Freiherr von Wilmowsky, Hermann Paul Friedrich
| * 26. Juni 1881, Hannover † 4. November 1970, Göttingen |
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Friedrich Freiherr von Wilmowski war der Sohn des späteren Landeshauptmanns der Provinz Sachsen und Leiters der Reichskanzlei Adolf Wilhelm Kurt Freiherr von Wilmowski und dessen Ehefrau Auguste Alexandrine Victoria, geborene Wilke. Er trat nach seiner Kadettenausbildung im Kadettenhaus Ploen und in der Hauptkadettenanstalt Groß Lichterfelde am 22. März 1900 als Leutnant ohne Patent in das Königlich Preußische Heer ein. Er wurde dabei von der Haupt-Kadettenanstalt Groß Lichterfelde zum 1. Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2 nach Schwedt an der Oder überwieen. Bei diesem Regiment erhielt er dann auch sein Patent vom 22. März 1900 (H2h) und wurde am 3. April 1900 vereidigt. Er wurde dann als Eskadronoffizier im 1. Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2 eingesetzt. Vom 1. April 1904 bis zum 1. Oktober 1904 wurde er mit sämtlichen Gebührnissen nach Dover beurlaubt. Am 1. Oktober 1906 wurde er zum Militär-Reitinstitut nach Hannover kommandiert. Ab dem 5. Oktober 1908 wurde er als Regimentsadjutant vom 1. Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2 verwendet. Als solcher wurde er am 18. Oktober 1909 (D48d) zum Oberleutnant befördert. Die Erlaubnis zur Verheiratung hat er am 22. März 1912 erhalten. Als Regimentsadjutant hat er am 11. April 1912 die fast elf Jahre jüngere Mary Augusta Adolfine Elisabeth von Poseck die Tochter seines Kommandeurs Oberstleutnant Maximilian von Poseck, in Schwedt an der Oder geheiratet. Am 16. Februar 1913 wurde seine Tochter Marie-Luise Natalie Auguste Adolfine Freiin von Wilmowski in Schwedt an der Oder geboren. Am 10. September 1913 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 (U64u) zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er dann ab dem 1. Oktober 1913 als Adjutant der 21. Kavallerie-Brigade in Frankfurt am Main eingesetzt. Auch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 versah er in dieser Funktion seinen Dienst. Zu Beginn des Krieges wurde er als Divisionsadjutant bei der 4. Kavallerie-Division eingesetzt. Am 9. Februar 1916 wurde seine Tochter Liselotte Barbara Margarethe Freiin von Wilmowski in Frankfurt am Main geboren. Ab dem 14. Januar 1918 wurde er als Bataillonskommandeur eingesetzt. Ab dem 28. September 1918 wurde er als stellvertretender Regimentskommandeur verwendet. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Orden verliehen. Nach dem Krieg wurde er ab dem 17. März 1919 als Brigadeadjutant verwendet. Noch im Jahr 1919 wurde er als Rittmeister in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er ab dem 3. Juli 1919 zum Grenadier-Regiment zu Pferde versetzt. Durch weitere Umbildungen kam er später zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 222 bzw. noch später zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 102. Seine Vereidigung erfolgte am 29. Oktober 1919. Ab dem 3. Februar 1920 wurde er als Eskadronchef der 3. Eskadron im Reiter-Regiment 6 eingesetzt. Auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er noch als Eskadronchef im Reiter-Regiment 6 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er dann als Chef der 3. Eskadron in das 6. (Preußisches) Reiter-Regiment übernommen. In dieser Funktion wurde er dann die ersten Jahre im 6. (Preuß.) Reiter-Regiment eingesetzt. Am 1. Februar 1922 er den 1. Oktober 1913 (32) als neues Rangdienstalter als Rittmeister zugewiesen bekommen. Am 1. August 1922 wurde er als solcher zum Major befördert. Als Major wurde er am 15. September 1923 mit Wirkung vom 1. Oktober 1923 für mehrere Jahre an der Kavallerieschule in Hannover eingesetzt. Sein Sohn Hans-Jürgen Wilmowsky wurde am 21. Januar 1927 in Hannover geboren. Am 1. April 1927 wurde er dann in den Regimentsstab vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Hannover versetzt. Ab der Rangliste vom Frühjahr 1927 ist er dann mit dem Namen Wilmowsky verzeichnet. In Hannover erhielt er jetzt seine Einweisung als Regimentskommandeur. Dabei wurde er am 1. Februar 1928 zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1928 als Nachfolger von Oberst Georg Brandt zum Kommandeur vom 3. (Preußisches) Reiter-Regiment in Rathenow ernannt. Als solcher wurde er dann am 1. Februar 1931 zum Oberst befördert. Am 30. September 1932 gab er sein Kommando über das 3. (Preuß.) Reiter-Regiment in Rathenow an Oberstleutnant Erich Volk ab. Am 1. Oktober 1932 wurde er zum Kommandant von Hannover ernannt. Zum 1. Oktober 1933 wurde er zum Generalmajor befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der Reichswehr-Zentralwerbestelle Hannover ernannt. Noch vor der Umbenennung seiner Dienststelle zur Wehrersatzinspektion Hannover wurde er am 1. April 1935 als Nachfolger von Generalleutnant Hans Feige zum Kommandeur der 1. Kavallerie-Division in Frankfurt an der Oder ernannt. Als solcher wurde er zum 1. August 1935 zum Generalleutnant befördert. Er behielt dieses Kommando dann bis zur Auflösung des Divisionsstabes im Frühjahr 1936. Am 1. April 1936 wurde er dann dafür zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Potsdam ernannt. Diese Funktion übte er dann viele Jahre aus. Am 12. Februar 1937 (standesamtlich) und 13. Februar 1937 (kirchlich) heiratete seine Tochte Marie-Luise Freiin von Wilmoski den fast acht Jahre älteren Rittmeister der Abteilung IV an der Kavallerieschule Hannover, Ernst-August Lassen, in Potsdam. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 blieb er weiter als solcher eingesetzt. Erst am 1. Oktober 1944 wurde er als Inspekteur der Wehrersatz-Inspektion Potsdam abgelöst. Er wurde jetzt in die Führerreserve OKH versetzt. Am 30. April 1945 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet. Sein Bruder Tilo war der Schwiegersohn von Friedrich Alfred Krupp und kam 1944 im Zusammenhang mit dem Führerattentat vom 20. Juli 1944 ins Konzentrationslager.