von Kleist, Adolf Friedrich Paul Ewald

 

* 24. Februar 1886, Spandau

† 14. Juli 1957, Leveste bei Hannover

Adolf von Kleist trat nach seiner Kadettenausbildung am 20, Juli 1906 als Fähnrich in das Königlich Preußische Heer ein. Der Sohn des aktiven Offiziers und späteren Generalleutnants, Paul von Kleist, kam dabei zum Posensches Ulanen-Regiment „Prinz August von Württemberg“ Nr. 10 nach Züllichau. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 1. Oktober 1906 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 14. Juni 1905 datiert. Als solcher wurde er dann als Eskadronoffizier im Posensches Ulanen-Regiment „Prinz August von Württemberg“ Nr. 10 eingesetzt. Am 5. Januar 1910 hat er Gertrud von Sydow in Kalzig bei Züllichau geheiratet. Dieser Ehe entsprangen drei Töchter. Am 20. April 1911 wurde seine erste Tochter Edelgard Paula Martha Sophie Elisabeth in Hannover geboren. 1912 wurde er für etwa ein Jahr zum Militär-Reitinstitut nach Hannover kommandiert. Am 13. Januar 1913 wurde seine zweite Tochter Ruth Maria Alice Victoria in Berlin geboren. Auch vor Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er im Sommer 1914 als Ordonanzoffizier noch zu diesem Regiment. Am 19. Juni 1914 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er dann in verschiedenen Funktionen eingesetzt. Anfänglich nahm er mit seinem Posensches Ulanen-Regiment „Prinz August von Württemberg“ Nr. 10 am Vormarsch auf Paris teil. Im Herbst wurde er nach dem Rückzug an die Marne mit dem Regiment an die Ostfront verlegt, wo es dann bei Lodz zum Einsatz kam. Im Winter 1914/15 wurde er mit dem Regiment im polnisch-ungarischen Grenzgebiet eingesetzt. Im Juli 1915 nahm er am Vormarsch nach Galizien teil Bei den Kämpfen nördlich von Lemberg wurde er am 4. Juli 1915 verwundet. Am 24. Juli 1915 wurde er während seiner Genesung zum Rittmeister befördert. Als solcher kehrte er im September 1915 als Chef einer Eskadron zum Posensches Ulanen-Regiment „Prinz August von Württemberg“ Nr. 10 zurück. Im Stellungskampf bei Pinsk zeichnete er sich in der Folge besonders aus. 1916 wurde er Chef einer Maschinengewehr-Eskadron. Mit dieser wurde er Ende 1917 wieder an die Westfront verlegt. Später wechselte er dann in den Generalstab. Am 10. Februar 1918 wurde seine jüngste Tochter Ingeburg Gertrud Margot Erika ebenfalls in Berlin geboren. Im Jahr 1918 wurde er als Generalstabsoffizier bei der 86. Infanteriedivision eingesetzt. Bei dieser erlebte er dann die schweren Rückzugsgefechte bei Reims. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er zuerst im Grenzschutz Ost eingesetzt. Dabei wurde er beim Straßenkampf in Wollenstein, Provinz Posen, verwundet. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann als Rittmeister in das Reichsheer übernommen. In dieser wurde er dann beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 als Eskadron-Chef im Reiter-Regiment 10 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 10. (Preuß.) Reiter-Regiment übernommen. Auch bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Eskadronchef eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er als Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment in Züllichau eingesetzt. 1927 wurde er zum Regimentsstab vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Züllichau versetzt. Bei diesem wurde er am 1. Februar 1928 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt die nächsten Jahre bei der Inspektion der Kavallerie (In 3) eingesetzt. Seine älteste Tochter Edelgard hat am 17. Juni 1931 in Züllichau den späteren Generalmajor Hermann von Oppeln-Bronikowski geheiratet. Am 1. Dezember 1932 wurde er bei der In 3 im RWM zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1934 wurde er als Nachfolger von Oberst Friedrich von der Lippe zum Kommandeur vom 12. Reiter-Regiment in Dresden ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Reiter-Regiment Dresden ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1934 zum Oberst befördert. Sein Kommando über das Regiment behielt er dann bis zum 1. Mai 1935. An diesem Tag übernahm er dann als Nachfolger von Oberst Rudolf Veiel als Kommandeur das Reiter-Regiment Stuttgart. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er dann ab dem 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom 18. Reiter-Regiment in Stuttgart ernannt. Am 4. August 1936 hat seine Tochter Ruth Maria den späteren Oberst i.G. Max von Groll geheiratet. Durch die erneute Umbenennung seines Regiments wurde er Anfang Oktober 1936 zum Kommandeur vom Kavallerie-Regiment 18 ernannt. Am 3. August 1937 hat seine jüngste Tochter Ingeburg den späteren Brigadegeneral der Bundeswehr Hans-Georg Lueder geheiratet. Anfang Oktober 1937 gab er sein Kommando über das Regiment an Oberstleutnant Adolf Voigt ab. Er wurde dafür jetzt als Nachfolger von

zum Kommandant von Hannover ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1938 zum Generalmajor befördert. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 blieb er weiter als Kommandant von Hannover eingesetzt. Zum 1. April 1940 wurden ihm die Charakter als Generalleutnant verliehen. Zum 1. April 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Im Jahr 1941 wurde er auch in Hannover geschieden. Ende Dezember 1941 gab er sein Kommando über die Stadt Hannover ab. Er wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Mitte Januar 1942 wurde er dann mit der Führung der Feldersatz-Division A beauftragt. Am 1. Juni 1942 wurde er auch zum Kommandeur der Feldersatz-Division A ernannt. Mitte November 1942 gab er sein Kommando ab und wurde daraufhin erneut in die Führerreserve versetzt. Er wurde anfangs der Heeresgruppe A für Sonderaufgaben zur Verfügung gestellt. Bei dieser wurde er dann als Kommandeur der Osttruppen eingesetzt. Später wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der Osttruppen z.b.V. 741 ernannt. Mitte Juni 1943 gab er sein Kommando ab und wurde angeblich Ende des Monats für etwas mehr als zwei Wochen mit der Führung der Division Nr. 160 beauftragt. Dann wurde er Mitte August 1943 zur Oberfeldkommandantur 225 (OFK 225) nach Warschau kommandiert. Dort erhielt er eine Einweisung in die Geschäfte als Oberfeldkommandant. Nach einem Monat wurde er dann zum Kommandant der Oberfeldkommandantur 225 ernannt. Am 7. Februar 1944 musste er sein Kommando über die OFK 225 wegen eines Schenkelhalsbruches abgeben. Er ging zur Ausheilung wieder nach Hannover zurück. Dort wurde er 1944 ausgebombt. Bis zum Kriegsende erhielt er kein weiteres Kommando mehr. Mitte April 1945 wurde er dann von den Besatzungstruppen verhaftet. Aus der Gefangenschaft wurde er Ende Juni 1947 wieder entlassen.