Krantz, Rudolph Julius

 

* 16. Januar 1874, Bautzen

† 22. Oktober 1941, Dresden

 

 

Rudolph Krantz war ein Sohn des Fabrikbesitzers Julius Gustav Krantz und dessen Ehefrau Henriette Bianca, geborene Hoffmann. Er trat nach seiner Kadettenausbildung am 30. März 1891 mit dem Charakter als Portepeefähnrich in die Königlich Sächsische Armee ein. Er kam dabei zum 8. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 nach Leipzig. Am 25. November 1891 wurde er zum Portepeefähnrich befördert. Etatmäßig gehörte er zur 8. Kompanie seines Regiments in Leipzig. Nach dem Abschluß an der Kriegsschule wurde er am 21. Juni 1892 (A) zum Sekondeleutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Danach wurde er die nächsten Jahre als Kompanieoffizier in der 11. Kompanie seines Regiments in Leipzig eingesetzt. 1896 wurde er als Nachfolger von Secondeleutnant Carl Oskar Schieblich zum Adjutant des III. Bataillons vom 8. Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 in Leipzig ernannt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Als Bataillonsadjutant wurde er noch am 26. März 1899 (Mm) zum Oberleutnant befördert. Noch im Jahr 1899 wurde er als Bataillonsadjutant durch Leutnant Johann Heinrich Hermann Joseph von Zezschwitz abgelöst. Er wurde dafür jetzt wieder als Kompanieoffizier der 5. Kompanie in Leipzig zugeteilt. Am 9. Juli 1900 trat er zum Ostasiatischen Expeditionskorps über. Er wurde dabei als Kompanieoffizier einer Kompanie des I. Bataillons vom 2. Ostasiatisches Infanterie-Regiment in Dresden zugeteilt. Am 6. Oktober 1901 wurde er mit seinem Ausscheiden aus dem Ostasiatischen Expeditionskorps wieder in der Armee angestellt. Er kehrte dabei zum 8. Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 in Leipzig zurück. Er wurde danach als Kompanieoffizier bei der 9. Kompanie seines Regiments eingeteilt. Bald darauf wurde er im Sommer 1902 als Nachfolger von Hauptmann Leo Auenmüller zum Regimentsadjutat vom 8. Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 in Leipzig ernannt. Sein Vater starb am 22. Dezember 1902 im Alter von 70 Jahren 3 Monaten 14 Tagen in seiner Wohnung in der 1. Etage der Fürstenstraße 30 in Dresden. Er selbst lebte damals privat im Kasinogebäude seines Regiments. Am 25. Juli 1905 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, zum Kompaniechef in seinem Regiment ernannt. Er übernahm dabei als Nachfolger von Hauptmann Ludwig Hans Richard Falk von Schroeter die 7. Kompanie vom 8. Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 in Leipzig. Sein Nachfolger als Regimentsadjutant wurde wieder Oberleutnant Johann Heinrich Hermann Joseph von Zezschwitz. Bereits am 23. September 1905 (R) hat er sein Patent als Hauptmann erhalten. Er heiratete an diesem 23. September 1905 die elf Jahre und einen Tag jüngere Natalie Amalie Carola Marie Bacmeistr, Tochter des späteren Genralmajor z.D. Julius Joseph Lucas Wilhelm Bacmeister, in Wurzen. Seine Funktion als Chef der 7. Kompanie übte er für fast sieben Jahre aus. Anfang März 1908 wurde er zum I. Lehrkursus vom 11. März 1908 bis zum 14. April 1908 zur Infanterie-Schießschule kommandiert. Sein Sohn Leo Rudolf Julius Karl Krantz wurde am 28. Oktober 1909 in Leipzig geboren. Am 20. März 1912 wurde er als Nachfolger von Major Krohn zum Platzmajor in Leipzig ernannt. Sein Nachfolger als Chef der 7. Kompanie in Leipzig wurde Hauptmann Hans Seyfert. Am 20. April 1914 wurde er zum Major befördert. Er wohnte damals privat in der Waldstraße 59 in Leipzig, wo er die Telefonnummer 7774. Gleichzeitig wurde er als Platzmajor in Leipzig abgelöst und dafür zum Stab vom 2. Königlich Sächsisches Jäger-Bataillon Nr. 13 nach Dresden versetzt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 wurde er zum Kommandeur vom neuen Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 13 ernannt. Dieses Kommando behielt er bis zum 2. Juni 1916. Am 26. September stürmte er an der Spitze seines Bataillons und mit einem Gewehr in der Hand die stark befestigten französischen Stellungen südwestlich von Baudesincourt. Am 15. Oktober 1914 wurde ihm das Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Militär St. Heinrichs-Ordens verliehen. Sein Schwiegervater ist am 23. März 1916 gestorben. Vom 2. Juni 1916 bis zum 23. Juni 1916 wurde er von Rittmeister a.D. Lange vertreten. Danach führte er sein Bataillon wieder bis zum 15. September 1916, bis er durch Rittmeister a.D. Lange wegen einer Beurlaubung wieder abgelöst wurde. Er wurde jetzt dem 1. Ersatz-Bataillon vom 2. Königlich Sächsisches Jäger-Bataillon Nr. 13 versetzt. Am 1. November 1916 wurde er zum Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 106 versetzt. Am 12. September 1917 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 474 ernannt. Er traf am 24. September 1917 beim Regimentsstab in Wierzchowce ein. Mit diesem Regiment wurde er der 241. Infanterie-Division unterstellt. Er geriet am 18. Juli 1918 während der Schlacht bei Soissons bei der Burg Pernant in französische Gefangenschaft. Ihm wurde die Hand zerschossen. Sein Regiment erlitt bei den Kämpfen einen Verlust von 39 Offizieren und 1497 Unteroffizieren und Mannschaften. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwunetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen wie das Kommandeurkreuz des Sächsischen Militär-St. Heinrichs-Orden II. Klasse (19. Juli 1918) und das Ritterkreuz 1. Klasse des Sächsichen Albrechts-Orden mit Kronen (15. Oktober 1914) verliehen. Im März 1920 wurde er aus der französischen Gefangenschaft entlassen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er als Major in das vorläufige Reichsheer übernommen. Als wurde er am 1. April 1920 mit der Führung vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 24 in Bautzen beauftragt. Privat wohnte er damals in der 2. Etage der Wahrner Straße 20 in Leipzig-Gohlis, wo er die Telefonnummer 51097 hatte. Auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer Mitte Mai 1920 führte er weiter das Reichswehr-Infanterie-Regiment 24 der Reichswehr-Brigade 12. Im Zuge der weiteren Heeresverkleinerung kam er zum Regimentsstab vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 37 der Reichswehr-Brigade 19. Seine Beförderung zum Oberstleutnat erfolgte am 30. November 1920. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 11 in Leipzig übernommen. Als Nachfolger von Oberst Georg Bock von Wülfingen wurde er am 1. April 1923 (4) unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur vom 11. (Sächsisches) Infanterie-Regiment in Leipzig ernannt. Privat wohnte er noch immer in der 2. Etage der Wahrner Straße 20 in Leipzig-Gohlis, wo er inzwischen die Telefonnummer 18082 hatte. Am 1. November 1927 wurde er als Nachfolger von Generalmajor Hermann von Brandenstein zum Infanterieführer IV in Dresden ernannt. Sein Nachfolger als Regimentskommandeur vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Leipzig wurde Oberst Hans Halm. Kurz nach seiner Übernahme wurde er zum 1. Januar 1928 zum Generalmajor befördert. Kurz danach zog er mit seinem Stab nach Magdeburg. Am 30. September 1929 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurde ihm der Charakter als Generalleutnant verliehen. Sein Nachfolger als Infanterieführer IV wurde Generalmajor Adalbert von Taysen.

Sein Sohn Leo Krantz heiratete als Oberleutnant und Angehöriger des Stabes der Fliegerschule in Ludwigslust am 30. Oktober 1936 (standesamtlich) und 31. Oktober 1936 (kirchlich) die über drei Jahre jüngere Christel Antonie Berta Klutmann, Tochter des Kommandeurs vom Wehrbezirkskommando I Hannover, Oberst Eduard Klutmann, in Hannover. Während des 2. Weltkrieges wurde er am 1. Juni 1940 zur Verfügung der Wehrmacht gestellt. Als char. Generalleutnant z.V. wurde er zum Kommandeur vom neuen Divisonsstab z.b.V. 454 ernannt. Zum 1 Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant z.V. befördert. Am 19. März 1941 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes in Trachenberg zum Kommandeur der 454. Sicherungs-Division ernannt. Am 29. September 1941 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Sein Nachfolger als Divisionskommandeur wurde Generalmajor Hermann Wilck. Am 22. Oktober 1941 wurden seine Mobilmachungsbestimmungen aufgehoben. Er ist am 22. Dezember 1941 um 6:55 Uhr im Reservelazarett III Dresden (St. Joseph-Stift) gestorben. Als Todesursache wurde Kreislaufschwäche nach Mastdarmkrebs-Operation angegeben. Er wurde danach am 25. Oktober 1941 um 12 Uhr auf dem inneren Neustädter Friedhof im Grab 1442/43 beigesetzt. Seine Witwe Natalie Krantz wohnte danach weiter in der 2. Etage in der Müller-Berset-Straße 10 in Dresden A 19. Sein Sohn Leo Krantz ist als Leutnant der 2. Staffel der Kampfgruppe z.b.V. 999 in der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1942 bei Demjansk gefallen. Seine Ju 52 wurde Opfer eines sowjetischen Bombenangriffs auf den Flughafen.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee (XII. Armeekorps des Deutschen Heeres) für das Jahr 1890, Dresden 1890
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee (XII. Armeekorps des Deutschen Heeres) für das Jahr 1891, Dresden 1891
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee (XII. Armeekorps des Deutschen Heeres) für das Jahr 1892, Dresden 1892
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee (XII. Armeekorps des Deutschen Heeres) für das Jahr 1893, Dresden 1893
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee (XII. Armeekorps des Deutschen Heeres) für das Jahr 1894, Dresden 1894
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1895, Dresden 1895
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1896, Dresden 1896
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1897, Dresden 1897
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1898, Dresden 1898
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1899, Dresden 1899
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1900, Dresden 1900
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1901, Dresden 1901
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1902, Dresden 1902
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1903, Dresden 1903
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1904, Dresden 1904
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1905, Dresden 1905
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1906, Dresden 1906
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1907, Dresden 1907
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1908, Dresden 1908
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1909, Dresden 1909
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1910, Dresden 1910
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1911, Dresden 1911
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1912, Dresden 1912
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1913, Dresden 1913
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1914, Dresden 1914
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Fritz Pflugbeil: Das Königlich Sächsische Infanterie-Regiment Nr. 474 - Erinnerungsblätter deutscher Regimenter Sachsen, Band 55, Verlag der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1929
Hermann Keil und Carl Edlen von Littrow: Das Königlich Sächsische Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 13 im Weltkriege, Verlag Bertha von Baensch, Dresden 1934