Bartcky, Victor Paul Heinrich
| * 13. September 1891, Dresden † 23. August 1941, Chalopje am Dnjepr (gefallen) |
Viktor Bartcky war der Sohn vom Hauptmann sowie späteren Generalleutnant a.D. Heinrich Paul Urban Bartcky und dessen Ehefrau Martha Clementine Kunigunde Ottilie Franziska Freiin von dem Busche-Haddenhausen. Er trat nach seinem Abitur am 10. März 1911 als Fahnenjunker in die Sächsische Armee ein. Er kam dabei zum Königlich Sächsisches 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 nach Freiberg in Sachsen. Bei diesem wurde er am 29. November 1911 zum Fähnrich befördert. Er gehörte damals zur 1. Kompanie seines Bataillons. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 9. August 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 25. August 1910 (M) datiert. Danach gehörte er anfangs als Kompanieoffizier zur 4. Kompanie seines Bataillons in Freiberg. Bereits im Herbst 1913 wurde er in gleicher Funktion in die 3. Kompanie vom 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 am gleichen Standort versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Zugführer, Bataillons- und Regimentsadjutant eingesetzt. Dabei wurde er am 22. Mai 1916 zum Oberleutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen weiteren Orden, wie dem Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Militär-St. Heinrich-Ordens ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei gehörte er am 1. Oktober 1919 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 38. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 38 der Reichswehr-Brigade 19. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in das Infanterie-Regiment 11 versetzt und dort am gleichen Tag neu vereidigt. Ab dem 1. Oktober 1921 absolvierte er die Führergehilfenausbildung im Stab der 4. Division der Reichswehr in Dresden. Dabei wurde er zum 1. Mai 1922 (10) zum Hauptmann befördert. Ab dem 1. Oktober 1922 wurde er als Kompaniechef der 14. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 11. (Sächsisches) Infanterie-Regiment in Döbeln zugeteilt. Privat wohnte er damals mehrere Jahre im Stabsgebäude in der Kaserne in Döbeln. Er heiratete dann die fast genau elf Jahre jüngere Ilse Luise Christine Roßberg, Tochter vom Ritterguts- und Kalkwerksbesitzer Heinrich Arndt Roßberg. Seine älteste Tochter Jutta Bartcky wurde am 23. April 1925 in Döbeln geboren. Am 1. Oktober 1925 wurde er durch Hauptmann Schirlitz abgelöst. Dafür wurde er in den Stab des Ausbildungs-Bataillons vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment ebenfalls in Döbeln versetzt. Seine jüngste Tochter Martha Ilse Irene Bartcky wure am 14. Juli 1926 ebenfalls in Döbeln geboren. Sein Vater starb am 21. Oktober 1926 nur wenige Tage nach seinem 74. Geburtstag. Am 1. Oktober 1927 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Ehrhardt zum Regimentsadjutant vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Leipzig ernannt. 1929 wohnte er privat in der 1. Etage der Heerstraße 1 a in Leipzig-Möckern N 22 nd hatte dort die Telefonnummer 27054. Nach drei Jahren wurde er zum 1. Oktober 1930 als Regimentsadjutant durch Hauptmann Walter Melzer abgelöst. Er selbst wurde als Nachfolger von Hauptmann Hellmuth Eisenstuck zum Chef der 4. (MG.) Kompanie vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Freiberg in Sachsen ernannt. Seine Privatanschrift in Leipzig blieb allerdings auch bis mindestens 1932 bestehen, wobei sich die Telefonnummer zur 54551 änderte. Zum 1. Februar 1933 (11) wurde er zum Major befördert. Kurz darauf wurde er als Kompaniechef durch Hauptmann Christian Beinhoff abgelöst. Dafür wurde er als zum Regimentsstab vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment nach Leipzig versetzt. Kurz darauf wurde er zum Stab des III. Bataillons vom 4. (Preußisches) Infanterie-Regiment nach Deutsch Krone versetzt. Privat wohnte er jetzt in der Jastrower Allee 4 in Schneidemühl, wo er die Telefonnummer 2929 hatte. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment Stargard in Schneidemühl ernannt. Zum 1. August 1935 (10) wurde er als solcher zum Oberstleutnant befördert. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 25 in Schneidemühl ernannt. Nicht ganz ein Jahr später wurde er am 6. Oktober 1936 mit seinem Bataillon zur Bildung vom Infanterie-Regiment 96 herangezogen. Zum 1. März 1938 wurde er zum Oberst befördert. Inzwischen wohnte er in der Krojanker Straße 63 in Schneidemühl, wo er die Telefonnummer 2700 hatte. Am 10. November 1938 wurde er als solcher zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 52 in Leitmeritz ernannt. Zum Beginn des 2. Weltkrieges führte er sein Regiment im Spätsommer 1939 im Verband der 4. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Am 5. Februar 1940 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 513 ernannt. Mit diesem wurde er im Verband der 294. Infanterie-Division zum Ende des Westfeldzuges in Frankreich eingesetzt. Danach verblieb er als Besatzungstruppe an der Kanalküste. Im Frühjahr 1941 wurde er mit dem Divisionsverband als Reserve für den balkanfeldzug bereitgehalten. Zum Sommerbeginn brach der Ostfeldzug los und er führte sein Regiment wieder im Verband der 294. Infanterie-Division im Südabschnitt der Ostfront gegen Shitomir und später gegen Kiew. Er ist am 23. August 1941 auf der Höhe 181 ostwärts Chalopje durch Infanteriegeschoße in Lunge und Brust gefallen. Er wurde daraufhin auf dem Heldenfriedhof der 294. Infanterie-Division in Obuchoff, 36 Kilometer südlich von Kiew beerdigt. Seine Frau wohnte damals in der Emilie-Krämer-Straße 2 in Leitmeritz. Am Familiengrad auf dem Johannesfriedhof Tolkewitz wurde eine Inschrift zu seiner Erinnerung hinterlassen. Seine Mutter starb am 16. August 1942 im Alter von 77 Jahren in ihrer Wohnung in der Lupoldtstraße 17 in Dresden an Knochenvereiterung. Posthum wurde er am 1. Juni 1943 zum Generalmajor befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1941 festgelegt. Seine älteste Tochter heiratete am 5. Juni 1948 den Dolmetscher Rainald Grünwald in Hameln. Das Ehepaar lebte kurz darauf in Gießen, wo sie am 2. Juni 1949 einen Knaben tot zur Welt brachten.
Aus der am 17. Juni 1890 geschlossenen Ehe seiner Eltern ist nur noch eine
Schwester bekannt:
Seine jüngere Schwester Bertha Kathinka Vera Bartcky wurde
am 15. Juni 1893 in Leipzig geboren. Sie heiratete am 5. Januar 1918 den
anderthalb Jahre älteren Leutnant der Reserve im Husaren-Regiment Nr. 20 Gerhard
Rudolf Georg Hetzer, Sohn des Majors Gustav Hetzer, in Loschwitz. Aus dieser Ehe
entsprangen zwei Töchter und ein Sohn. Die älteste Tochter Käte Hildegard Hetzer
starb am 13. April 1932 in der Stephanienstraße 46 in Dresden. Die Schwester
lebte mit ihrem Mann 1945 in Garmisch, wo der Ehemann Kaufmann war. Der am 20.
November 1924 in Niederkaine geborene Sohn Gerhard Gustav Hetzer ist zwischen
dem 13. und 20. Februar 1945 als Leutnant im Raum Mettendorf, Amt Körperich,
Kreis Bitburg, gefallen. Der Ehemann starb am 8. November 1960 in
Garmisch-Partenkirchen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG
109
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1912,
Dresden 1912
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1913,
Dresden 1913
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1914,
Dresden 1914
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im
Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Dermon Bradley: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Band 3 Dahlmann - Fritzlaff,
Biblio-Verlag 1994
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/BARTCKY_VIKTOR.html