Fischer, Paul Hugo Ludwig Georg

 

* 12. September 1872, Quednau

† 21. Januar 1936, Königsberg in Ostpreußen

 

 

Paul Fischer war der Sohn des Pfarrers Carl Ludwig Fischer und dessen Ehefrau Luise, geborene Riedel. Er diente als Einjährig-Freiwilliger im Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm I (2. Ostpreußisches) Nr. 3 in Königsberg in Preußen, in dem er nach Ableistung seiner Dienstzeit als Vizefeldwebel der Reserve entlassen wurde.

Am 18. April 1891 wurde er aktiviert und kehrte als Portepeefähnrich zum Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm I (2. Ostpreußisches) Nr. 3 zurück. Am 22. August 1891 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 5. Kompanie seines Regiments in Königsberg in Preußen eingesetzt. Im Herbst 1892 wurde er in gleicher Funktion in die 6. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort eingesetzt. Anfang Oktober 1893 wurde er als Nachfolger von Sekondeleutnant Fischer zum Adjutant des II. Bataillons vom 2. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm I." Nr. 3 in Königsberg ernannt. Als Nachfolger von Sekondeleutnant Witte wurde er 1894 zum Adjutant des Füsilier-Bataillons vom 2. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm I." Nr. 3 am vorläufigen Standort Braunsberg ernannt. Seine Nachfolge als Adjutant des II. Bataillons trat Sekondeleutnant Wendland an. 1896/97 wurde er als Nachfolger von Premierleutnant Hanncke zum Regimentsadjutant seines Regiments in Königsberg ernannt. Sein Nachfolger als Adjutant des Füsilier-Bataillons in Braunsberg wurde dafür Sekondeleutnant Steffen. Die Position behielt er für einige Jahre. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Am 22. März 1900 (Pp) wurde er als solcher auch zum Oberleutnant befördert. Danach wurde er durch Oberleutnant Witte als Regimentsadjutant abgelöst. Dafür wurde er zum Infanterie-Lehr-Bataillon kommandiert. Für seine Generalstabsausbildung wurde er von Oktober 1901 bis Juli 1904 zur Kriegsakademie in Berlin einberufen. Während dieser Zeit heiratete er am 22. April 1904 die über fünfeinhalb Jahre jüngere Lina Susanne Therese Böhm, Tochter eines Rittergutsbesitzers, in Keimkallen (standesamtlich) bzw. Gabditten (kirchlich). Von Beendigung der Schlußübungsreise der Kriegsakademie im Juli 1904 bis zum 30. September 1904 wurde er zur Nachholung von Dienstleistungen nach Württemberg behufs Dienstleistung beim 1. Württembergisches Dragoner-Regiment "Königin Olga" Nr. 25 kommandiert. Nach seiner Rückkehr von diesem Kommado gehörte er im Frühjahr 1905 als Kompanieoffizier zur 4. Kompanie seines Regiments in Königsberg. Dem Paar wurde am 13. August 1905 der Sohn Klaus Richard Heinz Fischer in der elterlichen Wohnung in der Wrangelstraße 39 in Königsberg in Preußen geboren. Am 19. Dezember 1905 wurde er dann als Nachfolger von Hauptmann Hengstenberg als Adjutant zur 83. Infanterie-Brigade nach Erfurt versetzt. Als solcher wurde er am 27. Januar 1906 (Y5y) zum Hauptmann befördert. Sein Vater starb in diesem Jahr. Am 17. Mai 1910 wurde er durch Oberleutnant Kaempf als Brigadeadjutant in Erfurt abgelöst. Daraufhin folgte ab diesem Datum seine Verwendung als Kompaniechef im 2. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm I." Nr. 3. Dabei übernahm er als Nachfolger von Major von Printz die 3. Kompanie in Königsberg. 1911/12 übernahm er als Nachfolger von Hauptmann Schnorrenpfeil die 12. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort. Seine 3. Kompanie übernahm dafür Hauptmann von Seemen. Zusammen mit der Beförderung zum Major am 27. Januar 1914 (A3a) erfolgte die Versetzung als Nachfolger von Major Stolz als Adjutant zum Stab der 3. Division nach Stettin. Seine 12. Kompanie in Königsberg wurde von Hauptmann Schöne übernommen. Mit der 3. Division zog er Anfang August 1914 in den Ersten Weltkrieg. 1917 übernahm er das Kommando über das Infanterie-Regiment Nr. 437. Im Ersten Weltkrieg wurde er verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch viele andere Auszeichnungen verliehen. Am 1. Oktober 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen und Bataillons-Kommandeur im Reichswehr-Infanterie-Regiment 40. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er noch zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 40 der Reichswehr-Brigade 20. Am 16. Juni 1920 folgte seine Beförderung zum Oberstleutnant. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr folgte am 1. Oktober 1920 die Übernahme in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 1 in Königsberg in Preußen. Am 1. Juli 1921 (14) wurde er dort zum Oberst befördert, Am 1. April 1922 übernahm Oberst Paul Fischer als Nachfolger von Oberst Hugo van den Bergh das Kommando über das inzwischen zum 1. (Preußisches) Infanterie-Regiment umbenannte Regiment in Königsberg. Am 31. Januar 1926 wurde er dann mit dem Charakter als Generalmajor aus dem aktiven Militärdienst verabschiedet. Seine Nachfolge als Kommandeur vom 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment trat Oberst Hermann Wülfing an. Er wohnte danach in der Vogelweide 8 in Königsberg und hatte dort die Telefonnummer 22346 und ab 1930 25346. 1934 zog er in die Alte Pillauer Landstraße 25 in Königsberg behielt aber seine Telefonnummer. Er starb Anfang des Jahres 1936, seine Witwe lebte weiterhin in der gemeinsamen Wohnung.

Er hatte aus der Ehe seiner Eltern mehrere Geschwister. Insgesamt 3 Schwestern (Elsbeth, Hildegard, Käthe) und 5 Brüder (Gerhard, Gotthold, Erich, Johannes, Constantin):
Seine ältere Schwester war die im Januar 1868 geborene Luise Käthe Laura Alice Fischer. Sie starb an Brechdurchfall am 20. August 1868 und wurde am 23. August 1868 in Quednau beerdigt.
Sein älterer Bruder war der Paul Gerhard Ludwig Constantin Fischer. Dieser wurde am 30. Mai 1869 in Quednau geboren.
Ein weiterer älterer Bruder war Ernst Martin Hugo Johannes Fischer. Dieser wurde am 4. November 1870 in Quednau geboren. Er starb am 24. Juli 1871 in Quednau und wurde dort fünf Tage später beerdigt.
Ein jüngerer Bruder war der am 8. Oktober 1873 in Quednau geborene Erich Justus Alfred Theodor Fischer. Dieser schlug die Offizierslaufbahn bei der Infanterie ein. Er wurde nac dem Besuch der Kriegsschule am 18. August 1892 zum Sekondeleutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 8. Kompanie des Regiments in Gumbinnen eingesetzt. Im Herst 1893 wurde er in gleicher Funktion in die 6. Kompanie des Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1895 wurde er als Kompanieoffizier in die 14. Kompanie vom Ostpreußisches Füsilier-Regiment "Graf Roon" Nr. 33 ebnefalls in Gumbinnen versetzt. Am 22. März 1897 wurde er zur Aufstellung vom Infanterie-Regimet Nr. 147 abgegeben. Dort wurde er anfangs als Kompanieoffizier der 6. Kompanie am vorläufigen Standort in Gumbinnen eingeteilt. Im Herbst 1897 wurde er in gleicher Funktion in die 2. Kompanie des neuen Regiments nach Insterburg versetzt. 1898/99 wurde er als Kompanieoffizier zur Unteroffizier-Schule in Marienwerder kommandiert. Etatmäßig wurde er anfangs der 8. Kompanie in Insterburg zugeordnet. Am 23. März 1901 (J4i) wurde er zum Oberleutnant befördert. Er war damals noch immer als Kompanieoffizier zur Unteroffizier-Schule in Marienwerder kommandiert. Nachdem das gesamte Regiment Anfang des Jahres 1902 nach Lyck umgezogen ist, erhielt es die neue Bezeichnung 2. Masurisches Infanterie-Regiment Nr. 147. Er kehrte jetzt zum Regiment zurück und diente danach noch mehrere Jahre als Kompanieoffizier in der 4. Kompanie des Regiments. Er schied am 23. September 1904 mit Wirkung vom 26. September 1904 im 2. Masurisches Infanterie-Regiment Nr. 147 aus dem Heer aus und wurde dafür am 27. September 1904 in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika angestellt. Er heiratete während dieser Zeit als Oberleutnant in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika in Dara-al-Salam am 4. April 1907 die fast neun Jahre jüngere Christel Matthiae, Tochter des Fabrikbesitzers Hermann Matthiae, in Marienwerder. Am 19. November 1908 (P4p) wurde er zum Hauptmann befördert. Auch bei Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er weiter zur Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. Er starb dort als Major am 18. März 1916 in Lembeni.

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1890, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1890
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Ernst Kabisch: Die Führer des Reichsheeres 1921 und 1931, Dieck-Verlag, Stuttgart 1931
Dermot Bradley / Karl Friedrich Hildebrand / Markus Rövekamp: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Teil IV, Band 3: Dahlmann - Fritzlaff, Biblio-Verlag 1994