Ehrhardt, Johannes Wilhelm

 

* 22. November 1865, Schleswig

† 22. Dezember 1946, unbekannt

 

 

Johannes Ehrhardt war der Sohn vom späteren Oberst Johann Ludwig Ehrhardt und dessen Ehefrau Emilie Wilhelmine Thekla, geborene Müller. Er trat nach seiner Kadettenausbildung am 15. April 1884 als Sekondeleutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Haupt-Kadettenanstalt in Groß Lichtrfelde an das Infanterie-Regiment Prinz Carl (4. Großherzoglich Hessisches) Nr. 118 überwiesen. Dabei wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 3. Kompanie seines Regiments in Mainz verwendet. Im Herbst 1885 wurde er in gleicher Funktion in die 4. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. 1888/89 wurde er als Nachfolger von Sekondeleutnant Friedrich von Wachter zum Adjutant des I. Bataillons seines Regiments in Mainz ernannt. 1890/91 wurde er durch Premierleutnant Hans von Redern als Bataillonsadjutant abgelöst. Er wurde jetzt wieder als Kompanieoffizier in der 3. Kompanie seines Regiments in Mainz verwendet. 1891/92 wurde er wieder als Nachfolger von Premierleutnant Friedrich von Wachter zum Regimentsadjutant vom 4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment "Prinz Carl" Nr. 118 in Mainz ernannt. Als solcher wurde er am 17. September 1892 zum Premierleutnant befördert. Als Regimentsadjutant in Mainz wurde er Ende 1895 durch Premierleutnant Hermann Cotta abgelöst. Ab dem 14. Dezember 1895 war er als Nachfolger von Hauptmann Bode Adjutant der 30. Infanterie-Brigade in Koblenz. Etatmäßig gehörte er zur Leibkompanie seines Regiments. Am 18. November 1897 (D7d) wurde er als solcher auch zum Hauptmann befördert. Er heiratete am 14. Dezember 1898 (standesamtlich) und am 15. Dezember 1898 (kirchlich) die über neun Jahre jüngere Irmgard Elisabeth Therese Natalie von Klingspor, Tochter vom des Kommandanten von Magdeburg, Generalmajor Leo Robert Heinrich von Klingspor, in Magdeburg. Danach wurde Johannes Ehrhardt am 27. Januar 1899 als Nachfolger von Hauptmann von Puttkamer zum Chef der 10. Kompanie im Infanterie-Regiment Nr. 140 in Inowrazlaw ernannt. Am 18. Juli 1902 wurde er durch Hauptmann Böhme als Chef der 10. Kompanie vom inzwischen zum 4. Westpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 140 umbenannten Regiment abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag als Nachfolger von Major Freiherr von Troschke zum Adjutant des Generalkommandos des II. Armeekorps in Stettin ernannt. Hier erfolgte am 18. November 1905 (S) die Beförderung zum überzähligen Major und am 24. März 1909 durch Major von Oppen als Nachfolger abgelöst. Dafür wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant von Wallenberg die Ernennung zum Kommandeur des II. Bataillons vom 5. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 165 in Bad Blankenburg ernannt. Am 1. Oktober 1912 (N) zum Oberstleutnant befördert, wurde er am gleichen Tag als Oberstleutnant beim Stab zum Regimentsstab vom 9. Lothringischen Infanterie-Regiment Nr. 173 nach St. Avold versetzt. Seine Nachfolge als Bataillonskommandeur in Bad Blankenburg trat Major Graf von Matuschka Freiherr von Toppolczan und Spaetgen an. Am 2. August 1914 wurde er dann Kommandeur des Landwehr-Infanterie-Regiments 25 und als solcher am 19. August 1914 zum Oberst befördert. Ab dem 5. Juni 1916 war er Kommandeur der 27. Reserve-Infanterie-Brigade und am 18. Dezember 1917 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 4. Juli 1918 wurde er schließlich Kommandeur der 105. Infanterie-Division und am 29. Januar 1919 Kommandeur der 86. Infanterie-Brigade. Am 1. Oktober 1919 wurde er zwecks späterer Verwendung im neuen Heer zu den Offizieren von der Armee versetzt und zunächst dem Wehrkreiskommando I in Königsberg zur Verfügung gestellt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr war er Mitte Mai 1920 Infanterieführer der Reichswehr-Brigade 1. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er schließlich Infanterieführer I in Allenstein. Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant zum 1. Oktober 1921 wurde Johannes Ehrhardt am 31. Dezember 1921 aus dem aktiven Militärdienst entlassen. Sein Nachfolger als Infanterieführer I wurde Generalmajor Hugo van den Bergh.

Er hatte mehrere Geschwister:
Sein älterer Bruder war der am 30. Oktober 1864 in Wesel geborene Johann Ludwig Bernhard Wilhelm Eberhardt. Dieser wurde Prediger. Er heiratete am 3. Juni 1893 die über sechs Jahre jüngere Antonie Maria emilie Karoline von Hombergk zu Vach, Tochter des Majors z.D. Eduard Karl Ernst Albrecht von Hombergk zu Vach, in Darmstadt. Er starb am 23. Februar 1938 als Ober-Hofprediger im Ruhestand im Alter von 73 Jahren im Elisabethenstift in Darmstadt.
Sein jüngerer Bruder war der am 1. Januar 1868 in Glogau geborene Carl Edwin Johannes Ehrhardt. Auch dieser schlug die Laufbahn als Infanterieoffizier ein. Er kam dabei im Frühjahr 1888 als charakterisierter Portepeefähnrich zum 4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment "Prinz Carl" Nr. 118. Bei diesem wurde er am 13. Dezember 1888 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Er wurde danach anfangs als Kompanieoffizier in der 2. Kompanie seines Regiments in Mainz verwendet. Er heiratete am 29. September 1893 als Sekondeleutnant vom 4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 118 die nur einen Monat ältere Elisabeth Mathilde Jacobine Repler, Tochter des Rentiers Friedrich Gottlieb Repler, in Darmstadt. Nur wenig später wurde er als Nachfolger von Sekondeleutnant Wagner zum Adjutant des I. Bataillons seines Regiments in Worms ernannt. Als slcher wurde er am 27. Januar 1897 (S7s) zum Premierleutnant befördert. Im Herbst 1897 wurde er in die 8. Kompanie seines Regiments in Worms versetzt. Sein Nachfolger als Bataillonsadjutant wurde Sekondeleutnant Baither. Er wurde kurz darauf als Nachfolger von Premierleutnant Carl Pennrich als Adjutant zum Bezirkskommando vom Landwehrbezirk Worms kommandiert. Etatmäßig wurde er anfangs weiter in der 8. Kompanie geführt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant ernannt. Als solcher wurde er etatmäßig in die 5. Kompanie seines Regiments versetzt, blieb aber weiter als Adjutant zum Landwehrbezirk Worms kommandiert. Als Nachfolger von Oberleutnant Theodor Pennrich wurde er zum Regimentsadjutant vom 4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment "Prinz Carl" Nr. 118 in Worms ernannt. Sein Nachfolger als Adjutant des Landwehrbezirks in Worms wurde Leutnant Suntheim. Er heiratete in zweiter Ehe am 3. Oktober 1901 als Oberleutnant und Regimentsadjutant aus Worms die über fünfeinhalb Jahre jüngere Marie Therese Louise Wolf, Tochter des praktischen Arztes Dr. med. Ernst Christian Wilhelm Oskar Wolf, in Frankfurt am Main. Am 15. September 1904 (E3e) wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann als Nachfolger von Hauptmann Attila von Pestel zum Chef der 12. Kompanie vom 4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment "Prinz Carl" Nr. 118 in Worms ernannt. Sein Nachfolger als Regimentsadjutant wurde Oberleutnant Schön. Anfng September 1907 wurde er erneut durch Hauptmann Schön abgelöst. Er wurde dafür als Nachfolger von Hauptmann Pennrich zum Chef der Leib-Kompanie ebenfalls in Worms ernannt. Auch diese Position behielt er wieder mehrere Jahre. 1911/12 wurde er zum Chef der 7. Kompanie vom 4. Badisches Infanterie-Regiment "Prinz Wilhelm" Nr. 112 in Mülhausen im Elsaß ernannt. Gleichzeitig wurde sein Patent als Hauptmann auf den 28. Januar 1901 vordatiert. Seine Nachfolge als Chef der Leib-Kompanie in Worms tritt dafür Hauptmann Staubesand an. Am 18. Dezember 1912 (Bb) ist er unter gleichzeitiger Beförderung zum überzähligen Major zum Stab vom 4. Badisches Infanterie-Regiment "Prinz Wilhelm" Nr. 112 ebenfalls in Mülhausen im Elsaß übergetreten. Chef der 7. Kompanie des Regiments wurde Hauptmann Richarz. Beim Regimentsstab verblieb er bis zum Frühjahr 1914. Zum Ende des Krieges war er Kommandeur vom Reserve-Infanterie-Regiment 70. Er starb am 20. Februar 1918 in Frankfurt am Main.
Ein weiterer jüngerer Bruder war der am 5. August 1869 in Glogau geborene Franz Hermann Ernst Ehrhardt. Auch dieser schlug die Laufbahn als Infanterieoffizier ein. Er kam dabei im Frühjahr 1888 als charakterisierter Portepeefähnrich zum 3. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117 in Mainz. Bei diesem wurde er am 15. Oktober 1888 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Er wurde danach anfangs als Kompanieoffizier in der 9. Kompanie in Mainz eingesetzt. Im Herbst 1891 wurde er in gleicher Funktion in die 7. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1893 wurde er als Kompanieoffizier in die 2. Kompanie des Regiments ebenfalls in Mainz versetzt. Er heiratete als Sekondeleutnant vom 3. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117 am 5. Mai 1894 die über zwei Jahre ältere Bertha Freiin von Diemar, Tochter des Großherzoglich Oberamtsrichter Bernhard Freiherr von Diemar. Im Herbst 1894 wurde er in gleicher Funktion in die 3. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1895 wurde er als Kompanieoffizier in die 4. Kompanie seines Regiments ebenfalls in Mainz versetzt. Am 22. März 1897 wurde er zum Premierleutnant befördert. Er wurde jetzt als Kompanieoffizier wieder in die 7. Kompanie seines Regiments versetzt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant ernannt. Er wurde kurz darauf zur Gewehrfabrik nach Erfurt kommandiert. Im Herbst 1899 wurde er als Kompanieoffizier in die 3. Kompanie seines Regiments ebenfalls in Mainz versetzt. Am 18. April 1901 wurde sein Abschied mit Pension und Armeeuniform bewilligt. Im 1.Weltkrieg wurde er als Hauptmann wieder eingezogen. Seine private Anschrift war damals die Kreuzbergstraße 27/28 in Berlin. Er ist an der Rospuda am 2. Oktober 1914 als Angehöriger vom Königlich Preußisches 2. Reserve-Infanterie-Regiment gefallen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Dermon Bradley: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Band 3 Dahlmann - Fritzlaff, Biblio-Verlag 1994