Siewert, Curt Carl

 

* 5. April 1899, Oberförsterei Ratzeburg, Kreis Ortelsburg (Ostpreußen)

† 13. Juni 1983, Hannover

 

Curt Siewert war das älteste Kind des Staatlichen Forstmeisters Carl Siewert und dessen etwa zehn Jahre jüngeren Ehefrau Meta Lina, georene Harnisch. Er trat nach seinem Abitur am 27. Dezember 1916 als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Dabei kam er zum 4. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich I" Nr. 5. Vom 30. August 1917 bis zum 20. September 1917 besuchte er einen MG-Ausbildungs-Kursus. Bei diesem wurde er dann nach dem Besuch der Kriegsschule am 1. Februar 1918 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 4. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich I" Nr. 5 eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr im Frühjahr 1920 wurde er dann im Reichswehr-Schützen-Regiment 4 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 5. (Preußisches) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Kompanieoffizier eingesetzt. Zeitweise war er zur Küstenwehrabteilung 1 kommandiert. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnat vom 1. Februar 1918 (9) zugewiesen. Ab dem 1. Oktober 1923 gehörte er dann zur 12. (MG.) Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Rostock. Privat wohnte er damals in der Kaserne in der Ulmenstraße in Rostock. Sein Vater starb am 20. Dezember 1924. Vom 16. Februar 1925 bis zum 21. März 1925 wurde er zu einem Nachrichten-Lehrgang kommandiert. Er heiratete am 28. Februar 1925 die über ein Jahr ältere Sekretärin Hertha Gertrud Elisabeth Mottau, Tochter vom Felartillerieoffizier Oberstleutnant Carl Wilhelm Franz Mottau, in Berlin-Lichterfelde. Trauzeugen waren der 44jährige Fregattenkapitän a.D. Otto Brauer und der 31jährige Kapitänleutnant a.D. Wilhelm Löwe. Am 31. Juli 1925 wurde er dann bei dieser zum Oberleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (650) festgelegt. Als solcher wurde er dann 1925/26 zum Adjutant des III. Bataillons vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Rostock ernannt. Diese Funktion übte er dann mehrere Jahre aus. Vom 21. Juni 1926 bis zum 29. Juli 1926 wurde er zur Kraftfahr-Ausbildung kommandiert. Vom 3. Oktober 1927 bis zum 15. Februar 1928 besuchte er einen Offizier-Waffenschullehrgang. Sein ältester Sohn Hans Siewert wurde am 1. März 1929 geboren. Am 14. März 1930 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. 1930/31 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Abteilung Fremde Heere (T 3) vom Truppenamt (TA) eingesetzt. Dort wurde er dann die nächsten Jahre weiter verwendet. Zum 1. Juni 1933 (8) wurde er zum Hauptmann befördert. Am 1. Juli 1933 wurde er in den Stab der 3. Division der Reichswehr versetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht kam er am 1. Oktober 1934 zum Generalstab vom Wehrkreiskommando III. Er wohnte privat in der Klopstockstraße 20 in Berlin NW87 und hatte dort die Telefonnummer C9 Tiergarten 8777. Bei der Enttarnung der Einheiten am 15. Oktober 1935 wurde er Chef der 2. Kompanie vom Infanterie-Regiment 50 in Landsberg an der Warthe. Sein jüngster Sohn Ekkart Siewert wurde am 18. Januar 1936 in Landsberg (Warthe) geboren. Am 2. Juli 1936 wurde er als Adjutant zum Oberbefehlshaber des Heeres zum Reichskriegsministerium (RKM) versetzt. Am 15. September 1936 wurde er als Generalstabsoffizier in das Oberkommando des Heeres versetzt. Dort wurde er jetzt dem Oberbefehlshaber des Heeres zur Verfügung gestellt. Am 1. Oktober 1936 (111) wurde er zum Major befördert. 1938 wurde er als 1. Adjutant beim Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walter von Brauchitsch, eingesetzt. Er wohnte jetzt privat in der Graf-Spee-Straße 26 in Berlin W35 und hatte dort die Telefonnummer 218191. Zum 1. April 1939 (50e) wurde er zum Oberstleutnant befördert. Zum Beginn des Polenfeldzuges wurde er dann noch immer als 1. Adjutant von Generaloberst Walter von Brauchitsch eingesetzt. am 4. November 1939 wurde ihm die Spange zum Eisrnen Kreuz 2. Klasse verliehen. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm während des Westfeldzuges am 24. Juni 1940 verliehen. Am 1. Februar 1941 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XXXVIII. Armeekorps an der Kanalküste ernannt. Ab dem Sommerbeginn 1941 wurde er dann in dieser Funktion beim XXXVIII. Armeekorps unter General der Infanterie Friedrich-Wilhelm von Chappuis im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland eingesetzt. Zum 1. Dezember 1941 (20) wurde er zum Oberst befördert. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Am 17. Februar 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. Mai 1943 wurde er dann durch Oberst i.G. Berhard Pampel genannt Pamberg abgelöst. Er wurde daraufhin in die Führerreserve OKH versetzt. Privat wohnte er damals in Kunzendorf im Kreis Liegnitz in Schlesien. Post erreichte ihn über Groß Tinz und seine Telefonnummer war Groß Tinz 60. Mitte September 1943 wurde er dann als Nachfolger von Generalleutnant Karl von Graffen mit der Führung der 58. Infanterie-Division im Nordabschnitt der Ostfront beauftragt. Zum 1. Dezember 1943 (24) wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann auch zum Kommandeur der 58. Infanterie-Division ernannt. In dieser Funktion wurde ihm am 18. Februar 1943 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde ihm am 29. Februar 1944 verliehen. Vom 11. April 1944 bis zum 4. Mai 1944 war er beurlaubt, Vertreter war Oberst Erich Sudau, Kdr. vom Grenadier-Regiment 44. Am 1. Juli 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1944 (11) festgelegt. Mit seiner 58. Infanterie-Division kam er dann im Zuge der Rückzugskämpfe nach Ostpreußen. Am 13. April 1945 wurde er verwundet und musste sein Kommando abgeben. Daraufhin wurde er auf dem Seeweg nach Norddeutschland transportiert. Dort geriet er Anfang Mai 1945 in westalliierte Gefangenschaft. In dieser wurde er in den nächsten Jahren verschiedenen Lagern inhaftiert. Aus der Gefangenschaft wurde er im Mai 1948 wieder entlassen.

Nach der Heimkehr arbeitete er dann anfangs Exportleiter in einem norddeutschen Industrieunternehmen. Am 1. Oktober 1956 wurde er als Generalmajor in die Bundeswehr übernommen. Anfänglich wurde er als Kommandierender General vom I. Korps eingesetzt. Ende März 1957 gab er sein Kommando an Generalleutnant Gerhard Matzky ab. Er selbst wurde dafür als Stellvertretender Kommandierender General zum III. Korps nach Koblenz. Am 1. Januar 1958 wurde er als Nachfolger von Generalmajor Hans-Joachim von Horn zum Befehlshaber im Wehrbereich II ernannt. Im Frühjahr 1958 bezog er seinen Sitz in Hannover in der ehemaligen Prinz-Albrecht-Kaserne. Ende September 1960 gab er sein Kommando ab. Er wohnte jetzt privat in der Willestraße 7 in Hannover. Sein jüngster Sohn starb im Jahr 1964 als Soldat der Bundeswehr. 1965 wohnte er in der Zeppelinstraße 7 in der gleichen Stadt. 1968 veröffentlichte er das Werk "Schuldig? Die Generale unter Hitler" beim Podzun-Verlag in Bad Nauheim.

 

Ritterkreuz (29. Februar 1944)