Kobus, Fritz Arthur

 

* 9. Februar 1879, Devant les Ponts bei Metz

† April 1945, Berlin (Selbstmord)
 

 

Arthur Kobus war der Sohn des Majors a.D. Hermann Ernst Werner Kobus und dessen Ehefrau Clara Henriette Johanna Dorothea, geborene Ritterling. Im Frühjahr 1897 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Arnee ein. Er kam dabei in das 2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen" Nr. 27 nach Halberstadt. In diesem wurde er am 18. Oktober 1897 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1898 zum Sekondeleutnant befördert. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Als solcher wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 6. Kompanie seines Regiments in Halberstadt eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1900 gehörte er für mehrere Jahre in gleicher Funktion zur 8. Kompanie des Regiments am gleichen Standort. Spätestens ab dem Frühjahr 1903 gehörte er etwa 3 Jahre als Kompanieoffizier zur 12. Kompanie vom 2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen" Nr. 27 in Halberstadt. Vom 1. März 1904 bis Ende Juli 1904 wurde er zur Ausbildung zur Militär-Turnanstalt kommandiert. 1905/06 wurde er in gleicher Funktion wieder zur 8. Kompanie seines Regiments versetzt. Im Frühjahr 1907 gehörte er als Kompanieoffizier zur 11. Kompanie seines Regiments in Halberstadt. Als Nachfolger von Leutnant Hofmann wurde er 1907/08 zum Adjutant des III. Bataillons vom 2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen" Nr. 27 in Halberstadt ernannt. Als solcher wurde er am 24. März 1909 zum Oberleutnant befördert. 1910 wohnte er privat in der Roonstraße 14 in Halberstadt. 1910/11 wurde als Bataillonsadjutant von Leutnant Weyergang abgelöst. Er wurde dafür jetzt als Kompanieoffizier bei der 11. Kompanie vom 2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen" Nr. 27 in Halberstadt eingesetzt. 1912 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Erdmann als Adjutant zum Bezirkskommando vom Landwehrbezirk Aschersleben kommandiert. Am 1. Oktober 1913 wurde er unter Beförderung zum Hauptmann zum Stabshauptmann ernannt. Am 22. März 1914 wurde er als Kompaniechef in das 7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment "Graf Dönhoff" Nr. 44 versetzt. Er übernahm dort als Nachfolger von Hauptmann Techow die 5. Kompanie in Goldap. Während des Krieges war er als Kompaniechef und ab 1918 als Bataillonsführer in diesem Regiment eingesetzt. Am 14. Dezember 1916 hat er die zwölfeinhalb Jahre jüngere Johanniterin Margarete Klara Helene Gadow, Tochter des Geheimen Oberbaurats und Vortragenden Rats im Reichseisenbahnamt Karl Werner Martin Gadow, in Berlin-Wilmersdorf geheiratet. Im Juli 1917 wurde er als vermisst bezeichnet. Im August 1917 wurde vermerkt, dass er sich seit dem 7. Juni 1917 in Kriegsgefangenschaft befindet. Am 25. September 1917 wurde seine Tochter Irmgard Kobus in Berlin geboren. Nach dem Krieg wurde er 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Am 1. Oktober 1919 wurde er in das Reichwehr-Schützen-Regiment 2 versetzt. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 noch zum Reichwehr-Schützen-Regiment 2 der Reichswehr-Brigade 1. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 in den Stab des II. Bataillons vom 1. (Preußisches) Infanterie-Regiment übernommen. Dort wurde er am 18. Dezember 1920 rückwirkend zum 1. Oktober 1920 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1921 wurde er zum Kompaniechef im 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Juli 1922 wurde er in den Stab der 1. Division der Reichswehr nach Königsberg versetzt. Ab dem 1. März 1925 fungierte er als Kommandeur des III. Bataillons im 8. (Preußisches) Infanterie-Regiment. Hier erfolgte am 1. Februar 1926 seine Beförderung zum Oberstleutnant. Am 1. März 1928 wurde er in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Am 1. Mai 1928 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er als Abteilungsleiter im Heereswaffenamt verwendet. Spätestens ab Anfang 1929 wohnte er privat in der Schaperstraße 15 in Berlin W 15 und hatte die Telefonnummer J 2 Oliva 4381. Am 1. Februar 1930 wurde er zum Oberst befördert und am 1. Mai 1931 mit dem Charakter als Generalmajor aus dem Militärdienst verabschiedet.

Am 1. Oktober 1933 trat Arthur Kobus wieder in die Reichswehr ein und wurde erneut im Heeres-Waffenamt eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1935 war er hier Leiter des Ausrüstungsnachweisungen-Verwaltung. Spätestens ab 1938 wohnte er privat in der Charlottenbrunner Straße 42 in Berlin-Grunewald und hatte die Telefonnummer 894381. Bei Beginn der deutschen Mobilmachung am 26. August 1939 wurde Arthur Kobus Abteilungschef der Dienstvorschriftenverwaltung im OKH und am 1. April 1940 zum Generalmajor befördert. Am 1. Juli 1942 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Am 31. August 1942 wurde Arthur Kobus aus dem Militärdienst entlassen. Bei Kriegsende verübte er im April 1945 in Berlin Selbstmord. Seine Tochter war 1945 für das Sommersemester Medizin an der Universität Rostock eingeschrieben, welches ihr zehntes gewesen wäre. Seine Frau überlebte den Krieg und verstarb 1948 in Braunschweig.

Sein jüngerer Bruder war der am 7. August 1880 in Devant les Ponts bei Metz geborene Louis Emil Oskar Kobus. Auch dieser schlug die Offizierslaufbahn ein. Sein Patent als Leutnant wurde auf den 18. August 1899 datiert. Als Leutnant wurde er anfangs die ersten Jahre als Kompanieoffizier in der 10. Kompanie vom Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92 eingesetzt. Nach vielen Jahren wurde er 1906/07 in gleicher Funktion zur 5. Kompanie seines Regiments versetzt. Im Frühjahr 1908 und 1909 gehörte er als Kompanieoffizier zur 7. Kompanie seines Regiments in Braunschweig. Am 17. September 1909 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier in der 9. Kompanie vom Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92 in Braunschweig eingesetzt. Er wurde am 17. Mai 1910 als Inspektionsoffizier zur Kriegsschule Danzig kommandiert. Am 1. Oktober 1913 wurde er unter Beförderung zum Hauptmann zum Stabshauptmann ernannt. Dies geschah unter gleichzeitiger Enthebung von seinem Kommando zur Kriegsschule Danzig. Am 22. April 1914 wurde er zum Kompaniechef in seinem Regiment ernannt. Er übernahm dabei die 12. Kompanie von seinem Vorgänger Hauptmann Bißthum von Eckstaedt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war er noch immer Kompaniechef im Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92. Er selbst wohnte privat während des 1. Weltkrieges in der Heinrichstraße 38 in Braunschweig. Am 29. März 1916 heiratete er als Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment Nr. 92 die ein dreiviertel Jahr jüngere Valerie Eleonore Mathilde Elfriede Küster in Braunschweig. Im Herbst 1917 geriet er in Gefangenschaft. Nach Ende des Krieges wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wohnte 1919 in der 1. Etage in der Wehrstraße 2 in Braunschweig. 1920 nahm er seinen Abschied und war danach als Kaufmann tätig. Ab 1925 hatte er unter seiner Adresse Wehrstraße 2 auch dei Telefonnummer 1788. Ab 1926 wurde er dort als Major. a.D. verzeichnet. 1929 zog er privat ins Erdgeschoss der Spielmannstraße 4 in Braunschweig, behielt dabei seine Telefonnummer. Er wurde Mitte der dreißige Jahre in das Ergänzungsoffizierkorps übernommen. Sein Randienstalter als Major (E) wurde auf den 1. November 1928 festgelegt. Zum 1. Juni 1938 wurde er zum Oberstleutnant (E) befördert. 1938 wohnte er als Oberstleutnant in der Tulpenhofstraße 18 in Offenbach am Main. Bereits im Oktober 1937 war er Kommandeur des Wehrbezirks Offenbach (Main) und damit für die Wehrmeldeämter Dieburg und Offenbach zuständig. 1939 wurde er dort als Oberstleutnant verzeichnet und hatte die Telefonnummer 84918. 1940 wurde er dort als Wehrbezirkskommandeur bezeichnet. Am 25. Februar 1948 starb sein Bruder Oberst a.D. Oskar Kobus an einem Magencarzinom in seiner Wohnung Hinter der Stadt 6 in Reinheim in Hessen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10848 - Kasch - Kuse
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953