsfliegen in Adlershof teil und testete die Junkers J 7 und die J 9. Osterkamp erzielte 32 Luftsiege und wurde am 2. September 1918 mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet. Am 14. Februar 1919 wurde Theodor Osterkamp Ehrenmitglied des Anhaltischen Vereins für Luftfahrt. Im gleichen Jahr kämpfte er mit anderen Freiwilligen, darunter die Jagdflieger Josef Jacobs und Gotthard Sachsenberg, gegen die Rote Armee. Zumindest 1930 und 1931 arbeitete er als Stationsleiter an der Seeflugstation Kiel-Holtenau der Luftdienst GmbH. 1933 war er Leiter der Flugstation auf Norderney. 1933 reaktiviert, übernahm Osterkamp eine führende Rolle beim Aufbau der neuen Luftwaffe und stellte unter anderem die Jagdfliegerschule 1 in Werneuchen bei Berlin auf. Er nahm auch an zivilen Flugwettbewerben der Fédération Aéronautique Internationale teil, wo er 1930 den 11., 1932 den 12. und 1934 den 5. Platz errang. 1938 veröffentlichte Osterkamp eine Autobiographie („Du oder Ich – Deutsche Jagdflieger in Höhen und Tiefen“). Am 19. September 1939 wurde Oberst Osterkamp Geschwaderkommodore des Jagdgeschwaders (JG) 51. Während des Westfeldzugs errang er vier Luftsiege, den ersten am 12. Mai 1940. Am 22. August 1940 erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Beim Kanalkampf während der Luftschlacht um England erzielte er weitere zwei Abschüsse. Am 21 Juli 1940 übergab Osterkamp Werner Mölders das Kommando über das Jagdgeschwader 51. Osterkamp wurde am 19. Juli 1940 zum Generalmajor befördert und am 22. Juli 1940 zum Jagdfliegerführer I ernannt. Am 1. Januar 1941 folgte die Ernennung zum Jagdfliegerführer II und am 18. Juli 1941 die Ernennung zum Fliegerführer Afrika und Kommandeur des Luftgaustabes z.b.V. Afrika. Am 1. April 1942 in die Führerreserve des OKL versetzt, wurde er am 8. Juli 1942 Höherer Flieger-Ausbildungs-Kommandeur 3 in Berlin und am 1. August 1942 zum Generalleutnant befördert. Am 3. November 1942 folgte die Ernennung zum Höheren Flieger-Ausbildungs-Kommandeur 17 in Wien. Am 25. Februar 1943 folgte dann die Verwendung als Offizier z.b.V. des RLM und Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Am 12. März 1943 wurde er zum Luftflottenkommando 2 versetzt und am 13. September 1943 zur Inspektion der Bodenorganisation West der Luftwaffe kommandiert. Auf Grund einer schweren Erkrankung sowie eines Zerwürfnisses mit dem Oberkommando der Luftwaffe wurde er im März 1944 in das Luftwaffen-Kurlazarett Oberschreiberau-Rupprechtssteg verlegt und 21. Dezember 1944 aus dem Militärdienst entlassen. Er arbeitete bis 1945 als Forstmeister in Niedersachsen. Bis zu seiner Pensionierung 1966 arbeitete er als Geschäftsmann. Er verstarb am 2. Januar 1975.

 

Ritterkreuz (22. August 1940)

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10850 - Mey-Pla
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993