Sommé, Ralph Walter Max

 

* 27. Mai 1888, Rittergut Libartowo, Kreis Schroda / Provinz Posen

† 14. Mai 1971, Düren (Rheinland)

 

Walter Sommé war der Sohn des Amtsanwalts und Standesbeamten Max Sommé und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Rumler. Er trat am 1. Mai 1908 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 3. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 50. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule Metz am 19. November 1909 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann die nächsten Jahre als Kompanieoffizier im 3. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 50 eingesetzt. 1913 wurde er dann zum Bataillonsadjutant in seinem Regiment ernannt. Als solcher rückte er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 ins Feld. Am 18. September 1915 wurde er dort zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1915 wechselte er dann zur fliegenden Truppe. 1918 war er an der Geschwaderschule in Paderborn tätig. Dort wurde er am 18. Oktober 1918 zum Hauptmann befördert. Bereits am 5. Oktober 1918 hatte er die über zwei Jahre jüngere Irma Eva Karoline Adele Diestel, Tochter des Generalmajor z.D. Karl Diestel, in Schöneberg geheiratet. Trauzeugen waren sein Vater und sein Schwager der Leutnant Erich Diestel. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern auch beide Eisernen Kreuzen und andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg seine Tochter Ruth Eva Irma Elisabeth Sommé am 22. Juli 1919 in Paderborn geboren. Er selbst wurde  als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er als Kompaniechef zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 9 der Reichswehr-Brigade 5. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er die ersten Jahre bei einem Bataillonsstab eingesetzt. Später wurde er dann bei diesem auch als Kompaniechef verwendet. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Chef der 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch-Eylau eingesetzt. Diese Position behielt er dann auch die nächsten Jahre. Sein Vater starb am 8. Januar 1925 im Alter von 76 Jahren in Hirschberg. 1926/27 wurde er dann in den Stab des Ausbildungs-Bataillons vom 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Marienburg (Westpreußen) versetzt. 1927/28 wurde er dann in die Ausbildungs-Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Breslau versetzt. Von dort wurde er als Ausbilder zur Infanterieschule Döberitz kommandiert. 1928/29 wurde er für die nächsten Jahre in die 4. Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Lüben versetzt, blieb aber weiter zur Infanterieschule Döberitz kommandiert. Am 1. April 1932 wurde er als Angehöriger der 4. Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment in Lüben zum Major befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Am 1. April 1934 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant in die Luftwaffe übernommen. Dabei wurde er anfangs zum Kommandeur der Fliegerschule Braunschweig ernannt. Privat wohnte er damals im Erdgeschoß unter der Adresse Am Windmühlenberge 1 in Braunschweig, wo er die Telefonnummer 2352 hatte. Am 1. April 1936 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur (Kommodore) vom Kampfgeschwader 153 in Merseburg ernannt. Am 1. Januar 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. Februar 1939 wurde er durch Oberst Heinrich Seywald abgelöst. Dafür wurde er an diesem Tag zum Höherer Flieger-Ausbildungs-Kommandeur III in Berlin ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Kommandeur vom Luftgaustabes z.b.V. 3 für den Polenfeldzug ernannt. Im Frühjahr 1940 war er nach der Umbenennung seines Stabes Kommandeur vom Luftgaustab z.b.V. 14. In dieser Funktion wurde er dann auch im Westfeldzug eingesetzt. Nach dem Westfeldzug wurde er Ende 1940 durch die erneute Umbenennung seines Stabes zum Höherer Flieger-Ausbildungs-Kommandeur Belgien-Nordfrankreich bei der Luftflotte 3 ernannt. Am 1. Dezember 1940 wurde er als solcher zum Generalleutnant befördert. Zum Beginn des Ostfeldzuges wurde er dann Anfang des Sommers 1941 wieder als Kommandeur eines Luftgaustab z.b.V. bei der Heeresgruppe Nord eingesetzt. Ende Oktober 1941 wurde er dann zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando VIII in Breslau ernannt. Diese Position behielt er dann die nächsten Jahre. Dabei wurde er am 20. Mai 1942 zum General der Flieger befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1942 festgelegt. Im Sommer 1944 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Am 31. Dezember 1944 wurde er endgültig aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Noch vor der Kapitulation der Wehrmacht wurde er Mitte April 1945 durch die westalliierten Besatzungstruppen gefangen genommen. Er wurde dann erst zum Sommer 1947 wieder entlassen.

Seine Schwester war die am 2. Februar 1876 in Libartowo bei Kostschin geborene Bertha Julie Alice Sommé. Diese heiratete am 28. Dezember 1896 den fast fünf Jahre älteren Landwirt aus Reichen, Kreis Guhrau, Walther Humprecht, in Hirschberg. Diese Ehe wurde durch das am 7. März 1912 rechtsgültig gewordene Urteile vom Landgericht III Berlin geschieden. Sie heiratete am 2. September 1918 den Uhrmacher Ernst Karl Julius Moggé, Sohn des verstorbenen Schankwirts Ernst Heinrich Karl Moggé, in Berlin.