Utz, Willibald Johann Sebastian

 

* 20. Januar 1893, Furth im Wald

† 20. April 1954, Bad Reichenhall

 

 

Willibald Utz war der Sohn vom Oberbahnverwalter und Major a.D. Konrad Utz und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Wild. Er trat nach seinem Abitur am 1. Oktober 1913 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn". Bei diesem wurde er am 7. Januar 1914 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Am 1. Juli 1914 wurde er zum Fähnrich befördert. Als solcher wurde er zu Beginn des 1. Weltkrieges als Kompanieoffizier in der 3. Kompanie vom 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn" eingesetzt. Zuerst kam er beim Gefecht bei Delme am 20. August 1914 zum Einsatz. Vom 22. August 1914 bis zum 25. August 1914 wurde er bei der Schlacht bei Luneville eingesetzt. Am 25. August 1914 wurde er im Gefecht um Maixe am linken Bein leicht verwundet. Daher wurde er am 30. August 1914 zur 1. Ersatz-Kompanie des Ersatz-Bataillons vom 13. Infanterie-Regiment versetzt. Am 14. September 1914 wurde er wieder ins Feld zum aktiven Regiment entsendet. Am 16. September 1914 kehrte er wieder zu seiner 3. Kompanie zurück. Am 30. September 1914 wurde er mit Wirkung vom 19. September 1914 zum Leutnant ohne Patent befördert. Danach war er jetzt mit der 3. Kompanie bei den Kämpfen um die Maashöhen im Einsatz. Am 20. September 1914 war er beim Gefecht bei Hattonchatel im Einsatz. Ab dem 21. September 1914 folgten die Kämpfe bei St. Mihiel. Ab dem 28. Dezember 1914 wurde er als Führer der MG-Abteilung des Regiments eingesetzt. Ab dem 3. März 1915 wurde er wieder als Zugführer bei der 3. Kompanie des Regiments eingesetzt. Ab dem 29. April 1915 war er wieder Führer der MG-Abteilung des Regiments. Am 19. Mai 1916 wurde er mit Wirkung vom 20. Mai 1916 zur MG-Kompanie vom 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn" versetzt. Am 7. Juli 1916 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Vom 4. September 1916 bis zum 24. September 1916 wurde er zum MG-Ausbildungs-Kurs auf den Truppenübungsplatz Hammelburg kommandiert. Vom 29. September 1916 bis zum 5. November 1916 wurde er als stellvertretender Führer der MG-Kompanie seines Regiments verwendet. Ab dem 21. Oktober 1916 wurde er als Kompanieführer der 1. MG-Kompanie seines Regiments eingesetzt. Vom 22. Januar 1917 bis zum 27. Januar 1917 wurde er als stellv. MG-Offizier bei Stab des Regiments eingesetzt. Ab dem 18. April 1917 wurde er als Ordonanzoffizier zum Regimentsstab kommandiert. Am 1. Mai 1917 wurde er zum MG-Offizier beim Stab ernannt. Ab dem 11. September 1917 wurde er wieder als Kompanieführer der 1. MG-Kompanie vom 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn" eingesetzt. Am 9. Oktober 1917 hat er ein Patent als Leutnant vom 7. Januar 1913 erhalten. Am 6. April 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Vom 25. Juni 1918 bis zum 3. Juli 1918 wurde er als stellvertretender Bataillonsführer des II. Bataillons seines Regiments eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Vom 20. November 1918 bis zum 22. Dezember 1918 wurde er als stellvertretender Regimentsadjutant im 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn" eingesetzt. Ab dem 22. Dezember 1918 wurde er bis zum 22. Januar 1919 wieder als Kompanieführer der 1. MG-Kompanie seines Regiments verwendet. Vom 22. Januar 1919 bis zum 4. April 1919 war er an Gelenkrheumatismus erkrankt. Dabei wurde er vom 22. Januar 1919 bis zum 15. März 1919 in seine Heimatstadt beurlaubt. Am 15. März 1919 wurde er zum Studium nach Erlangen beurlaubt. Vom 22. April 1919 bis zum 6. Juni 1919 wurde er mit der Aufstellung einer Volkswehr-MG-Kompanie in Ingolstadt beauftragt. Vom 22. April 1919 bis zum 17. Juni 1919 wurde er dadurch als Kompanieführer der Sicherheits-Kompanie Utz eingesetzt. Vom 17. Juni 1919 bis zum 25. Juni 1919 wurde er als Ausbildungs-Offizier bei einem MG-Kurs der 1. Kompanie des Zeitfreiwilligen-Bataillon D der Reichswehr-Schützen-Brigade 21 verwendet. Vom 25. Juni 1919 bis zum 10. Juli 1919 war er Kompanieführer der 1. Kompanie des Zeitfreiwilligen-Bataillons D der Reichswehr-Schützen-Brigade 21. Vom 10. Juli 1919 bis zum 1. Oktober 1919 wurde er zur bayerischen Offiziersschule nach München kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1919 gehörte er nach der Auflösung der Offizierschule München zum Zeitfreiwiliigen-Bataillon der 21. Schützen-Brigade. Am 27. Oktober 1919 wurde er zum Reichswehr-Infaterie-Regiment 42 versetzt, wo er zum Depot-Bataillon Neuburg kommandiert wurde. Er wohnte dort in der 2. Etage der Herrenstraße 97 in Neuburg. Ab dem 20. Januar 1920 gehörte er zur 1. Kompanie des I. Bataillons vom Reichschwehr-Schützen-Regiment 42. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Übergangsheeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 noch immer zum Reichschwehr-Schützen-Regiment 42 der Reichswehr-Brigade 21. Mitte Juni 1920 erhielt er insgesamt vier Tage Sonderurlaub in seine Heimatstadt. Die ersten beiden, weil sein Vater im Sterben lag. Sein Vater starb am 17. Juni 1920, woraufhin erzwei weitere Tage erhielt. Am 21. August 1920 wurde er zur staatlichen Polizeiwehr Gruppe I in München kommandiert. Am 1. September 1920 nahm er seinen Abschied aus der Reichswehr.

An diesem 1. September 1920 und wurde er als Oberleutnant der Landespolizei in den Polizeidienst übernommen. Er wurde bei der 1. Hundertschaft der Landespolizei in München eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr war er deswegen nicht in der Stellenbesetzung nicht aufzufinden. Am 1. Januar 1921 wurde er wieder in der Reichswehr als aktiver Offizier angestellt. Er kam jetzt als Oberleutnant und als Kompanieoffizier zur 4. Kompanie vom 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment übernommen. Er wurde in den nächsten Jahren als Heeres-Bergführer eingesetzt. Jahrelang war er auch Leiter der Heeresbergführer-Ausbildung. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 wurde er bei der 12. (MG.) Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Kempten eingesetzt. Vom 23. Juni 1925 bis zum 19. November 1925 wurde er zum Lehrgang für Leibesübungen nach Wünsdorf kommandiert. Am 1. Januar 1926 wurde er dann als ranghöchster Offizier und Führer in die 11. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment nach Kempten versetzt. Vom 18. Oktober 1926 bis zum 16. November 1926 besucte er einen Kampfschul-Lehrgang auf dem Truppenübungsplatz Döberitz. Am 1. November 1926 wurde er bei dieser dann zum Hauptmann befördert. Damit wurde er dann auch zum Chef der 11. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Lindau ernannt. In dieser Funktion wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Vom 21. Februar 1929 bis zum 21. März 1929 wurde er zu den Winterübungen der Norwegischen Armee kommandiert. Vom 2. Februar 1930 bis zum 22. Februar 1930 wurde er zu einem Lehrgang für Leibesübungen nach Wünsdorf kommandiert. 1930 wohnte er privat im Pulverturmweg 87 in der Altstadt von Gross Lindau. Am 1. Februar 1931 wurde er in den Regimentsstab vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment nach München versetzt. Am 1. April 1932 wurde er in die 13. (Minenwerfer-) Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment ebenfalls in München versetzt. Von dort wurde er zum Stab des III. (Geb.Jäg.) Bataillons seines Regiments nach Kempten kommandiert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 wurde er zum Chef einer Kompanie des II. Ausbildungs-Bataillons vom Infanterie-Regiment München in Freising ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände nach der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er dann am 15. Oktober 1935 als Major zum Kommandeur des III. Bataillons vom Gebirgs-Jäger-Regiment 100 ernannt. 1936 wurde ihm das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse verliehen. Als Bataillonskommandeur wurde er am 1. März 1937 zum Oberstleutnant befördert. Am 10. Januar 1939 starb seine Mutter. Am 5. Mai 1939 wurde er als dienstältester Bataillonskommandeur und Nachfolger von Oberst Hubert Lanz zum Kommandeur vom Gebirgs-Jäger-Regiment 100 ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg Ende August 1939 gab er sein Kommando nicht ab. Mit seinem Regiment zog er dann zu Beginn des Krieges im Rahmen der 1. Gebirgs-Division in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Vom 31. Dezember 1939 bis zum 6. Januar 1940 wurde er zum Militärattaché nach Rom kommandiert. Zum 1. Februar 1940 wurde er zum Oberst befördert. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann in den Westfeldzug. Im November 1940 wechselte er mit seinem Regiment zur 5. Gebirgs-Division über. Im Frühjahr 1941 führte er sein Regiment dann in den Balkanfeldzug. Dabei kam er mit dem Gebirgsjäger-Regiment 100 auch bei der Eroberung von Kreta zum Einsatz. Am 11. Juni 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtbericht genannt: "An den Durchführungen der Operationen auf Kreta hatten der Kommandeur einer Gebirgsdivision, Generalmajor Ringel, sowie als Kommandeure von Gebirgsjägerregimentern die Obersten Utz, Jais und Krakau und der Kommandeur eines Gebirgsartillerieregiments, Oberstleutnant Wittmann, mit den ihnen unterstellten Truppen entscheidenden Anteil." Für die Leistungen seines Regiments wurde ihm dann am 21. Juni 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach dem Abschluss des Feldzuges wurde er dann mit seinem Regiment als Besatzungstruppe eingesetzt. Ende 1941 verlegte er mit dem Regiment in die Heimat. Vom 1. Dezember 1941 bis zum 8. Januar 1942 war er Leiter des Internationalen Militär-Ski-Spähtrupplaufs. Ursprünglich wurde der Zeitraum bis zum 1. März 1942 angegeben. Dafür wurde er wirtschaftlich dem Gebirgs-Jäger-Ersatz-Bataillon II./98 zugeteilt. Sein Vertreter beim Gebirgsjäger-Regiment 100 war Major Friedmann. Erst im Frühjahr 1942 führte er dann sein Regiment in den Nordabschnitt der Ostfront. Dort führte er das Regiment dann fast noch ein ganzes Jahr vor Leningrad. Im Februar 1943 gab er sein Kommando über das Gebirgs-Jäger-Regiment 100 ab und wurde am 18. Februar 1943 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der Wehrkreis VII. Er hielt sich dann für längere Zeit bei einer Kur auf. Dadurch wurde die bereits vom 29. März 1943 bis zum 22. April 1943 geplante Teilnahme am 3. Divisionsführerlehrgang nicht wirksam. Auch die mit Wirkung vom 15. März 1943 erfolgte Beauftragung mit der Führung der 717. Infanterie-Division wurde am 30. April 1943 mit Wirkung vom 10. März 1943 wieder aufgehoben. Am 25. April 1943 wurde er dann mit der Führung der neuen 100. Jäger-Division in Kroatien beauftragt. Diese Division führte er dann fast ein Jahr auf dem Balkan. Am 10. Juli 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1943 zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann zum Kommandeur der 100. Jäger-Division ernannt. Im Oktober 1943 führte er stellvertretend anscheinend kurzzeitig das XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps. Im Herbst 1943 führte er dann im Raum Kuc das Unternehmen 505 zur Vernichtung der kommunistischen Banden im südalbanischen und nordepirotischen Raum. Diese richteten sich auch gegen italienische Einheiten. Am 5. November 1943 begann das Unternehmen und am 10. November 1943 war er bereits abgeschlossen. Die Feindverluste betrugen: 144 gezählte Tote, davon waren 123 Albaner und zwei Engländer und 1.633 Gefangene (darunter 10 Albaner, der Rest Italiener verschiedener Truppenteile des italienischen AOK 9). Erbeutet bzw. vernichtet wurden 48 MG, 2 schwere Granatwerfer, 32 Lastkraftwagen (nicht fahrbereit). Demgegenüber betrugen die eigenen Verluste 2 Tote, einen Vermissten und 27 Verwundete. Am 26. November 1943 wurden 15 italienische Offiziere erschossen, darunter der Kommandeur der italienischen Bergtruppen und sein Chef des Stabes. Zum 1. Februar 1944 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Im Frühjahr 1944 verlegte er dann mit seiner Division in den Bereich der Heeresgruppe Nordukraine. Zum 1. Januar 1945 gab er sein Kommando über die 100. Jägerdivision ab und wurde dafür erneut in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte erneut der Wehrkreis VII. Am 9. Februar 1945 wurde er dann zum Kommandeur der 2. Gebirgs-Division ernannt. Das Kommando übernahm er am 13. Februar 1945 von Generalleutnant Hans Degen. Mit der 2. Gebirgs-Division wurde er dann an der Westfront eingesetzt. Am 22. März 1945 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Sein Kommando über die Division behielt er dann bis zur Kapitulation im Frühjahr 1945. Mit der Kapitulation geriet er am 8. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 25. Juni 1947 wieder entlassen. Am 10. Dezember 1952 heiratete er die drei Jahre jüngere Elvira Soutschek. Nicht einmal neun Jahre nach Kriegsende ist er in Bad Reichenhall gestorben. Er wurde dort auf dem Friedhof Sankt Zeno beerdigt.

 

Ritterkreuz (21. Juni 1941)