Rauch, Hans

 

* 1. März 1899, Rothwasser, Kreis Görlitz (heute Czerwona Woda, Polen)

† 22. August 1958, Traben-Trabach

 

 

Hans Rauch trat am 3. Oktober 1916 in die kaiserliche Marine ein. Der Sohn von Dr. med. Johannes Rauch und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Spier, absolvierte seine Grundausbildung an der Marineschule in Mürwik und diente als Seekadett auf dem Schulschiff  SMS Freya. Am 28. März 1917 wurde er zum Obermatrosen befördert. Als solcher kam er einen Tag später als Seekadett an Bord des Linienschiffes SMS Schlesien, wo er am 2. Juli 1917 zum Bootsmaat befördert wurde. Vom 15. August 1917 bis 3. Januar 1918 absolvierte er seine Seeoffiziers-Hauptprüfung an der Marineschule Mürwik, wo er am 17. September 1917 zum Fähnrich zur See ernannt wurde. Nach dem Lehrgang absolvierte er vom 4. Januar 1918 bis zum 9. März 1918 einen Artillerie-Lehrgang an Bord des Artillerieschulschiffes, der SMS Kaiserin Augusta. Danach folgte zwischen dem 10. März 1918 und dem 18. Mai 1918 ein Torpedo-Lehrgang, während dessen er am 3. April 1918 zum Oberfähnrich zur See befördert wurde. Ab dem 19. Mai 1918 diente er an Bord des Linienschiffes SMS Hannover als Säbelfähnrich und Offiziersdiensttuender. Im Dezember 1918 wurde er den ganzen Monat beurlaubt. Im Ersten Weltkrieg wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Anfang 1919 wurde er dann zur Reserve überführt. Anschließend meldete er sich Anfang Februar 1919 freiwillig zur 1. Marine-Brigade von Rohden, einem etwa 1.550 Mann starken Freiwilligenverband, der ab Ende Februar 1919 direkt dem Gardekorps in Berlin unterstand. Ab dem 6. April 1919 wurde er dann als Freiwilliger im 4. Garde-Regiment zu Fuß bzw. bei der Brigade Reinhardt aufgenommen. Im Frühsommer 1919 wurde er dann als Zugführer in die Reichswehr-Brigade 15 versetzt und dann dort im Reichswehr-Infanterie-Regiment 29 eingesetzt. Am 28. September 1919 wurde er zum Leutnant zur See der Reserve befördert. Am 10. Oktober 1919 wurde er als Zugführer bei der 3. Marine-Brigade von Lowenfeld verwendet. Diese Brigade wurde unter anderem im Grenzschutz Ost in Schlesien eingesetzt. Anfang 1920 war die Brigade auch im Baltikum im Einsatz, bevor sie sich am Kapp-Lüttwitz-Putsch beteiligte. Dies geschah sowohl durch die Besetzung Breslaus als auch durch die Niederkämpfung von Streikmaßnahmen, die gegen den Putsch gerichtet waren. Bei dieser Brigade wurde er Anfang 1920 wieder in den aktiven Dienst der Reichsmarine übernommen. Damit wurde er am 10. Januar 1920 zum Leutnant zur See befördert. Im März 1920 war er dann bei dem Einsatz gegen den Ruhraufstand im Raum Bottrop aktiv. Ab dem 1. Juli 1920 wurde er als Zug-Offizier bei der Küstenwehr-Abteilung V in Pillau eingesetzt. Ab dem 31. Oktober 1920 wurde er als Zugführer bei der Schiffstamm-Division Nordsee verwendet. Am 1. Juli 1921 wurde er für zwei Monate zur 7. Minensuch-Halbflottille kommandiert, Ab dem 1. September 1921 wurde er dann als Wach-Offizier bei der 11. Minensuch-Halb-Flottille eingesetzt. Dabei wurde er auf den Minensuchbooten M 108 und M 115 verwendet. Am 1. Mai 1922 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant zur See. Ab dem 1. Oktober 1922 wurde er dann mit diesem Dienstgrad als Kompanie-Offizier bei der Schiffsstamm-Division Nordsee eingesetzt. Ab dem 13. Dezember 1922 war er dann Kompanie-Offizier bei der Küstenwehr-Abteilung II im Einsatz. Am 1. Oktober 1924 wurde er als Wach-Offizier zur 3. Torpedoboots-Halbflottille versetzt. Dort wurde er auf dem Torpedoboot V 3 eingesetzt. Am 1. Oktober 1925 kam Hans Rauch als Wach-Offizier auf den kleinen Kreuzer SMS Amazone unter dem Kapitän Eduard Eichel. Durch den Wechsel des Kapitäns diente er auch unter Alfred Saalwächter und Albrecht Meißner. Ab dem 1. Oktober 1928 diente er als Adjutant an der Küstenartillerieschule. Gleichzeitig wurde er im ersten Halbjahr, bis zum 31. März 1929, als Kompanieführer an der Küstenartillerieschule verwendet. Am 1. Januar 1930 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. Am 29. September 1931 übernahm Hans Rauch das Kommando über das Artillerieschulboot Fuchs. Damit blieb er an der Schiffsartillerieschule der Reichsmarine und seine Aufgaben waren das Schleppen von Seezielscheiben, die Sicherung des Schießgebiets, die Versorgung der schießenden Schiffe und die Schulung von Marinepersonal an Schiffsflak. Dieses Kommando hatte er bis zum 26. September 1933 inne. Direkt anschließend wurde er Wach- und Flak-Offizier auf dem Linienschiff SMS Schleswig-Holstein. Dabei handelte es sich um das damalige Flottenflagschiff. Am 24. November 1933 heiratete er die neun Jahre jüngere Jutta Charlotte Marie Gunda Hildegard Elisabeth Freiin von Frydag auf dem Familiengut in Daren bei Vechta. Die Sommerreise 1934 führte ihn mit der SMS Schleswig-Holstein nach Norwegen. Am 1. November 1934 wurde er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht dann als Referent zur Inspektion der Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium (RLM) versetzt. Dort wurden ihm am 30. November 1934 der Charakter als Korvettenkapitän verliehen und er schied aus dem aktiven Militärdienst aus.

Am 1. Dezember 1934 wurde als Char. Korvettenkapitän a.D. (E)* bei der Luftwaffe eingestellt. Am 1. Oktober 1935 wurde er als Hauptmann wieder in den aktivien Dienst übernommen. Als solcher wurde er jetzt als Batteriechef in der Flak-Abteilung Dresden, aus Tarngründen auch als Fahr-Abteilung Dresden bezeichnet, eingesetzt. Durch die Umbenennung der Einheit wurde er dann zum Batteriechef in der I. Abteilung vom Flak-Regiment 10 in Dresden ernannt. Am 11. April 1935 wurde seine Tochter Karin Rauch in Dresden geboren. Am 1. Januar 1937 wurde er als Batteriechef zur I. Abteilung vom Flak-Regiment 19 nach Köln versetzt. Zu diesem 1. Januar 1937 war er auch zum Major befördert worden. Ab dem 1. November 1937 wurde er dann als Batteriechef zum Flak-Regiment 14 versetzt. Ab dem 1. Juli 1938 Referent II b beim Luftgau-Kommando XI in Hannover eingesetzt. Am 1. Mai 1939 übernahm er wieder das Kommando über eine Batterie, dieses mal bei der I. Abteilung vom Flak-Regiment 26. Einen Monat später folgte zum 1. Juni 1939 seine Beförderung zum Oberstleutnant. Mit Beginn der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg am 26. August 1939 übernahm er dann das Kommando über die Reserve-Flak-Abteilung 263, mit der er in Hamburg eingesetzt wurde. Am 26. September 1939 übernahm er dann die I. Abteilung vom Flak-Regiment 26 als Kommandeur. Mit dieser wurde er jetzt am Westwall im Raum Saarbrücken eingesetzt. Im November 1939 wechselte die Abteilung nach Bitburg. 1940 nahm er mit seiner Abteilung am Westfeldzug teil. Nach dem Feldzug wurde die Abteilung ab Ende Juni 1940 zum Schutz von Bremen eingesetzt und dabei auch als Flakuntergruppe Lesum bezeichnet. Ab Januar 1941 führte er für zwei Monate zugleich die II. Abteilung vom Flak-Regiment 4. Im April 1941 wurde er zum Kommandeur vom neuen Flak-Regiment 31 in Königsberg ernannt. Mit seinem Stab, der auch als Flakgruppe Königsberg/Ostpreussen bezeichnet wurde, war er dann für den Schutz von Königsberg zuständig. Dies blieb auch bei Beginn des Ostfeldzuges zum Sommerbeginn 1941 weiter so. Am 1. Januar 1942 wurde er zum Oberst befördert. Dieses Kommando hatte er bis Mai 1942, bis er es krankheitsbedingt aufgeben musste. Sein Nachfolger als Kommandeur vom Flak-Regiment 31 wurde Oberstleutnant Friedrich-Wilhelm Schophoff. Nach seiner Genesung wurde er im Oktober 1942 zum Kommandeur vom Flak-Regiments 41 (mot.) ernannt. Am 15. April 1944 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 6. Dezember 1944 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Sein Regiment gehörte zu diesem Zeitpunkt zur 6. Flak-Division. Mit dieser stand das Regiment im Kurlandkessel im Einsatz. Am 30. Januar 1945 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 22. Februar 1945 erhielt sein Regiment den Namen Flak-Sturm-Regiment 41 von Reichsmarschall Hermann Göring verliehen. Er geriet bei Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 7. August 1948 wieder entlassen. Zehn Jahre später ist er bereits gestorben. Er wurde im Familiengrab seiner Mutter auf dem Stadtfriedhof Trabach bestattet. Seine Frau hat ihn um zweiundvierzig Jahre überlebt. Auf dem gleichen Friedhof wurde 1971 auch Generalleutnant Ernst Buffa beerdigt. 

 

Ritterkreuz (6. Dezember 1944)

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930