Schmidt, Martin

 

* 31. Oktober 1895, Lößnitz, Kreis Schwarzenberg im Erzgebirge

† 19. Januar 1958, Stuttgart-Vaihingen

 

Martin Schmidt trat kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges am 6. August 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Sächsische Armee ein. Der Sohn eines Oberpfarrers kam dabei zum 12. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment Nr. 177. Bei diesem wurde er am 1. Februar 1915 zum Fähnrich befördert. Als solcher wurde er dann ab März 1915 als Kompanieoffizier im 12. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment Nr. 177 eingesetzt. Als solcher wurde er am 4. Juni 1915 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dann später auf den 20. August 1914 festgelegt. Ab 1917 wurde er dann als Führer der MG-Kompanie vom 12. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment Nr. 177 eingesetzt. Bei diesem Regiment wurde er dann bis zum Ende des Krieges eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz verliehen. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er ab Februar 1919 als Unterrichtsoffizier der litauischen Armee in Kowno eingesetzt. Ab April 1919 wurde er dann beim Stab vom Sächsischen Freiwilligen-Regiment 19 im litauischen Grenzschutz eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 24 zugeteilt. Diesem gehörte er auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 an. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann anfangs als Kompanieoffizier eingesetzt. Ab dem 1. Januar 1921 wurde er dann als Adjutant des I. (Jäger-) Bataillons vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden verwendet. Am 1. Oktober 1922 wurde sein Patent als Leutnant auf den 1. September 1915 datiert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Adjutant des II. Bataillons vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Bautzen eingesetzt. Am 1. Juni 1924 wurde er dann zur 4. Eskadron vom 12. (Sächs.) Reiter-Regiment nach Großenhain versetzt. Bei dieser wurde er dann mehrere Jahre als Eskadronoffizier eingesetzt. Im Sommer 1925 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dann auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 7. August 1928 hat er Hilde Arnhold geheiratet. 1928/29 wurde er dann in die Ausbildungs-Eskadron vom 12. (Sächs.) Reiter-Regiment ebenfalls in Großenhain versetzt. Bei dieser wurde er am 1. April 1930 zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er am 1. Februar 1931 als Nachfolger von Rittmeister Ludwig Crüwell zum Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 12. (Sächs.) Reiter-Regiment in Großenhain ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre aus. Am 1. April 1934 wurde er dann zum Kompaniechef im Kraftfahr-Lehr-Kommando Ohrdruf ernannt. In dieser Funktion wurde er dann während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht eingesetzt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef einer Kompanie vom Panzer-Regiment 1 ernannt. Zum 1. Dezember 1935 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er dann beim Stab vom Panzer-Regiment 1 in Erfurt eingesetzt. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur der II. Abteilung vom Panzer-Regiment 7 ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Januar 1939 zum Oberstleutnant befördert. Im Sommer 1939 verlegte er mit seiner Abteilung nach Ostpreußen. Bei Beginn des 2. Weltkrieges führte er seine Abteilung im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 führte er dann seine Abteilung im Verband der 10. Panzer-Division im Westfeldzug. Am 12. September 1940 gab er sein Kommando über seine Abteilung ab und wurde daraufhin in die Führerreserve versetzt. Am 1. Oktober 1940 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 21 ernannt. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Im Sommer 1941 führte er sein Regiment dann im Verband der 20. Panzer-Division in den Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland eingesetzt. Am 24. Dezember 1941 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Auch Anfang 1942 führte er sein Regiment im Mittelabschnitt der Ostfront. Am 20. August 1942 musste er sein Kommando über das Panzer-Regiment 21 wegen einer Verwundung abgeben. Nach seiner Genesung wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Am 1. Februar 1943 wurde er dann zum Kommandeur der Panzer-Brigade 100 ernannt. Am 10. Juli 1943 wurde er dann als Höherer Panzerabwehr-Offizier zum OB Südwest versetzt. Als solcher wurde er zum 1. Juli 1944 zum Generalmajor befördert. Am 1. September 1944 musste er dann sein Kommando wegen einer Erkrankung abgeben. Er wurde dann wegen infektiöser Gelbsucht ins Lazarett eingeliefert. Zu Weihnachten 1944 wurde er dann in eine medizinische Klinik nach Tübingen verlegt. Am 4. April 1945 wurde er endgültig in die Führerreserve versetzt. Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde er noch im Mai 1945 durch die allliierten Besatzungstruppen verhaftet. Während seiner Gefangenschaft erarbeitete er 1947 das Werk "D-204 Employment of Panzer Units in Central Italy in 1944, and Peculiarities Thereof" für die Historical Division. Aus der Gefangenschaft wurde er nach über zwei Jahren erst am 17. Juni 1947 wieder entlassen.