Canstein, Ulrich Maria Freiherr von
* 16. Juni 1906, Dortmund
† 10. August 1991, München |
Ulrich Freiherr von Canstein trat am 1. April 1925 als Fahnenjunker in die Reichswehr ein. Der Sohn des praktischen Arztes Dr. Carl von Canstein und seiner Frau Martha, geborene Haßlinghaus, kam dabei zur Ausbildungs-Eskadron vom 15. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Paderborn. Am gleichen Tag wurde er vereidigt. Am 1. November 1925 wurde er zum Unteroffizier befördert. Vom 18. November 1926 bis zum 1. September 1927 besuchte er den I. Lehrgang an der Infanterieschule. Am 1. September 1927 wurde er zum Fähnrich befördert. Vom 17. Oktober 1927 bis zum 16. August 1928 besuchte er den II. Lehrgang an der Kavallerieschule. Am 23. Mai 1929 folgte die Beförderung zum Leutnant. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1929 festgelegt. Danach gehörte er die nächsten beiden Jahre als Eskadronsoffizier zur 6. Eskadron vom 15. (Preuß.) Reiter-Regiment in Münster (Westfalen). Vom 11. Oktober 1929 bis zum 15. Oktober 1929 besuchte er einen Schieß- und Kampfschullehrgang in Ohrdruf. Im Oktober 1931 wurde er anfangs für ein Jahr an die Kavallerie-Schule als Bereit-Offizier kommandiert. Am 30. März 1932 hat er die fünfeinhalb Jahre jüngere Gabriele von Cramm, Tochter eines Major a.D. von Cramm, geheiratet, seine Eltern erlebten diese Hochzeit nicht mehr. Am 30. September 1932 wurde die Kommandierung zur Kavallerieschule verlängert. Am 1. April 1933 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1933 kehrte er als Ordonnanzoffizier zum Regimentsstab vom 15. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Paderborn zurück. Am 2. August 1934 wurde er neu vereidigt. Am 30. August 1934 wurde seine Tochter Esther-Marie von Canstein geboren. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Regimentsadjutant beim Stab des Reiter-Regiment Paderborn ernannt. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er dann zum Regimentsadjutant vom Kavallerie-Regiment 15. Am 20. April 1936 wurde er als solcher zum Rittmeister befördert, sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1936 festgelegt. Am 1. September 1937 wurde er zum Chef der 3. Schwadron vom Kavallerie-Regiment 13 ernannt. Am 1. Februar 1939 wurde er an die Heeres-Reit- und Fahrschule Hannover als Adjutant versetzt. Bei der Mobilmachung für den zweiten Weltkrieg Ende August 1939 wurde er noch immer dort eingesetzt. Wenige Wochen nach Beginn des 2. Weltkrieges wurde er am 20. September 1939 als Adjutant (IIa) in den Divisionsstab der 96. Infanterie-Division versetzt. Am 16. Dezember 1939 wurde er dann zum Adjutant im OKH beim Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Als solcher wurde er jetzt auch als Hauptmann bezeichnet. Am 29. Dezember 1939 wurde seine jüngste Tochter geboren. Am 22. Februar 1941 wurde er als Adjutant beim Oberbefehlshaber des Heeres zum Major befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Januar 1941 festgelegt. Am 18. Juni 1941 hat er den 1. Juli 1940 als verbessertes neues Rangdienstalter zugewiesen bekommen. Am 22. September 1941 wurde er zur 1. Kavallerie-Division versetzt. Dort wurde ihm etwa einen Monat später das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 12. Februar 1942 wurde er dann mit der Führung der Aufklärungs-Abteilung 22 beauftragt und damit Nachfolger vom getöteten Oberstleutnant Oskar von Boddien auf der Krim. Am 17. Februar 1942 wurde er dann auch offiziell zum Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung 22 ernannt. Am 14 Mai 1942 wurde ihm das Eiserne Kreuz der 1. Klasse verliehen. Am 15. Juli 1942 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1942 festgelegt. Am 16. Dezember 1942 wurde er als Adjutant (IIa) zum Stab vom Generalkommando LV. Armeekorps versetzt. Am 24. August 1943 wurde er in die Führerreserve des OKH versetzt. Er wurde dabei dem Wehrkreis III zugeteilt. Seine Privatanschrift war die Wasserburg/Bodensee mit der Telefonnummer Lindau/Bodensee 2526. Am 8. Januar 1944 wurde er zum Kommandeur des Grenadier-Regiment 220 ernannt. Bei den Kämpfen der 58. Infanterie-Division nordwestlich von Newel gelang es ihm, zwei durchgebrochene russische Bataillone mit seinem Regimentsstab zurückzuschlagen. Hierfür wurde ihm am 12. Februar 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 6. März 1944 wurde er an der Narwa am Kopf verwundet und in ein Lazarett gebracht. Nach seiner Genesung wurde er am 15. März 1944 wieder in die Führerreserve des OKH versetzt und diesmal dem Wehrkreis X zugeteilt. Am 12. Juni 1944 wurde er dann beim Stab der Aufklärungs- und Kavallerie-Schule in Bromberg eingesetzt. Am 20. Juni 1944 wurde er dort zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1944 festgelegt. Während dieser Zeit wurde er zu mehren Kursen kommandiert. Am 24. August 1944 wurde er dann auch zum Kommandeur der Aufklärungs- und Kavallerieschule in Bromberg ernannt. Am 20. Oktober 1944 erhielt er von Major Wilhelm von Hagen folgende Einschätzung: "Besonders gut, Auge verloren. Armee, Heeresgruppe, Wehrersatz geeignet." Am 17. Dezember 1944 wurde er erneut in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der stellvertretende Chef vom Personalamt. Dieser Versetzung ging ein politischer Zwischenfall voraus. Er wurde deswegen auch von der Gestapo verhaftet. Im Januar 1945 wurde er in die Haftanstalt Küstrin eingeliefert. Am 15. März 1945 wurde er zum Kommandeur vom Reiter-Regiment 41 ernannt. Dieses führte er dann auf den Rückzugskämpfen in die Steiermark im Verband der 4. Kavallerie-Division. Am 10. Mai 1945 geriet er in britische Gefangenschaft. Am 22. Juni 1945 wurde er aus der Gefangenschaft wieder entlassen. Er wurde in den 50iger Jahren in die neue Bundeswehr als Reserveoffizier aufgenommen. 1970 ging er in Rente. Er ist 1991 im Wohnstift Augustinum in München verstorben.
Ritterkreuz (12. Februar 1944)