Pistorius, Robert

 

* 23. Mai 1896, Berlin

† 27. Juni 1944, bei Witebsk (gefallen)

 

Robert Pistorius trat am 14. März 1914 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Niederschlesisches Pionier-Bataillon Nr. 5. Bei diesem wurde er am 4. Januar 1915 zum Leutnant befördert. Er wurde dann später auch als Flugzeugbeobachter eingesetzt. 1918 geriet er dann in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1919 wieder zurück kam. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet. Außerdem wurden ihm im Ersten Weltkrieg neben beiden Eisernen Kreuze noch weitere Auszeichnungen verliehen. Er wurde dann als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Patent wurde dabei auf den 1. April 1915 datiert. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Pionier-Bataillon 9. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 2. (Preuß.) Pionier-Bataillon. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Kompanieoffizier eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er dabei zur 1. Kompanie vom 2. (Preuß.) Pionier-Bataillon in Stettin. Am 1. November 1924 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Am 1. Februar 1926 wurde er dann zur Kommandantur der Festung Glogau versetzt. Dort wurde er dann ca. anderthalb Jahre eingesetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann anscheinend aus der Reichswehr verabschiedet. Anscheinend wurde er jetzt zur geheimen Pilotenausbildung in die Sowjetunion kommandiert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann wieder in die Reichswehr übernommen. Er wurde jetzt anfangs als Kompanieoffizier im 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Am 1. April 1929 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1929 als Chef der 2. Kompanie wieder zum 2. (Preuß.) Pionier-Bataillon nach Stettin versetzt. Diese Position behielt er dann für vier Jahre. Am 1. Oktober 1933 wurde er dann in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Am 1. Oktober 1934 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Major zur Luftwaffe versetzt. Dort wurde er die nächsten Jahre im Reichsluftfahrtministerium (RLM) in Berlin eingesetzt. Dort wurde er dann am 1. Oktober 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1938 wurde er dann zum Kommandeur der Aufklärungsgruppe 52 ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1939 zum Oberst befördert. Am 1. April 1939 wurde er dann zum Kommandeur der Aufklärungsgruppe 14 ernannt. Gleichzeitig wurde er auch zum Fliegerhorst-Kommandant Vöslau bzw. Kottingbrunn ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er im Sommer 1939 zum Kommandeur der Luftwaffe der 14. Armee ernannt. Damit wurde er dann im Polenfeldzug eingesetzt. Bei der Umbenennung der Armee zur 12. Armee während der Verlegung in den Westen gab er sein Kommando dann ab. Er wurde dann Ende Oktober 1939 zum Kommandeur die Annahmestelle 4 für Offiziersanwärter der Luftwaffe in Wien ernannt. Anfang August 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Flieger-Ausbildungs-Regiment 11 ernannt. Dabei wurde er gleichzeitig zum Fliegerhorst-Kommandant Schönwalde ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1941 zum Generalmajor befördert. Ende September 1942 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur der Luftwaffen-Feld-Division 3 ernannt. Diese führte er dann ab November 1942 im Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzt. Am 1. Juli 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. November 1943 wurde er dann in das Heer versetzt. Dort wurde er dann vorerst weiter als Kommandeur der Luftwaffen-Feld-Division 3 im Raum Witebsk verwendet. Mit der Auflösung seiner Division Ende Januar 1944 musste er sein Kommando abgeben. Er wurde dafür jetzt zum Kommandeur der 4. Feld-Division (L) ebenfalls im Raum Witebsk ernannt. Am 2. Mai 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Bei der russischen Sommeroffensive im Juni 1944 wurde er mit der Division überrollt und ist bei den folgenden Kämpfen auch gefallen.