Felsch, Karl

 

* 13. Dezember 1866, Ruchseice bei Graetz in der Provinz Posen

† 1. März 1936, Zerbst

 

 

Karl Felsch trat am 15. September 1885 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei in das 1. Westpreußisches Grenadier-Regiment Nr. 6 nach Posen, wo er am 15. April 1886 zum Portepeefähnrich befördert wurde. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 15. Januar 1887 zum Sekondeleutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 10 Kompanie seines Regiments in Posen eingesetzt. Als das Regiment zum 1. Westpreußisches Grenadier-Regiment "Graf Kleist von Nollendorf" Nr. 6 umbenannt wurde, kam er im Herbst 1889 in gleicher Funktion in die 1. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort. Am 1. Oktober 1890 wurde Karl Felsch in das Infanterie-Regiment Nr. 145 nach Metz versetzt. Bei diesem wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 12. Kompanie verwendet. Im Herbst 1891 wurde er in der gleichen Funktion in die 2. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1892 wurde er als Kompanieoffizier in die 8. Kompanie vom Infanterie-Regiment Nr. 145 ebenfalls in Metz versetzt. Er wurde jetzt zur Dienstleistung zum Pionier-Bataillon Nr. 16 ebenfalls in Metz kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er am 19. Dezember 1893 beim inzwischen zum Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145 umbenannten Regiment zum Premierleutnant befördert und als solcher bei der 3. Kompanie in Metz als Kompanieoffizier eingesetzt. Im Herbst 1894 wurde er in gleicher Funktion in die 10. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Dort verblieb er einige Jahre, bis er 1897 zur Dienstleistung zum Eisenbahn-Regiment Nr. 1 nach Berlin kommandiert wurde. Nach seiner Rückkehr wurde er im Herbst 1898 als Kompanieoffizier der 9. Kompanie seines Regiments zugeteilt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant ernannt. Im Herbst 1899 wurde er wieder in die 10. Kompanie zurückversetzt. Zusammen mit der Beförderung zum Hauptmann am 18. Mai 1901 (Zz) wurde er Kompaniechef in seinem Regiment. Er überahm dabei als Nachfolger von Hauptman Weiß die 12. Kompanie in Metz. Durch die Umbenennung des Regiments führte er diese Kompanie ab dem 27. Januar 1902 im Königs-Infanterie-Regiment (6. Lothringisches) Nr. 145. Diese Kompanie führte er viele Jahre. Vom 22. Juli 1903 bis zum 25. August 1903 wurde er zum IV. Lehrkurs der Infanterie-Schießschule kommandiert. Während der Zeit als Kompaniechef wurde ihm am 9. September 1908 ein vordatiertes Patent als Hauptmann vom 28. März 1898 verliehen. Am 18. Oktober 1909 folgte seine Beförderung zum überzähligen Major, weshalb er zum Regimentsstab vom 6. Lothringisches Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145 in Metz übergetreten ist. Seine 12. Kompanie übernahm dafür jetzt Hauptmann von Tschirnhaus als neuer Chef. Am 22. April 1912 übernahm er als Nachfolger von Major Kierstein das Kommando über das II. Bataillon des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39 in Düsseldorf, mit dem er im August 1914 in den Ersten Weltkrieg zog. Am 27. Januar 1915 zum Oberstleutnant befördert, wurde er am 3. August 1915 Kommandeur des Reserve-Infanterie-Regiments 250. Am 6. November 1917 folgte die Beförderung zum Oberst und am 6. April 1918 die Ernennung zum Kommandeur des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39. Am 19. Juli 1918 übernahm er schließlich das Kommando über die 80. Infanterie-Brigade. Nach dem Krieg wurde er 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde Oberst Felsch am 1. Oktober 1919 Kommandeur vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 13. Auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Heer der Reichswehr Mitte Mai 1920 war er noch immer Kommandeur vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 13 der Reichswehr-Brigade 7. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er als Kommandeur in das Infanterie-Regiment 18 übernommen. Am 15. Juni 1921 wurde er durch Oberst Georg Graf von Stillfried und Rattonitz abgelöst. Zu diesem Datum wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Alfred Müller zum Infanterieführer IV in Dresden ernannt. In dieser Dienststellung wurde er am 1. Juli 1921 zum Generalmajor befördert. Am 1. November 1923 folgte noch seine Beförderung zum Generalleutnant. Er wohnte damals privat in der 1. Etage der Bernhardstraße 15 in Dresden, wo er die Telefonnummer 42139. Am 31. März 1925 wurde er schließlich aus dem aktiven Militärdienst entlassen. Sein Nachfolger als Infanterieführer IV wurde Generalleutnant Hermann von Brandenstein. Anfänglich blieb er weiter in der Bernhardstraße 15 wohnen. Spätestens 1929 zog er in eine Wohnung in der 2. Etage der Nürnberger Straße 4 in Dresden, behielt aber sene Telefonnummer bei. Er starb drei Jahre nach der Machtergreifung und noch dreieinhalb Jahre vor Beginn des 2. Weltkrieges.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1885, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1885
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1886, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1886
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1887, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1887
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1888, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1888
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1889, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1889
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1890, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1890
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Dermont Bradley - Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921-1945 - Band 3: Dahlmann - Fitzlaff Biblio-Verlag 1994
Ernst Kabisch: Die Führer des Reichsheeres 1921 und 1931, Dieck-Verlag, Stuttgart 1931
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