Freiherr von Schleinitz, Wolf-Dietrich

 

* 18. November 1899, Schwerin

† 25. April 1963, Wasserburg/Bodensee

 

Wolf-Dietrich Freiherr von Schleinitz trat am 1. Mai 1917 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er zum 2. Garde-Regiment zu Fuß. Bei diesem wurde er am 5. Mai 1918 zum Leutnant ohne Patent befördert. Er wurde als solcher dann als Kompanieoffizier im 2. Garde-Regiment zu Fuß eingesetzt. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges wurde er dann als Zugführer in diesem Regiment an der Front eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann anfangs im Freikorps eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann bei der Heeres-Friedenskommission (Heeres-Friko) eingesetzt. Am 1. Juli 1922 ist er dann aus dem Heer ausgeschieden.

In der Folge wurde er als L-Offizier im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin eingesetzt. Später kam er dann als solcher zum Stab der 3. Division der Reichswehr ebenfalls in Berlin. Am 17. Mai 1923 hat er Hildegard von Roques geheiratet. Am 1. Oktober 1923 trat er dann wieder als aktiver Offizier in die Reichswehr ein. Sein Patent als Leutnant wurde dabei auf den 1. Februar 1921 datiert. Er kam jetzt anfangs als Kompanieoffizier zur 3. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment nach Braunschweig. 1924/25 wurde er dann in die 2. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment ebenfalls in Braunschweig versetzt. Am 1. Mai 1926 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1926 zur 16. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment nach Celle versetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann zum Adjutant des Ausbildungs-Bataillons vom 17. Infanterie-Regiment in Celle ernannt. Diese Funktion übte er dann drei Jahre aus. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann zur 10. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment nach Goslar versetzt. Von dort wurde er dann für die nächsten Jahre zur 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Dort absolvierte er jetzt seine Führergehilfenausbildung. Dabei wurde er am 1. Dezember 1933 zum Hauptmann befördert. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Juli 1935 zum Generalstab beim Kommando der Panzertruppen versetzt. Zum 1. Oktober 1937 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er ab dem 12. Oktober 1937 als Kompaniechef im Panzer-Regiment 6 in Neuruppin eingesetzt. Am 10. November 1938 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 4. Panzer-Division in Würzburg ernannt. In dieser Funktion wurde er dann auch zu Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 im Polenfeldzug eingesetzt. Dabei wurde er am 9. September 1939 durch Artillerie verwundet. Nach seiner Genesung wurde er dann ab dem 1. November 1939 als Lehrer für Zusammenwirken der Luftwaffen- und Panzer-Truppen an der Luftkriegsakademie Berlin-Gatow und gleichzeitig als Taktiklehrer für Einsatz und Verwendung von Panzerdivisionen und motorisierten Verbänden bei den Generalstabslehrgängen in Dresden eingesetzt. Zum 1. Januar 1940 wurde er zum Oberstleutnant i.G. befördert. Am 2. Juni 1940 wurde er dann während des Westfeldzuges zum Ia vom Generalkommando XXXIX. Armeekorps ernannt. Nach dem Ende vom Frankreichfeldzug verblieb er mit dem Stab im besetzten Frankreich. Im Frühjahr 1941 nahm er dann als Ia vom XXXIX. Armeekorps auch am Balkanfeldzug teil. Zum Sommerbeginn 1941 verlegte er mit dem Generalkommando für den Ostfeldzug in den Bereich der Panzergruppe 3. Am 1. August 1941 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XXXXVI. Armeekorps ernannt. Mit diesem wurde er jetzt im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland eingesetzt. Zum 1. März 1942 wurde er zum Oberst i.G. befördert. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er dann am 14. Juni 1942 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XXXXVI. Panzerkorps ernannt. Am 9. August 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Mitte Juli 1943 wurde er abgelöst. Er wurde dafür jetzt zum Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt. Dort wurde er dem Generalstab des Heeres als Verbindungsoffizier zur Seekriegsleitung und Vertreter des Chef des Generalstab des Heeres beim Oberbefehlshaber der Marine zugeteilt. Als solcher wurde er zum 1. Juli 1944 zum Generalmajor befördert. Diese Position behielt er dann bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Frühjahr 1945. Bei der Kapitulation Anfang Mai 1945 geriet er dann in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er Ende Februar 1948 wieder entlassen.

Ende Mai 1956 trat er dann als Brigadegeneral der Bundeswehr bei. Dabei absolvierte er dann bis zum 31. Januar 1957 Lehrgänge in Sonthofen und Germersheim sowie verschiedene Truppenkommandos. Ab dem 1. Februar 1957 wurde er dann als Militärattaché in Washington eingesetzt. Am 31. März 1962 ist er dann als Brigadegeneral aus der Bundeswehr ausgeschieden.