Wolfram, Eberhard

 

* 24. Juli 1882, Gerbstedt

+ 6. Januar 1947, Hamburg
 

 

Eberhard Wolfram trat am 7. April 1900 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und dann seine Bordausbildung auf der Kreuzerfregatte SMS Charlotte. Ab dem 1. April 1901 besuchte er die Marineschule, wo er am 19. April 1901 zum Fähnrich zur See ernannt wurde. Vom 28. September 1902 bis zum 31. März 1904 diente er auf dem Linienschiff SMS Kaiser Karl der Große, auf dem er am 27. September 1903 zum Leutnant zur See befördert wurde. Am 1. April 1904 wurde er als Kompanieoffizier in die II. Torpedo-Abteilung und am 1. April 1905 als Kompanieführer in die Minenkompanie versetzt. Hier wurde er zeitweise als Wach-Offizier auf den Torpedobooten S 106 und S 105 verwandt und am 10. Juni 1905 zum Oberleutnant zur See befördert. Ab dem 1. Oktober 1905 diente er in der II. Werft-Division als Kompanie-Offizier. Hier war er Kommandant der Torpedoboote S 25 und S 35. Eberhard Wolfram trat am 1. April 1937 eine Reise nach Shanghai an, um beim dortigen Ostasiengeschwader für zwei Jahre Stationsdienst als Wachoffizier auf dem Kanonenboot SMS Tiger zu leisten. Am 5. Juni 1909 trat er seine Heimreise an und kehrte am 20. Juli 1909 nach Deutschland zurück. Nach seiner Rückkehr wurde er in der II. Werft-Division als Kompanie-, bzw. Gerichtsoffizier eingesetzt und am 20. April 1910 zum Kapitänleutnant befördert. Ab dem 1. April 1911 war er als Wachoffizier auf dem Großlinienschiff SMS Westfalen eingesetzt, bis er am 30. September 1913 wieder als Kompanieführer in die Minenabteilung zurückkehrte. Zwischen dem 10. Mai und dem 23. Juni fungierte er gleichzeitig als Chef der III. Minensuchdivision. Dieses Kommando übernahm er am 2. August 1914. Er führte die III. Minensuch-Division (ab 1, Oktober 1916 III. Minensuchflottille) den gesamten Ersten Weltkrieg hindurch und darüber hinaus. Am 16. April 1919 wurde der Verband in III. Nordsee-Minensuchflottille umbenannt. Am 26. September 1919 wurde er als Stabsoffizier im Stab der Festungskommandantur Wilhelmshaven eingesetzt und dort am 29. November 1919 zum Korvettenkapitän befördert. Vom 16. März bis zum 31. Mai 1920 wurde er zur Verfügung des Chefs der Admiralität gestellt und beurlaubt. Anschließend kehrte er als Stabsoffizier im Stab in die Kommandantur Wilhelmshaven zurück. Am 1. April 1922 erfolgte die Versetzung in die Marineleitung als Referent in der Nautischen Abteilung. Vom 13. Oktober 1924 bis zum 9. Februar 1928 war Eberhard Wolfram Chef der Zentralabteilung der Marinewerft Wilhelmshaven und wurde als solcher am 1. Mai 1925 zum Fregattenkapitän und am 1. Januar 1928 zum Kapitän zur See befördert. Ab dem 10. Februar 1928 fungierte er innerhalb der Marineleitung als Chef des Stabes des Allgemeinen Marineamtes und zugleich als Chef der Werft-Abteilung. Am 16. Oktober 1930 stellte man ihn zur Verfügung des Chefs der Marineleitung. Am 31. Januar 1931 wurde Eberhard Wolfram unter Verleihung des Charakters als Konteradmiral aus dem Militärdienst verabschiedert.
Am 1. Januar 1939 wurde Eberhard Wolfram zur Verfügung der Kriegsmarine gestellt. Am 28. September 1939 wurde er zum Führer der Vorpostenboote West ernannt. Am 1. Februar 1940 erhielt er sein Patent als Konteradmiral verliehen und ab dem 6. April 1940 fungierte er als Befehlshaber der Sicherung der Nordsee. Als solcher wurde er am 27. Mai 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und am 1. April 1942 zum Vizeadmiral befördert. Am 4. April 1943 stellte man ihn zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine und verabschiedete ihn am 30. Juni 1943 aus dem aktiven Dienst.

 

Literatur und Quellen:

Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990