Ziegenrücker, Friedrich

 

* 29. Mai 1880, Stettin + 13. Februar 1958, München  

 

Friedrich Ziegenrücker war der Sohn des geheimen Kriegsrates im Kreis Minden Wilhelm Ziegenrücker und seiner Frau Marie, geborene Büttner. Nach seinem Abitur trat er am 1. Oktober 1899 als Fahnenjunker in das kaiserliche Pionier-Bataillon 2 ein. Am 14. August 1900 wurde er zum Fähnrich ernannt und am 18. Januar 1901 zum Leutnant befördert. Am 1. Oktober 1904 wurde Leutnant Ziegenrücker an die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule in Charlottenburg bei Berlin kommandiert. Zu den Lerninhalten gehörten die Fächer Artillerie- und Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Chemie, Physik, Terrainlehre, Taktik, Kriegsgeschichte, Pferdekenntnis, Zeichnen, Englisch, Französisch, sowie Übungen im Terrainaufnehmen und Besuche der technischen Artillerie-Institute. Die Teilnahme an der Ausbildung war für die Absolventen freiwillig, der Unterrichtsbesuch für das Bestehen allerdings erforderlich, zumal vom Bestehen der Prüfungen wiederum entsprechende Beförderungen abhängig gemacht waren. Einigen Absolventen wurde auch der Besuch großer Industriewerke ermöglicht. Am 1. Oktober 1907 wurde Leutnant Ziegenrücker dann in das Pionier-Bataillon 23 versetzt und am 18. Oktober 1909 zum Oberleutnant befördert. Am 26. April 1908 hatte Friedrich Ziegenrücker Gertrud Wechselbaum geheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, Gertrud Ziegenrücker verstarb bereits am 12. März 1924. Am 1. Oktober 1909 folgte die Kommandierung an die Militärtechnische Akademie in Charlottenburg bei Berlin. Im Anschluß wurde Ziegenrücker zur 3. Ingenieurs-Inspektion versetzt und an die Festung Ulm versetzt. Am 18. Dezember 1913 zum Hauptmann befördert, folgte am 18. Oktober 1913 die Versetzung in das Pionier-Bataillon 19, in dem er am 22. März 1914 zum Kompaniechef ernannt wurde. Am 7. Dezember 1915 wurde er Führer der Minenwerfer-Kompanie 117. Am 23. Mai 1916 wurde Ziegenrücker Führer der Armee-Minenwerferschule 4 und am 16. Juli 1916 Führer der Minenwerfer-Kompanie 405. Am 22. Oktober 1916 übernahm er erneut die Führung der Armee-Waffenschule 4, bevor er am 28. Januar 1917 Kommandeur des Pionier-Bataillons der 208. Infanterie-Division wurde. Am 29. September 1918 wurde er dann noch Kommandant des Minenwerfer-Bataillons 10. Am 25. Januar 1919 übernahm er das Kommando über das Pionier-Bataillon 2 und am 1. Mai 1919 Führer der Minenwerfer-Batterie. Am 1. August 1919 wurde er in die Abwehrstelle des Pionier-Bataillons 2 versetzt und am 17. November 1919 Leiter dieser Stelle. Am 9. April 1920 wurde er mit dem Charakter als Major verabschiedet. Am 24. März 1926 heiratete Friedrich Ziegenrücker Lena Peters. Aus der Ehe gingen drei Söhne und zwei Töchter hervor.
Von Mai 1925 bis 30. September 1933 war Friedrich Ziegenrücker Angestellter im Reichsdienst. Am 1. Oktober 1935 wurde er als Oberstleutnant beim Stellvertretenden Wehrkreiskommando II in Stettin angestellt. Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Am 15. Mai 1934 wurde er zum Oberstleutnant a.D. befördert und am 1. August 1934 zur Reichswehr-Werbestelle Stettin-Randow versetzt. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung der L-Offiziere in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen. Da E-Offiziere höchstens Oberst werden konnten, musste vor einer Beförderung zum General eine formelle Reaktivierung stattfinden. Am 1. November 1936 kehrte er zum stellvertretenden Wehrkreis-Kommando II zurück und wurde am 1, Februar 1938 zum Oberst (E) befördert. Am 1. Juni 1941 wurde Friedrich Ziegenrücker in das aktive Offizierskorps übernommen und am 1. Februar 1943 zum Generalmajor befördert. Am 30. April 1943 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet und z.V. gestellt. Am 31. August 1943 wurde die z.V.-Stellung aufgehoben.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe

Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955