Rabsilber, Friedrich

 

* 9. Juli 1879, Bahrsdorf

† 13. Juni 1949, Osnabrück

 

 

Friedrich Rabsilber war der Sohn des Apothekers Louis Rabsilber und dessen Ehefrau Auguste, geborene Conze. Er trat am 30. September 1898 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei in das 1. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 130 nach Metz. Bei diesem wurde er am 22. Mai 1899 zum Fähnrich befördert. Am 27. Januar 1900 wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule zum Leutnant befördert. Danach wurde er als solcher in den ersten Jahren als Kompanieoffizier in der 4. Kompanie seines Regiments eingesetzt. Im Frühahr 1903 gehörte er dann zur 6. Kompanie seines Regiments, ebenfalls in Metz. Im Herbst 1905 wurde er dann als Nachfolger von Oberleutnant Zickendrath zum Adjutant des I. Bataillons vom 1. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 130 in Metz ernannt. Anschließend wurde er einige Jahre in dieser Funktion verwendet. Im Herbst 1908 wurde er durch Leutnant Flashar abgelöst. Dafür wurde er jetzt als Kompanieoffizier in der 3. Kompanie seines Regiments, ebenfalls in Metz eingesetzt. Am 18. Oktober 1909 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier in die 10. Kompanie seines Regiments, ebenfalls in Metz, versetzt. Im Frühjahr 1911 gehörte er als Zugführer dann zur 11. Kompanie vom 1. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 130 in Metz. Im Frühjahr 1912 gehörte er dann als Kompanieoffizier wieder zur 4. Kompanie seines Regiments. Im Frühjahr 1913 wurde er dann in der 8. Kompanie seines Regiments als Zugführer eingesetzt. Am 1. Oktober 1913 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann zum Stab des II. Bataillons vom 1. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 130 versetzt. Am 23. Juni 1914 heiratete er Helene Kramer. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Friedrich Rabsilber am 2. August 1914 als Kompaniechef in das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 130 versetzt. Am 29. April 1917 kam er als Adjutant zur 66. Reserve-Infanterie-Brigade und war dabei bis August 1917 gleichzeitig Bataillonsführer im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 130. Ab dem 8. April 1918 wurde er dann als Bataillonsführer im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 67 eingesetzt. Am 8. August 1918 wurde er schließlich als Bataillonsführer in das Infanterie-Regiment Graf Werder (4. Rheinisches) Nr. 30 an der Westfront versetzt. Das Regiment war an der Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne und vor der Siegfried- und Hermannstellung eingesetzt. Am 8. November 1918 wurde Friedrich Rabsilber dann Führer des Detachements z.b.V. des AOK 18. Vom 6. Dezember 1918 bis zum 28. Dezember 1918 war er als Führer des des Demobilisierungsstabes zum XVI. Armeekorps kommandiert. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch einige weitere Auszeichnungen wie das Ritterkreuz des Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Am 3. November 1918 kehrte er in sein Stammregiment, das 1. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 130 zurück. Ab dem 24. März 1919 war er Angehöriger des Freischar Thümmel, einem Freiwilligenverband, der aus Angehörigen des XVI. Armeekorps gebildet worden war. Im Mai 1919 wurde die Freischar Thümmel in Dessau wieder aufgelöst. Danach wurde er in das Reichsheer übernommen. Er gehörte anfangs zum Depot-Bataillon Dessau, aus dem Teile vom Reichswehr-Schützen-Regiment 8 gebildet wurden. Beim 200.000 Mann Übergangsheer gehörte er Mitte Mai 1920 noch immer zum Reichswehr-Schützen-Regiment 8 der Reichswehr-Brigade 4. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr kam er am 1. Oktober 1920 zum 12. Infanterie-Regiment. Dort wurde er in der Folge als Kompaniechef im III. Bataillon vom 12. Infanterie-Regiment in Magdeburg eingesetzt. Am 1. Juni 1922 wurde er zum Major befördert. Am 1. April 1923 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort gehörte er mehrere Jahre zum Heeres-Verwaltungsamt. 1926 wohnte er privat in der 1. Etage der Chlumer Straße 1 in Berlin-Lichterfelde. Am 1. Februar 1927 erhielt er wieder ein Truppenkommando und wurde zum Kommandeur des II. (Preuß.) Bataillons vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover ernannt. Am 1. Februar 1928 (29) wurde er in dieser Funktion zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wohnte er privat im Erdgeschoß der Ferdinandstraße 16 in Hannover. Am 1. März 1929 wurde er durch Major Hans von Kempski abgelöst. Dafür folgte an diesem Tag seine Versetzung in den Stab vom 13. (Württ.) Infanterie-Regiment nach Ludwigsburg. Am 1. Februar 1931 wurde er dort zum Oberst befördert. Am 31. März 1931 wurde er aus dem Militärdienst verabschiedet.

Am 1. Oktober 1933 wurde er als Oberst a.D. (L) wieder bei der Reichswehr angestellt. Sein Patent wurde dabei auf den 1. Juli 1931 festgelegt. Er wurde zum Kommandeur der Reichswehr-Werbestelle Osnabrück ernannt. Er wohnte jetzt privat bis mindestens 1939 in der Bohmter Straße 40 in Osnabrück und hatte dort die Telefonnummer 6371. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur des Wehrbezirks-Kommandos Osnabrück ernannt. Am 5. März 1935 wurde er dann als Oberst (E) zum Ergänzungsoffizierkorps übergeben. Auch zu Beginn des 2. Weltkrieges blieb er weiter in seinem Kommando. Am 1. April 1941 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zu den aktiven Offizieren der Wehrmacht überführt. Am 31. Juli 1942 wurde er endgültig aus dem Militärdienst entlassen. Er ist bereits kurz nach Kriegsende gestorben.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
NARA T-78 R-891