Ullrich, Reinhard

 

* 4. Oktober 1890, Wanowitz, Oberschlesien

† 29. Oktober 1966, Schweinfurt

 

 

Reinhard Ullrich, jüngstes von sieben Kindern eines Landwirts, trat im Oktober 1905 in die Unteroffiziersschule Wohlau ein. 1906 wurde er aufgrund eines Unfalls während der Ausbildung als zeitweise dienstuntauglich entlassen und arbeitete nach seiner Genesung im Labor einer Zinkhütte. Am 13. Oktober 1909 trat er als Freiwilliger bei der 1. Kompanie des 3. Schlesisches Infanterie-Regiment Nr. 156 in Brieg ein. Am 1. Oktober 1912 wechselte er mit der gesamten Kompanie zum 9. Westpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 176 nach Thorn. Mit diesem Regiment ging er 1914 als Vizefeldwebel an die russische Front und nahm als Zugführer u.a. an den Kämpfen bei Gumbinnen und Tannenberg teil (Beförderung zum Feldwebel). Aufgrund von Schussverletzungen wurde er im Juli 1915 als nicht feldverwendungsfähig diagnostiziert. Deshalb kam er zum 2. Ersatz-Bataillon seines Regiments nach Preußisch-Stargard. Im Frühjahr 1917 wurde er bei der 233. Infanterie-Division im Infanterie-Regiment Nr. 450 in Frankreich als Zugführer und später auch als Kompanieführer eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Eisernen Kreuz 2. Klasse auch das Verwundetenabzeichens in Schwarz verliehen. Im Herbst 1919 nahm er an einem Offiziers-Vorbereitungslehrgang in Potsdam teil. Ab dem Frühjahr 1920 besuchte er die Kriegsschule Wünsdorf. Mit der Aufstellung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er in das 7. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Brieg übernommen. Im Herbst 1921 wurde er zum Leutnant befördert (Sein Patent wurde dabei auf den 19. 11.1915 datiert.) und zur 7. Kompanie des II. Gebirgsjäger-Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Hirschberg versetzt. Im Oktober 1923 nahm er am "Sachsenkrieg" teil. Am 1. April 1924 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Später absolvierte er eine Pionierausbildung in Küstrin. 1928 absolvierte er 3-monatigen Einsatz beim Wachregiment Berlin. Am 1. Februar 1932 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1932 zum Chef der 14. Kompanie vom 7. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Schweidnitz ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht erfolgte zum 1. Oktober 1934 die Verlegung der Kompanie nach Leobschütz. Dort war er jetzt Chef der 15. Kompanie vom Infanterie-Regiment Schweidnitz. Danach wohnte er jetzt privat in der Graf-Götzen-Straße 5 in Leobschütz. Bei der Enttarnung der Einheiten am 15. Oktober 1935 wurde er als Chef der 1. Kompanie beim I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 28 in Neisse eingesetzt. Am 1. März 1936 folgte in dieser Position seine Beförderung zum Major. Ab dem 12. Oktober 1937 wurde er als Adjutant beim Stab der Festungs-Kommandeur Breslau eingesetzt. Dort erfolgte zum 1. Juni 1939 seine Beförderung zum Oberstleutnant. Bei Beginn des 2. Weltkrieges wurde er im Spätsommer 1939 als Festungs-Kommandeur eingesetzt. Am 20. April 1940 wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 174 ernannt, das er dann in den Westfeldzug (Raum Lüttich) führte. Nach Ende des Frankreich-Feldzuges wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der Wehrkreis VIII.  Zum Jahreswechsel 1940/41 wurde er zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Arys ernannt. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Oberst befördert. Am 20. Januar 1945 erfolgte Verlegung der Kommandantur in den Raum Magdeburg. Zum 1. April 1945 wurde er noch zum Generalmajor befördert, die Ernennung erfolgte durch General Burgdorf am 10. April 1945 in der Reichskanzlei. Daraufhin folgt seine Versetzung in die Führerreserve Süd nach Rosenheim. Er erhielt kein neues Kommando mehr. Bei der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Bis zu seiner Entlassung am 10. Juni 1945 übernahm er die Aufgabe der deutschen Lagerleitung im Gefangenenlager Burghausen. Später war er langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der Kreisgemeinschaft Schweinfurt des Deutschen Soldaten- und Kriegerbundes sowie Präsident des DSKB in Bayern. Am 4. September 1954 hat er in dritter und letzter Ehe Margarete Krug geheiratet. Seine erste Ehefrau, Maria Beckmann, hatte er Anfang 1915 in Thorn geheiratet. Sie kam im Sommer 1918, während er an der Front war, durch einen Unfall ums Leben. Mit seiner zweiten Ehefrau, Martha Nowak, die er am 12. Januar 1920 in Tarnowitz heiratete, hatte er 4 Kinder. Die Ehe wurde kurz nach Kriegsende geschieden.