von Kayser, Hugo Max

 

* 15. Juni 1873, Koblenz

† 23. September 1949, Braunschweig

 

 

Hugo von Kayser trat am 24. Februar 1890 als Fahnenjunker in die Preußische Armee ein. Der Sohn vom 1887 verstorbenen Oberst der Artillerie Edwin Konstantin Lovelace von Kayser und dessen Ehefrau Clara Rosa Agnes, geborene von Ulrici, kam dabei zum Brandenburgisches Husaren-Regiment „von Zieten“ Nr. 3 nach Rathenow. In diesem wurde der drittälteste Sohn des Paares am 19. September 1891 zum Sekondeleutnant befördert. Anfangs wurde er einige Jahre in der 2. Eskadron seines Regiments als Eskadronoffizier verwendet. Sein erstes Rennen als Heeresnreiter ritt er in Charlottenburg. 1895 gewann er auf Daphne das Armee-Jagdrennen auf der Galopprennbahn in Hoppegarten. 1896 wurde er durch 30 Siege als Nachfolger vom Dauersieger Sekondeleutnant Otto Suermondt Champion der Herrenreiter. 1897 wurde er zum 1. Hessisches Husaren-Regiment „König Humbert von Italien“ Nr. 13 nach Frankfurt am Main versetzt. In diesem wurde er anfangs in der 1. Eskadron als Eskadronoffizier eingesetzt. Am 5. Juni 1897 hat er die vier Jahre jüngere Margaretha Ilse Brinkmann, Tochter vom Kavallerieoffiziers Oberstleutnant a.D. Georg Ludwig Brinkmann, in Frankfurt geheiratet. Sein Schwiegervater gehörte sehr viele Jahre als Offizier zum 1. Hessisches Husaren-Regiment „König Humbert von Italien“ Nr. 13. Als Nachfolger von Sekondeleutnant Freiherr Schenck zu Schweinsberg wurde er 1898 zum Adjutant seines Regiments ebenfalls in Frankfurt/Main ernannt. Am 1. Januar 1899 wurde er durch die Umbenennung seines Dienstgrades zum Leutnant ernannt. Auch bei seiner Beförderung zum Oberleutnant am 27. Januar 1899 war er noch immer als Adjutant vom 1. Hessisches Husaren-Regiment „König Humbert von Italien“ Nr. 13 im Einsatz. Am 2. Juni 1901 wurde seine Tochter Margarete Anne von Kayser in Frankfurt geboren. Knapp ein Jahr später wurde das Regiment im Januar 1902 zum 1. Kurhessisches Husaren-Regiment „König Humbert von Italien“ Nr. 13 umbenannt. Er wurde ab dem 1. April 1902 wieder in der 1. Eskadron des Regiments als Eskadronoffizier eingesetzt. Sein Nachfolger als Regimentsadjutant wurde Leutnant von Bardeleben. Am 27. Januar 1903 wurde er als Nachfolger von Rittmeister von Uckermann als Adjutant zum Stab der 4. Kavallerie-Brigade nach Bromberg versetzt. Am 10. Januar 1904 wurde sein Sohn Bruno Heinz von Kayser in Bromberg geboren. Am 15. September 1904 wurde er in dieser Position zum Rittmeister befördert. Ab dem 18. August 1905 wurde er dann als Nachfolger von Rittmeister Levetzow als Chef der 4. Eskadron vom Thüringisches Husaren-Regiment Nr. 12 in Torgau eingesetzt. Sein Nachfolger als Brigadeadjutant wurde dafür Oberleutnant Brüstlein. Als Eskadrnchef wurde sein Rangdienstalter bereits 1907 auf den 29. Januar 1902 verbessert. Am 22. April 1912 wurde er als Nachfolger von Major Graf von Montgelas zum Adjutant der 1. Kavallerie-Inspektion in Posen ernannt. Seine 4. Eskadron übernahm Rittmeister Kleffel als neuer Chef. Nach etwa einem Jahr wurde er als Adjutant der 1. Kavallerieinspektion durch Major von Diebitsch abgelöst. Er wurde jetzt beim Stab vom Brandenburgisches Husaren-Regiment „von Zieten“ Nr. 3 in Rathenow eingesetzt. Vom 14. Mai 1913 bis zum 23. Mai 1913 wurde er zum II. Informationskurs bei der Infanterie-Schießschule kommandiert. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann als Nachfolger von Major Emmo von Roden zum Kommandeur der Offizier-Reitschule in Paderborn ernannt. Diese Position behielt er bis zur Mobilmachung für den Ersten Weltkrieg am 2. August 1914. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er zum Kommandeur vom Königlich Preußisches Reserve-Husaren-Regiment Nr. 5 ernannt. Dieses führte er dann bei der 13. Reserve-Division an die Front. Zwischen Herbst 1915 und Frühjahr 1916 wurde er dann als Kommandeur vom 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ Nr. 3 verzeichnet. Danach kam er dann wieder als Kommandeur zum Reserve-Husaren-Regiment Nr. 5 zurück. Im Mai 1916 wurde er zum Kommandeur vom Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 16 ernannt. Am 18. April 1917 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er bis Kriegsende noch bei einigen Einheiten als Kommandeur eingesetzt. Anfang 1918 wurde er dann zum Kommandeur vom Brandenburgisches Husaren-Regiment "von Zieten“ Nr. 3 ernannt. Dieses Kommando behielt er bis Anfang August 1918. Er wurde im Sommer 1918 als Kommandeur vom Kavallerie-Schützen-Kommando 14 eingesetzt. Anfang September 1918 wurde er in dieser Funktion schwer verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben vielen anderen Auszeichnungen auch das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach seiner Genesung wurde er ab Februar 1919 wieder als Kommandeur vom Brandenburgisches Husaren-Regiment "von Zieten“ Nr. 3 eingesetzt. Nach der Auflösung seines Regiments wurde er 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er am 1. August 1919 zur Dienstleistung in das Kriegsministerium (später Reichswehrministerium (RWM)) nach Berlin kommandiert. Dort wurde er anfangs als Chef der Kavallerie-Abteilung eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er als Chef des Stabes der Inspektion der Kavallerie (In 3) eingesetzt. Am 18. Dezember 1920 zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1921 wurde er zum Kommandeur der Kavallerieschule Hannover ernannt. Damit wurde er Nachfolger vom gerade verabschiedeten Char. General der Kavallerie Paul Seiffert. Als solcher wurde er am 1. Juli 1923 zum Generalmajor befördert. Am 1. Januar 1925 wurde er dann als Nachfolger von Generalleutnant Ernst Hasse zum Kommandeur der 2. Kavallerie-Division in Breslau ernannt. Am 1. Oktober 1926 gab er das Kommando wieder ab und wurde zum Inspekteur der Inspektion der Kavallerie (In 3) im Reichswehrministerium ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1927 zum Generalleutnant befördert. Am 18. August 1927 hat er die acht Jahre jüngere Getrud Desiree Marie von Willert, geschiedene von Klitzing, Tochter vom Rittergutsbesitzer Heinrich von Willert, in Berlin geheiratet. Das Paar wohnte in der Fürther Straße 11 in Berlin Wilmersdorf. Am 1. Dezember 1929 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Kavallerie als Nachfolger von General der Artillerie Friedrich Kreß von Kressenstein zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Am 30. November 1931 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Sein Nachfolger in Kassel wurde General der Infanterie Hans Freiherr Seutter von Lötzen. Ihm wurde dabei die Erlaubnis erteilt, die Uniform des 3. (Preuß.) Reiter-Regiment mit den Generalsabzeichen zu tragen. 1932 wohnte er in der Hessenallee 3 in Berlin-Charlottenburg. Der begeisterte Rennreiter ritt insgesamt 1.135 Einsätze, von deen er 264 gewinnen konnte. Als General der Kavallerie ritt er sein letztes Rennen in einer Seniorenprüfung in Karlshorst. Sein Bruder Hans Erdmann von Kayser ist bereits im Alter von 10 Monaten im September 1871 gestorben. Sein Bruder Dr. jur. Bruno Edwin Albert von Kayser war Ende der 20iger Jahre Bankdirektor. Sein knapp zwei Jahre jüngerer Bruder Oberstleutnant a.D. Heinrich Cuno (Heinz) von Kayser starb am 18. Januar 1944 in Berlin in der Lützowstraße 24-26.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Graf Siegfried von Lehndorff: Ein Leben mit Pferden - Ein Beitrag zur Geschichte der Pferdezucht, Olms-Verlag, Hildesheim 1982
Gerd von Ende: Berliner Rennfieber - Galopp und Trab zu 150 Jahren Hoppegartener Turf, Verlag tredition, Hamburg 2018