Riebel, Gustav-Adolf

 

* 13. März 1896, Burglehn-Muskau, Schlesien

† 23. August 1942, nördlich Morosow südlich Stalingrad (gefallen)

 

 

Gustav-Adolf Riebel war der Sohn des Oberforstmeisters Paul Riebel und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Seitz. Zu Beginn des 1. Weltkrieges im August 1914 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatztruppenteil vom 1. Pommersches Ulanen-Regiment von Schmidt Nr. 4 in Thorn. In dem aktiven Regiment wurde er dann während des gesamten Ersten Weltkrieges eingesetzt. Am 12. August 1915 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 27. Januar 1916 wurde er zum Leutnant befördert. Am 21. Mai 1916 hat er sein Patent als Leutnant erhalten. Am 1. Oktober 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er im Mai 1920 beim Reiter-Regiment 2 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 in das 2. (Preußische) Reiter-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er die nächsten Jahre als Eskadronoffizier eingesetzt. 1922 wurde sein Rangdienstalter als Leutnant auf den 1. Dezember 1915 festgelegt. Im Frühjahr 1923 gehörte er zur 2. Eskadron vom 2. (Preuß.) Reiter-Regiment in Lyck unter Rittmeister Kurt Feldt. Bei dieser wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 1. Mai 1927 wurde er in den Regimentsstab vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Potsdam versetzt, um dort unter Oberstleutnant Reinhard von Westrem zum Gutacker eingesetzt zu werden. 1929 gehörte er dann zur 1. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Potsdam unter Rittmeister Günther von Manteuffel. Ab 1930 gehörte er für einige Jahre zur 3. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Potsdam unter Rittmeister Kurt Schmelzer. Dort wurde er auch am 1. Februar 1932 zum Rittmeister befördert. Am 1. Januar 1933 wurde er als Nachfolger von Major Kurt Schmelzer zum Chef der 3. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Potsdam ernannt. Im April 1933 heiratete er Hilde Gruner. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht kam er am 1. Oktober 1934 zur Kraftfahr-Abteilung Potsdam, wobei er der Chef der 1. Kompanie wurde. Am 15. Oktober 1935 wurde er bei der Enttarnung der Einheiten als Chef der 1. Kompanie der Aufklärungs-Abteilung (mot.) 8 abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag als Adjutant (IIa) in den Stab der 3. Panzer-Division versetzt. In dieser Funktion wurde er am 1. März 1936 zum Major befördert. Ab dem 12. Oktober 1937 wurde er für ein halbes Jahr im Reichskriegsministerium (RKM) in Berlin eingesetzt. Am 25. März 1938 folgte seine Versetzung als Adjutant bzw. IIa in den Stab vom Generalkommando XVI. Armeekorps nach Berlin. Damit unterstand er jetzt bis zum 20. November 1938 dem Kommandierenden General Generalleutnant Heinz Guderian. Privat wohnte er die nächsten Jahre in der Graf-Spree-Straße 19 in Berlin W 35 und hatte die Telefonnummer 218191. Am 24. November 1938 wurde er zum Adjutant beim Chef der schnellen Truppen im OKH ernannt, wodurch er wieder dem nur kurz zuvor gewechselten General der Panzertruppen Heinz Guderian unterstand. In dieser Funktion erfolgte am 1. Juni 1939 seine Beförderung zum Oberstleutnant. Seine Telefonnummer änderte sich jetzt zur 213063. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er am 26. August 1939 in den Stab vom Generalkommando XXII. Armeekorps versetzt, mit dem er am Polenfeldzug teilnahm. Mitte Oktober 1939 wurde er als Adjutant zum Generalkommando XIX. Armeekorps versetzt. Er ersetzte den an einer im Polenfeldzug erlittenen Verwundung verstorbenen Oberstleutnant Robert Braubach und unterstand erneut General der Panzertruppen Heinz Guderian. Am 14. Oktober 1940 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Am 23. Februar 1941 wurde er zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 15 ernannt. Dieses Regiment führte er zuerst im Balkanfeldzug in den Kampf. Auch bei Beginn des Ostfeldzuges zum Sommerbeginn 1941 blieb er weiter der Kommandeur. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1941 zum Oberst befördert. Am 24. Dezember 1941 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 3. Januar 1942 wurde er zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 24 ernannt. Am 23. August 1942 ist er auf Höhe 118,0 3 Kilometer nördlich von Morosow und 32 Kiloemter südlich von Stalingrad gefallen. Er wurde durch ein Artilleriegeschoß in Rücken und Herz getroffen. Er wurde auf dem Staatsgut Prywolskij, 12 Kilometer nordwestlich von Zaza beerdigt. Posthum wurde er am 1. Dezember 1942 zum Generalmajor befördert.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983