Pfeifer, Hans Hellmuth
| * 18. Februar 1894, Altenburg / Thüringen
† 22. April 1945, Finale b. Bologna / Italien (gefallen) |
Hellmuth Pfeifer war der Sohn des Gymnasiallehrers Martin Pfeifer und dessen Ehefrau Emma Elisabeth, geborene Schurich. Er trat am 16. März 1912 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 3. Kurhessisches Infanterie-Regiment "von Wittich" Nr. 83. Bei diesem wurde er am 18. August 1913 zum Leutnant befördert. Vor dem 1. Weltkrieg gehörte er dann bereits zum 4. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 164. Mit diesem Regiment nahm er dann ab Sommer 1914 am Ersten Weltkrieg teil und war hier zuletzt Kompanieführer. Nach dem Krieg wurde er als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er im Jahr 1919 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 20. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann als Ordonanzoffizier zum Stab der Reichswehr-Brigade 10. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann am 1. Oktober 1920 in das 16. Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier zum 16. Reiter-Regiment versetzt. Am 1. April 1922 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Er wurde dann die nächsten Jahre als Abteilungsleiter in der Tarif- und Fracht-Abteilung der Gutehoffnungshütte Oberhausen tätig. Am 5. April 1922 hat er sich mit Oda Seitz verheiratet. Ab dem 1. April 1929 übernahm er dann die Arbeit als Verlagsleiter des Ludendorff-Volkswarte-Verlags in München. Er wohnte jetzt privat in der Brunhildenstraße 28 in München M 38 und hatte dort die Telefonnummer 61475. Sein Vater starb als Oberlehrer im Ruhestand im Alter von 78 Jahren am 10. Januar 1933 in seiner Wohnung in der Ingelheimer Straße 4 in Berlin-Karlshorst. Am 1. Juli 1934 trat er als Hauptmann wieder in die Reichswehr ein. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1933 festgelegt. Er wurde dann bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht als Kompaniechef in einem der beiden Infanterie-Regimenter vom Infanterieführer VI (Oldenburg oder Osnabrück) zum Kompaniechef ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er dann zum Kompaniechef im Infanterie-Regiment 58 ernannt. Er wohnte privat in der Mindener Straße 8 in Herford. Am 1. August 1936 wurde er als solcher zum Major befördert. Ab dem 1. Oktober 1937 wurde er dann im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) tätig. Er gehörte dort zur Inlandsabteilung (I) der Amtsgruppe Allgemeine Wehrmachtangelegenheiten (AWA). Privat wohnte er jetzt in der Straße im Walde 33 in Berlin-Uhlenhorst und hatte dort die Tekefonnummer 640380. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 blieb er dort noch eingesetzt. Am 27. September 1939 wurde er dann zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 185 ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1939 zum Oberstleutnant befördert. Im Frühjahr 1940 führte er sein Bataillon im Westfeldzug. Danach wurde er am 5. Juli 1940 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 185 ernannt, welches er wegen der Erkrankung des Kommandeurs, Oberst Johann von Stein, bereits längere Zeit geführt hatte. Ab dem Sommerbeginn 1941 führte er sein Regiment im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Am 1. Oktober 1941 wurde er zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1941 festgelegt. Er zeichnete sich beim deutschen Vormarsch besonders aus, wofür er am 26. November 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Auch bei der Umbenennung seines Regiments zum Grenadier-Regiment 185 im Oktober 1942 blieb er weiter der Kommandeur. Am 31. Oktober 1942 wurde er bei Rshew mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 18. November 1942 wurde er schwer verwundet. Nach seiner Genesung nahm er im Juli 1943 am 5. oder 6. Divisionsführerlehrgang in Berlin teil. Am 1. September 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1943 zum Kommandeur der 65. Infanterie-Division in Italien ernannt. Seine Mutter starb einen Monat vor ihrem 88. Geburtstag am 7. März 1944 um 6 Uhr in ihrer Wohnung in der Ingelheimer Straße 4 in Berlin-Karlshorst an Altersschwäche. Bei den schweren Abwehrkämpfen im Juni 1944 in den Albaner Bergen, südöstlich von Rom, zeichnete er sich besonders aus. Am 1. Juni 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 2. Juni 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In diesem Frontabschnitt haben sich die 65. Infanteriedivision unter Generalleutnant Pfeiffer, die durch Teile der 4. Fallschirmjägerdivision verstärkte 3. Panzergrenadierdivision unter Generalmajor Hecker und eine aus Einheiten des Heeres und der Fallschirmtruppe zusammengesetzte Kampfgruppe unter Generalleutnant Greiner, hervorragend unterstützt durch Artillerie und durch Flakartillerie der Luftwaffe, besonders ausgezeichnet." Am 5. September 1944 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 22. April 1945 ist er als Kommandeur der 65. Infanterie-Division bei Finale nördlich von Bologna gefallen.
Er hatte aus der am 27. September 1884 in Altenburg geschlossenen Ehe seiner
Eltern noch mindestens einen Bruder:
Sein älterer Bruder war der am 26. März
1892 ebenfalls in Altenburg geborene Ernst Gerhard
Pfeifer. Dieser schlug wie der Vater die Schullaufbahn ein. Er heiratete am 2.
Oktobver 1919 als Studienreferendar Dr. phil. die fast genau vier Jahre ältere
Witwe Dorothea Sack, geborene von Besser, in Oscherlseben (Bode). Im Jahr 1933
war er Studienrat und wohnte damals in der Dorothenstraße 26 in
Berin-Karlshorst. Sein Bruder starb am 30. August 1951 um 07:45 Uhr im
Königin-Elisabeth-Hospital in der Herzbergstraße 75 in Berlin-Lichtenberg an
einem Schlaganfall. Seine eigene Anschrift lautete damals Parkstraße 25 in
Berlin-Pankow.
Ritterkreuz (26. November 1941) Eichenlaub (5. September 1944)
Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall,
1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete
Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011