Wülfing, Hermann Emil Ludwig
| * 19. Februar 1873, Gut Burghof bei Heimbach im Kreis
Neuwied † 8. Mai 1952, Unkel am Rhein |
Hermann Wülfing war der zweitälteste Sohn von Hermann Karl Wülfing und dessen Ehefrau Maria Alwine, geborene Geldmacher. Er besuchte eine Kadettenanstalt und trat am 22. März 1892 als Sekondeleutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Infanterie-Regiment Nr. 98 nach Metz. Bei diesem wurde er anfangs als Kompanieoffizir in der 4. Kompanie eingesetzt. Im Herbst 1894 wurde er in gleicher Funktion in die 8. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1895 wurde er als Nachfolger von Sekondeleutnant Obstfelder zum Adjutant des IV. Bataillons seines Regiments in Metz ernannt. Am 31. März 1897 wurde er dann mit dem kompletten Halbbataillon zur Aufstellung vom Infanterie-Regiment Nr. 173 in St. Avold herangezogen. Er wurde dort jetzt als Kompanieoffizier anfangs der 1. Kompanie zugeteilt. Im Frühjahr 1898 gehörte er in gleicher Funktion zur 3. Kompanie seines neuen Regiments in St. Avold. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 bei dieser auch zum Leutnant ernannt. Im Frühjahr 1900 gehörte er wieder zur 1. Kompanie. Am 18. August 1900 wurde er in dieser auch zum Oberleutnant befördert. Ab dem Frühjahr 1902 gehörte er mehrere Jahre als Kompanieoffizier zur 2. Kompanie vom inzwischen zum 9. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 173 umbenannten Regiment in St. Avold. Im Herbst 1907 wurde er zum Hauptmann befördert. Am 27. Januar 1908 hat er ein Patent seines Dienstgrades erhalten. Gleichzeitig wurde er als Nachfolger von Hauptmann Eben zum Chef der 1. Kompanie in seinem Regiment in St. Avold ernannt. Diese Position hielt er auch noch kurz vor der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg im Sommer 1914. Er zog dan mit seinem Regiment bei Ausbruch des Krieges ins Feld. Am 22. August 1914 wurde er bei Mercy le Haut schwer verwundet und Ende November 1914 Kommandeur des II. Bataillons. Ende März 1918 wurde er schließlich Kommandeur des 9. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 173. Am 30. Oktober 1918 wurde ihm der Orden "Pour le mérite" verliehen. Nach Kriegsende wurde er im Jahr 1919 als Major in das vorläufige Reichsheer übernommen. Im Februar 1920 wurde er Bataillons-Kommandeur im Reichswehr-Schützen-Regiment 7. Er wohnte zu dieser Zeit am Karlsplatz 37 in Bernburg. Im Mai 1920 war er Kommandeur des II. Bataillons des Schützen-Regiments 8. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er bereits zum Reiter-Regiment 7. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 gehörte er als Stabsoffizier zum Reiter-Regiment 7 versetzt. Dort wurde er am 18. Dezember 1920 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1921 wurde er in den Stab der 2. Kavallerie-Division ebenfalls in Breslau versetzt. Am 1. April 1923 wurde er in den Regimentsstab vom 3. (Preußisches) Infanterie-Regiment versetzt. Am 1. Oktober 1923 zum Oberst befördert, wurde er am 1. Februar 1926 als Nachfolger von Oberst Paul Fischer zum Kommandeur vom 1. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Königsberg ernannt. Am 31. Januar 1928 gab er sein Kommando an Oberst Kurt Fischer ab. Dafür wurde Hermann Wülfing an diesem Tag aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurde ihm der Charakter als Generalmajor verliehen. Spätestens ab 1934 bis mindestens 1941 wohnte er privat in der Zähringer Straße 17 in Berlin und hatte die Telefonnummer J2 Oliva 1440, die sich 1937 zur 921440 änderte. Am 27. August 1939 wurde ihm am sogenannten Tannenbergtag der Charakter als Generalleutnant verliehen.
Sein älterer Bruder war der am 14. Februar 1872 auf Gut Burghof geborene
Karl Hermann Heinrich Wülfing. Auch dieser
schlug die Offizierslaufbahn ein. Er kam dabei zur 3. Westfälisches
Infanterie-Regiment Nr. "Freiherr von Sparr" Nr. 16. Am 22. August 1891 wurde er
zum Sekondeleutnant befördert. Anfangs wurde er als Kompanieoffizir in der 2.
Kompanie seines Regiments in Köln eingesetzt. 1894/95 wurde er in gleicher
Funktion in die 12. Kompanie versetzt. Am 18. August 1895 wurde er als
Kompanieoffizier zur Unteroffizierschule nach Bieberich kommandiert. Etatmäßig
gehörte er in der Folge wieder zur 2. Kompanie seines Regiments. 1898 gehörte er
etatmäßig zur 8. Kompanie vom 3. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. "Freiherr
von Sparr" Nr. 16 in Köln. Nach seiner Rückkehr zum Regiment wurde er 1899 als
Kompanieoffizier bei der 5. Kompanie seines Regiments eingesetzt. Am 27. Januar
1900 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er als Adjutant zum
Bezirkskommando Lennep kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er 1902 als
Kompanieoffizier in der 6. Kompanie seines Regiments in Köln verwendet. Er
heiratete am 3. Oktober 1903 als Oberleutnant vom 3. Westfälisches
Infanterie-Regiment Nr. "Freiherr von Sparr" Nr. 16 die fast zehn Jahre jüngere
Helene Elisabeth Bode, Tochter des Hanauer Kaufmanns Georg Reinhard Bode, in
Hanau. Im Frühjahr 1904 gehörter er in gleicher Funktion zur 2. Kompanie des
Regiments in Köln. Am 17. Mai 1904 wurde er als Kompanieführer an die
Unteroffiziers-Vorschule in Neubreisach versetzt. Am 31. Juli 1904 wurde der
Sohn Karl Georg Hermann Wülfing in Neubreisach geboren. Am 18. Mai 1907 wurde er
in Neubreisach zum Hauptmann befördert. Am 25. September 1907 wurde der Sohn
Hans Friedrich Wilhelm Wülfing in Neubreisach geboren. Am 10. April 1908 wurde
er als Nachfolger von Hauptmann von Carlowitz zum Chef der 10. Kompanie vom 8.
Westfälisches Infanterie-Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57 in
Wesel ernannt. Diese Funktion übte er mehrere Jahre aus. Am 6. Juli 1912 wurde
die Tochter Alwine Berta Vera Änni Rita Wülfing
in Wesel geboren. Kurz vor dem Krieg war er noch immer Chef der 10. Kompanie vom
8. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57
in Wesel. Am 24. Dezember 1914 wurde er zum Major befördert. Im Jahr 1918 wurde
er als Major schwer verwundet. Sein Bruder starb am 19. Februar 1922 in Wesel.
Er hatte noch eine am 3. August 1875 auf Gut Burghof geborene jüngere
Schwester Hedwig Wülfing.
Es gab auch noch eine 1884 geborene jüngste
Schwester Anna Alexandra Wülfing. Diese starb bereits 1936.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1879, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1879
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1880, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1880
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1881, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1881
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1882, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1882
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1883, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1883
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1884, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1884
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1885, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1885
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1886, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1886
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1887, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1887
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1888, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1888
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1889, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1889
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1890, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1890
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des
XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und
Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee
und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried
Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich
Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898,
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen)
Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und
Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII.
(bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Günter Wegner: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die
Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und
MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw.
Aufstellung bis 1939. Biblio-Verlag, Osnabrück 1992