Eisenstuck, Hellmuth Franz

 

* 27. Juni 1892, Hamburg

† 1. Mai 1959, Stuttgart-Möhringen

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Hellmuth Eisenstuck war der Sohn vom Kaufmann Bernhard Ernst Eisenstuck und dessen Ehefrau Johanna Friederike Martha Florentine, geborene Jordan. Sein Vater starb bereits im am 4. November 1897 im Alter von 44 Jahren und 8 Monaten in Hamburg. Er trat nch dem Besuch des Gymnasiums in Chemnitz und der Erlangung des Abiturs am 18. März 1912 als Fahnenjunker in die Sächsische Armee ein. Er kam dabei in das Königlich Sächsische 5. Infanterie-Regiment Kronprinz Nr. 104. Bei diesem wurde er am 18. August 1912 zum Fahnenjunker-Unteroffizier und am 13. Dezember 1912 zum Fähnrich befördert wurde. Er gehörte damals zur 12. Kompanie seines Regiments. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 14. August 1913 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 19. August 1911 (Ee) datiert. Danach wurde er als Kompanieoffizier in der 9. Kompanie seines Regiments eingesetzt. Am 14. August 1914 wurde er in das Sächsische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 104 versetzt und dort am 1. Dezember 1914 zum Regimentsadjutant ernannt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm bereits am 10. Oktober 1914 verliehen. Das Ritterkreuz des Sächscischen Albrechtsordens 2. Klasse mit Schwertern wurde ihm am 1. September 1915 verliehen. Am 16. August 1916 wurde er dann Adjutant des Bataillons von Pape und am 3. September 1916 als Kompanieführer zum Sächsischen Infanterie-Regiment 391 versetzt. Bereits am 15. September 1916 wurde er dann 2. Adjutant der 2. Division Berger. Am 10. Oktober 1916 kehrte er infolge der Auslösung dieses Divisionsstabes als Kompanieführer in das Sächsische Infanterie-Regiment 391 zurück. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 24. Dezember 1916 verliehen. Vom 3. Januar 1917 bis zum 1. Februar 1917 wurde er zu einem Lehrgang für Offiziere am Maschinengewehr nach Olita kommandiert, wo er am 27. Januar 1917 (Bb) zum Oberleutnant befördert wurde. Am 16. August 1917 wurde er in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 391 versetzt. Vom 21. Juni 1918 bis zum 10. Juli 1918 wurde er als Führer des II. Bataillons des Regiments verwendet, bis er am 10. Juli 1918 wieder in den Regimentsstab zurückversetzt wurde. Er heiratete am 21. Oktober 1918 die über vier Jahre jüngere Ella Marie Lisinka Kablitz, Tochter des Gutsbesitzers Kablitz aus Dorpat (Estland). Aus der Ehe entsprangen zwei Töchter und ein Sohn. Am 15. November 1918 kam er zum Ersatz-Bataillon vom 5. Infanterie-Regiment "Kronprinz" Nr. 104 versetzt. Nach dem Krieg erfolgte am 2. April 1919 seine Versetzung in das Grenzjäger-Regiment 3. Im Juni 1919 wurde er gegen innere Unruhen in Oelsnitz eingesetzt. Ab dem 25. Juni 1919 war er Ordonnanz-Offizier beim Regimentsstab vom Reichswehr-Infanterie-Regiments 37 und zugleich mit der Führung des Garnisons-Kommandos in Leising beauftragt. Im Juli 1919 wurde er gegen innere Unruhen in Leipzig eingesetzt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 37 der Reichswehr-Brigade 19. Seine Tochter Annemarie Thekla Eisenstuck wurde am 20. Mai 1920 in Leisnig geboren. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in das Infanterie-Regiment 11 versetzt und dort am gleichen Tag neu vereidigt. Vom 31. Januar 1921 bis zum 26. Februar 1921 war er beim Regimentsstab als Vertreter des Nachrichtenoffiziers kommandiert. Vom 13. März 1921 bis zum 18. März 1921 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. Am 1. Oktober 1921 wurde er als Kompanieoffizier in die 12. (MG) Kompanie vom inzwischen zum 11. (Sächsisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment versetzt. Seine jüngste Tochter Helga Eisenstuck wurde am 15. Februar 1922 in Leipzig geboren. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Oberleutnant vom 5. Oktober 1916 (52) zugewiesen. Sein einziger Sohn Diether Eisenstuck wurde am 15. Juni 1923 ebenfalls in Leipzig geboren.  Mit Wirkung vom 1. Februar 1924 zum Hauptmann befördert und gleichzteitig zum Regimentsstab versetzt und dort als Hauptmann beim Stabe eingesetzt. Er wohnte damals privat im Erdgeschoss in der Hölderlinstraße 3 in Leipzig-Gohlis. Vom 26. Oktober 1925 bis zum 28. November 1925 wurde er zum Kampfschullehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Am 1. Februar 1926 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Alfred Thomas zum Chef der 4. (MG-) Kompanie vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Freiberg in Sachsen ernannt. Vom 12. Oktober 1926 bis zum 16. November 1925 wurde er wieder zu einem Kampfschullehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Vom 17. September 1929 bis zum 18. Oktober 1929 wurde er zu einem Vermessungslehrgang zur Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Vom 5. Mai 1930 bis zum 24. Mai 1930 wurde er zu einem Luftschutzlehrgang erneut auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Die Position als Kompaniechef behielt er, bis er am 19. März 1931 mit Wirkung vom 1. April 1931 in das Heereswaffenamt vom Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt wurde. Sein Nachfolger wurde Hauptmann Victor Bartcky. Im RWM wurde er bei der Heeres-Waffen- und Munitionsabteilung (Wa B 2) eingesetzt und dort zum 1. November 1933 (5) zum Major befördert. Am 28. August 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht gehörte er weiter zum Heeres-Waffenamt (WaA) im RWM. Infolge Umbenennung der Einrichtung gehörte er ab dem 21. Mai 1935 zum WaA im Reichskriegsministerium (RKM). Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 noch immer bei der Wa B 2 verwendet. Seine Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte am 20. April 1936 mit Wirkung vom 1. April 1936 (38). Danach wurde er am 20. April 1937 mit Wirkung vom 1. Mai 1937 als Nachfolger von Oberstleutnant Friedrich Pflugbeil zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 14 ernannt. Am 25. November 1937 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1937 in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 34 nach Heilbronn versetzt. Nach nicht einmal einem Jahr wurde er am 10. November 1938 zum Kommandeur des II. (Ergänzungs)-Bataillons vom Infanterie-Regiment 132 in Bruck an der Leitha ernannt. Am 31. Dezember 1938 mit Wirkung vom 1. Januar 1939 (23) zum Oberst befördert, wurde er am 1. Juni 1939 durch die Umbenennung seines Bataillons zum Kommandeur des III. (Ergänzungs)-Bataillons vom Infanterie-Regiment 134 in Stockerau ernannt. Am 15. Juli 1939 ist er mit Wirkung vom 1. August 1939 zum Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 134 übergetreten. Am ersten Mobilmachungstag zum Zweiten Weltkrieg, dem 26. August 1939, wurde Hellmuth Eisenstuck Kommandeur des neu aufgestellten Infanterie-Regiments 462, das er auch während des Frankreichfeldzuges führte. Bereits im April 1940 wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 5. Oktober 1940 wurde er dann Kommandeur des neu aufgestellten Infanterie-Regiments 449 auf dem Truppenübungsplatz Döllersheim. Am 1. April 1941 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt und am 7. Juni 1941 zum Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Regiments 45 ernannt. Am 2. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant z.V. Konrad Stephanus, Kdr. der Division Nr. 187: "Ernster, lebenserfahrener Mann, gutherzig. Geistig recht gut veranlagt. Reiche Diensterfahrungen und -kenntnisse, gute Lehrbegabung. Gewissenhaft, peinlich genau in Vorschrift und Bestimmung, sehr wohlwollender Vorgesetzter, gegen sich selbst hart. Bewertung: Füllt gut aus. Empfehlung: Regimentskommandeur (Felddivision) Leiter grösserer infanteristischer Lehrgänge." Dazu ergänzte am 24. März 1942 General der Infanterie z.V. Alfred Streccius, KG vom Stellvertretenden Generalkommando XVII. Armeekorps: "Einverstanden." Am 26. Juli 1942 wurde er mit Wirkung vom 4. Juli 1942 mit der Führung vom Jäger-Regiment 228 beauftragt. Am 4. Juli 1942 erhielt er folgende Beurteilung: "Ernster, lebenserfahrener Mann. Geistig recht gut beanlagt. Reiche Diensterfahrung und Kenntnisse, gute Lehrbegabung, sehr wohlwollender Vorgesetzter, gegen sich selbst hart. Füllt Stelle als Regimentskommandeur gut aus." Am 10. September 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Erich Diestel, Kdr. der 101. Jäger-Division: "Vornehmer Charakter, hart gegen sich selbst, kenntnisreicher Offizier, gewissenhaft und zuverlässig. Ruhiges Wesen. Guter taktischer Blick. Ruhig und klar auch im Gefecht. Sichere Befehlsgebung. Fürsorglicher und sehr wohlwollender Vorgesetzter. Beliebter Kamerad. Bewertung: Füllt seine Stelle aus. Empfehlung: Geeignet zum Kommandeur einer Ersatzdivision." Es folgte seine Beförderung zum Generalmajor am 16. September 1942 mit Wirkung vom 1. September 1942 (1a). Daraufhin wurde er am 28. September 1942 mit Wirkung vom 10. September 1942 mit der Führung der 381. Feldausbildungs-Division beauftragt. Nur kurz darauf wurde er am 26. Oktober 1942 mit Wirkung vom 1. Oktober 1942 zum Kommandeur der 381. Feldausbildungs-Division ernannt. Am 7. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Franz Mattenklott, Befehlshaber Krim (KG vom XXXXII. Armeekorps): "Mir seit 4. Februar 1943 bekannt. (Letzte Beurteilung vom 10.9.42) Ich schließe mich dieser Beurteilung an. Hat die ihm auf der Krim gestellte Aufgabe Organisation der vom Kaukasus nach der Krim übersetzenden Teile und Küstenschutz am Asowschen Meer nach anfänglicher Unsicherheit bisher gelöst. Starke und Schwache Seiten: Noch nicht zu übersehen. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Als Kommandeur einer Sicherungs- oder Ersatz-Division." Dazu ergänzte Generalfeldmarschall Ewald von Kleist, OB der Heeresgruppe A: "Keine sehr ausgesprochene Persönlichkeit. Die Stellung eines Kommandeurs einer Ersatz-Division füllt er aus." Am 15. August 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Sigismund von Förster, Befehlshaber Krim: "Mir nicht bekannt geworden." Am 5. November 1943 wurde er mit Wirkung vom 25. Juli 1943 erneut in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte der Wehrkreis XVII. Gleichzeitig wurde er für die Dauer von unter 4 Monaten zum Stab zur Heeresgruppe A kommandiert. Diese Kommandierung war am 8. September 1943 beendet, er wurde aber bis zum 30. September 1943 beurlaubt. Am 12. Oktober 1943 wurde er wieder für kriegsdienstverwendungsfähig (k.v.) eingetuft. Ab dem 8. Februar 1944 folgte die Kommandierung zur Heeresgruppe D zur Verwendung als Festungs-Kommandant. Am 15. Februar 1944 wurde er dann zum Festungs-Kommandanten von Royan (Girondemündung Nord) ernannt. Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Hermann Wilck, Kdr. der 708. Infanterie-Division: "Erst seit dem 10. Februar 1944 in der Division. Der erste Eindruck ist folgender: Generalmajor Eisenstuck scheint mit seiner Stellung seiner früheren Verwendung als Divisionskommandeur im Osten wegen nicht ganz einverstanden. Macht klugen, sicheren Eindruck und ist bestimmt seiner neuen Stellung gewachsen." Dazu ergänzte am 9. März 1944 General der Artillerie Curt Gallenkamp, KG vom LXXX. Armeekorps: "Mir noch nicht näher bekannt geworden. Macht durchaus klaren und sicheren Eindruck." Als nächstes ergänzte am 10. März 1944 Generaloberst Johannes Blaskowitz, OB der 1. Armee: "Noch nicht zu beurteilen." Als letztes ergänzte dann Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, OB West (Heeresgruppe D): "Einverstanden." Am 29. Juni 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1944 wieder in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte wieder der Wehrkreis XVII. Dabei musste er krankheitsbedingt wegen Herzbeschwerden und Leistenbruch in das Standortlazarett Heilbronn eingeliefert werden. Am 5. Juni 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Hermann Wilck, Kdr. der 708. Infanterie-Division: "In früheren Beurteilungen als besonders mutig und tapfer bezeichnet. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit als Kommandant der Festung Girondemündung zeigte er sich als zuverlässig, ruhig, gewissenhaft und klar denkend. Seiner Herzbeschwerden versuchte er mit großer Energie Herr zu werden. Bewertung: Durchschnitt." Dazu ergänzte am 11. Juni 1944 Gallenkamp: "Infolge seines schweren Herzleidens überaus nervös. Sein Gesundheitszustand machte in der augenblicklichen Lage seine Ablösung notwendig, da er zur Zeit stärkster Kampfbelastung nicht gewachsen ist. Das ist ihm von mir am 5. Juni 1944 schriftlich eröffnet. In der kurzen Zeit, in der er als Festungs-Kommandant Dienst getan hat, hat er sich als eifriger, pflichttreuer Offizier mit klarem Urteil erwiesen." Als nächstes ergänzte am 18. Juni 1944 General der Infanterie Kurt von der Chevallerie, OB der 1. Armee: "Ist mir nicht bekannt geworden." Dazu ergänzte am 23. Juni 1944 Generaloberst Johannes Blaskowitz, OB der Armeegruppe G: "Habe mir ein abschließendes Urteil in der kurzen Zeit noch nicht bilden können." Als letztes ergänzte dann noch Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, OB West (Heeresgruppe D): "Mir nicht bekannt geworden." Die Operation wegn des Leistenbruchs erfolgte am 28. Juni 1944. Nach seiner Genesung folgte am 15. August 1944 mit Wirkung vom 20. August 1944 die Kommandierung zum Militärbefehlshaber Südost zur Einweisung in die Geschäfte eines Feldkommandanten. Am 18. August 1944 wurde er sogar unter Aufhebung des vorstehenden Kommandos mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommanant der Wehrmachtkommandtur Litzmannstadt beauftragt. Dies wurde aber am 24. August 1944 für nicht wirksam erklärt, da er am 23. August 1944 im Reservelazarett Heilbronn erneut operiert wurde und erst am 1. Oktober 1944 wieder kriegsdienstverwendungsfähig wäre. Daraufhin wurde er wieder in die Führerreserve OKH versetzt, seine Dienstregelung blieb beim Wehrkreis XVII. Danach folgte angeblich am 1. Oktober 1944 mit Wirkung vom 7. Oktober 1944 die Ernennung zum Kommandanten von Warschau. Sein Sohn Diether Eisenstuck ist am 2. Oktober 1944 als Obergefreiter im Raum Le Tholy gefallen. Am 15. Dezember 1944 wurde er in die Führerreserve der Heeresgruppe A versetzt. Am 28. Dezember 1944 wurde er von der Heeresgruppe A zur Verwendung als Kampfkommandant von Kaschau zur Armeegruppe Heinrici kommandiert. Am 1. Januar 1945 wurde er dann in den Baustab (Verteidigungsstab) der 1. Panzerarmee versetzt. Er wurde als Kampfkommandant von Kaschau eingesetzt. Am 5. Januar 1945 erhielt er folgende Beurteilung von General der Panzertruppe Walter Fries, KG vom XXXXVI. Panzerkorps: "Bescheidener, gerader, anständiger Charakter. Tritt wenig hervor. Gute geistige Veranlagung. Klares Urteil. Zuverlässig und fleissig. Hat sich mit grossem Eifer als Kommandant der Festung Warschau deren Ausbau und Versorgung, sowie der Ausbildung der Truppe gewidmet. Dabei zeigte er guten taktischen Blick. Er ist der vielen Anfangsschwierigkeiten bei den Ausbauarbeiten zur Zufriedenheit Herr geworden. Körperlich infolge einer Herzkrankheit behindert, auch etwas nervös; darunter leidet wahrscheinlich seine Tatkraft, obwohl er rastlos tätig ist und sich nicht schont. Gelegenheit zur Bewährung vor dem Feind war in der Zeit der Unterstellung nicht vorhanden. Nach früherem Urteil besonders tapfer. Guter Kamerad. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Kommandeur einer Ersatz-Division oder Feldzeug-Kommando." Dazu ergänzte am 8. Januar 1945 von General der Panzertruppen Smilo Freiherr von Lüttwitz, OB der 9. Armee: "Sehr fleissiger, einsatzbereiter Offizier, aber zu wenig Persönlichkeit, um der schweren Aufgabe als Festungs-Kommandant Warschau Herr zu werden. Mit vorgeschlagener Eignung einverstanden." Als letztes ergänzte am 13. Januar 1945 noch Generaloberst Josef Harpe, OB Heeresgruppe A: "Einverstanden." Bei Kriegsende geriet er in sowjetische Gefangenschaft, aus der er am 11. Mai 1950 entlassen wurde. Seine älteste Tochter Anne Marie Thekla war mit einem Dragutin Njezic verheiratet und lebte nach Kriegsende in München. Mit diesem wanderte sie nach Perth in Australien aus, wo sie später auch gestorben ist. Generamajor a.D. Eisenstuck wohnte danach in der Wilhelm-Busch-Straße 15 in Heilbronn. Nicht einmal 9 Jahre nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft ist er in Stuttgart-Möhringen verstorben. Seine Witwe ist später nach Wattenscheid verzogen, wo ihr Schwiegersohn Dr. med. Helmut Ochel als Arzt tätig war.

Aus der Ehe seiner Eltern hatte er auch noch Geschwister:
Sein ältester Bruder war der am 18. Oktober 1881 in Hamburg geborene Friedrich Wilhelm Eisenstuck. Dieser wurde Kaufmann in Frankfurt am Main. Er heiratete am 29. März 1910 die zweieinhalb Jahre ältere Helene Meurer, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Gustav Kamil Jacob Meurer, in Frankfurt. Dem Paar wurde am 15. Februar 1912 die Tochter Gerda Auguste Martha Eisenstuck in Frankfurt am Main geboren. Der Bruder wohnte 1925 als Bankbeamter in der Gartenstraße 18 in Frankfurt/Main. Die Ehefrau ist am 13. November 1941 in Erbach (Rheingau) verstorben. Sein Bruder Wilhelm Eisenstuck starb am 27. November 1945 als kaufmännischer Angestellter in seiner Wohnung in der Adolfsallee 8 in Wiesbaden an einer Grippe. Die Nichte Gerda Wunderlich starb bereits am 12. Juni 1956 um 17:39 Uhr im Krankenhaus Paulinenstift in Wiesbaden an Dickdarmkrebs. Sie hatte am 16. Oktober 1947 Ernst Rudolf Wunderlich in Leverkusen-Wiesdorf geheiratet.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 2. Mai 1885 in Hamburg geborene Bernhard Ernst Eisenstuck. Dieser starb am 24. Februar 1944 in Ilbeshausen.


Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1912, Dresden 1912
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1913, Dresden 1913
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1914, Dresden 1914
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Dermon Bradley: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Band 3 Dahlmann - Fritzlaff, Biblio-Verlag 1994
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/EISENSTUCK_HELLMUTH.html
Pers 6/1208
Pers 6/299604