Seebohm, Georg Heinrich

 

* 5. Juli 1884, Burghaun, Bezirk Kassel 

† 10. Juni 1970, Gehrden bei Hannover

 

 

Georg Seebohm war der Sohn des Apothekenbesitzers Hermann Paul Seebohm und dessen Ehefrau Emma Catharina Elisabeth, geborene Hocke. Er trat er am 1. März 1904 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ostfriesisches Infanterie-Regiment "Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig" Nr. 78 nach Osnabrück. Bei diesem wurde er am 15. September 1904 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1905 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 17. Februar 1904 (T) datiert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 9. Kompanie seines Regiments in Aurich eingesetzt. Im Herbst 1907 wurde er in gleicher Funktion in die 2. Kompanie seines Regiments nach Osnabrück versetzt. 1909/10 wurde er zur Unteroffiziersvorschule nach Annaburg versetzt. Dort wurde er mit der Uniform seines bisherigen Regiments als Kompanieoffizier bei der 1. Kompanie verwendet. Dort wurde er am 18. Februar 1913 (E7e) zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1913 wurde er zur Unteroffizierschule nach Ettlingen bei Karlsruhe versetzt. Dort wurde er weiterhin mit der Uniform seines früheren Regiments als Kompanieoffizier bei der 3. Kompanie verwendet. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges kam er Anfang August 1914 zur Unteroffizierschule Weißenfels an der Saale. Ab dem 1. Dezember 1914 war er Kompaniechef im Reserve-Infanterie-Regiment 259. Am 24. Dezember 1914 wurde er dort zum Hauptmann befördert. Ab April 1917 wurde er als Kommandeur des III. Bataillons vom Reserve-Infanterie-Regiment 259 eingesetzt. Ab Juli 1918 war er Kommandeur des III. Bataillons vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuze noch einige weitere Auszeichnungen, wie das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und das Hanseatenkreuz, verliehen. Im Frühjahr 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Anfangs gehörte er zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 78 der Reichswehr-Brigade 39. Ab dem 1. Oktober 1919 kam er als Kompaniechef zur Unteroffizierschule Northeim bei Göttingen. Im Frühjahr 1920 wurde er als Kompaniechef in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 20 versetzt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er weiterhin zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 20 der Reichswehr-Brigade 10. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 27. September 1920 mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 als Kompaniechef in das Infanterie-Regiment 17 übernommen. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Hauptmann vom 24. Dezember 1914 (20) zugewiesen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 wurde er mehrere Jahre als Hauptmann beim Stabe beim Stab des II. (Preuß.) Bataillons vom 17. Infanterie-Regiment in Göttingen eingesetzt. Mitte der 20iger Jahre wurde er als Adjutant zur Infanterieschule nach Dresden kommandiert. 1926/27 wurde er etatmäßig in den Stab vom 8. (Preußisches) Reiter-Regiment nach Oels versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1927 (22) auch zum Major befördert. Als solcher gehörte er im Frühjahr 1928 zum Stab der 1. Kavallerie-Division in Frankfurt an der Oder. Dort wurde er anscheinend als Leiter der Abwehrstelle eingesetzt. Am 1. November 1930 wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant Theodor Groppe zum Kommandeur des I. (Preuß.) Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Paderborn ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1931 (12) zum Oberstleutnant befördert. Am 31. Januar 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurde ihm der Charakter als Oberst verliehen. Sein Nachfolger als Bataillonskommandeur in Paderborn wurde Major Werner Sanne.

Am 1. März 1936 wurde er als Ergänzungsoffizier wieder in der Wehrmacht angestellt. Als Oberstleutnant (E) wurde er zum Ausbildungsleiter in Celle ernannt, wodurch er dem Landwehr-Kommandeur Hannover unterstand. Als solcher wurde er am 1. Juni 1938 (13) zum Oberst (E) befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 348 ernannt. Mit diesem wurde er bereits kurz nach der Aufstellung im Verband der 216.Infanterie-Division im Grenzschutz in der Eifel eingesetzt. 1941 wurde er zum Kommandant der Kreiskommandantur 505 (KK 505) in La Roche sur Yon - Vendée ernannt. 1942 wurde er Kommandant der Feldkommandantur 752 (FK 752) in Quimper -Finistère ernannt. Am 1. März 1943 wurde er Kommandant der Feldkommandantur 748 (FK 748) in Rennes - Ile et Vilaine. Als solcher wurde er zum 1. April 1943 unter Übernahme zum aktiven Offizierkorps zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1943 wurde er zum Kommandant der Feldkommandantur 540 (FK 540) in La Rochelle - Charentes Maritime ernannt. Am 30. Juni 1944 nahm er seinen Abschied aus der Armee. Über eine Gefangenschaft bei Ende des 2. Weltkrieges ist nichts bekannt. Er heiratete am 18. Janur 1946 die fast siebzehn Jahre jüngere Karoline Stöter.

Aus der am 28. August 1881 in Zennern geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er auch noch mindestens eine Schwester:
Die am 23. Juni 1882 in Burghaun geborene Schwester erhielt den Namen Auguste Katharine Emilie Seebohm.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Militär-Wochenblatt