Niemann, Otto Ernst

 

* 3. Mai 1893, Nakel an der Netze / Posen

† 5. Mai 1946 Speziallager Nr. 5 Ketschendorf bei Fürstenwalde (Spree)

 

 

Otto Niemann war der Sohn vom Direktor der Molkereigenossenschaft in Nakel und dessen Ehefrau Frieda, geborene Schweewe. Er absolvierte nach seinem Abitur am Gymnasium in Nakel von Herbst 1912 bis zum Frühjahr 1914 ein Studium der Volkswirtschaft und der Landwirtschaft. Am 3. Februar 1914 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zur Garde-Train-Abteilung in Berlin. Bei dieser wurde er am 11. Februar 1914 vereidigt. Es folgte am 14. Mai 1914 seine Beförderung zum Fahnenjunker-Gefreiten und am 27. Juni 1914 zum Fahnenjunker-Unteroffizier. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er am 4. August 1914 in die Proviantkolonne 4 des Garde-Korps versetzt und dort am 10. September 1914 zum Fähnrich befördert. Am 23. September 1914 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Ab dem 28. September 1914 diente er in der Proviant-Kolonne 1 des Garde-Korps und ab dem 11. Oktober 1914 in der Sanitäts-Kompanie 3 des Garde-Korps. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 29. November 1914 verliehen. Am 29. Dezember 1914 wurde er zur Dienstleistung zum Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 kommandiert und dort ab dem 29. April 1915 als Kompanieführer verwendet. Bereits am 2. Mai 1915 wurde er durch Infanteriegeschoß leicht an der linken Hand verwundet. Bei seiner Genesung wurde er am 12. Juni 1915 zur Ersatz-Abteilung der Garde-Train-Abteilung versetzt. Am 18. August 1915 folgte seine Versetzung in die Fuhrparkkolonne 4 unter gleichzeitiger Kommandierung zur 2. Garde-Train-Abteilung. Ab dem 27. Oktober 1915 war er Adjutant des Staffelstabes Garde 1. Am 14. September 1916 hat er sein Patent als Leutnant vom 19. Februar 1913 erhalten. Ab dem 1. April 1917 war er Adjutant des Kommandeurs der Munitionskolonnen und des Trains 2 beim AOK 2. Hier wurde Otto Niemann am 20. Juni 1918 zum Oberleutnant befördert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 10. August 1918 verliehen. Ab dem 21. Dezember 1918 diente er infolge der Demobilisierung im Garde-Train-Bataillon. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen wie das Hamburger Hanseaten-Kreuz (7. Mai 1917) verliehen. Am 15. Februar 1919 wurde er zum Kommando der Trains Gardekorps, I. Armeekorps und IV. Armeekorps kommandiert. Am 21. April 1919 wurde er in die vorläufige Reichswehr übernommen und zum Reichswehr-Staffelstab 15 versetzt. Ab dem 7. Mai 1919 war er Adjutant des Führers der Trains beim Reichswehr-Gruppenkommando 1 in Berlin. und am 23. September 1919 kehrte er in den Reichswehr-Staffelstab 15 zurück, wo er am 1. Oktober 1919 als Adjutant diente. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 war er Adjutant der Fahrabteilung 15 der Reichswehr-Brigade 15. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in die Fahr-Abteilung 3 in Berlin-Lankwitz übernommen. Am 1. Juli 1922 erhielt er bei der 3. (Preußische) Fahr-Abteilung ein neues Rangdienstalter als Oberleutnant vom 20. Juni 1918 (74) zugewiesen. Seine Mutter starb am 25. Juli 1922 in Gollin in der Uckermark. Vom 20. März 1923 bis zum 22. März 1923 absolvierte er die Wehrkreisprüfung Berlin. Am 1. September 1923 ist er von der Stelle als Adjutant zurückgetreten. Am 31. Oktober 1923 wurde er als Batterieoffizier in das 3. (Preußisches) Artillerie-Regiment versetzt. Er wurde anfangs in der 11. reitende Batterie in Potsdam eingeteilt. Vom 24. April 1924 bis zum 5. Juni 1924 wurde er als Schüler zu einem Schießlehrgang für Artillerieoffiziere auf den Truppenübungsplatz Jüterbog kommandiert. Vom 20. Oktober 1924 bis zum 1. November 1924 wurde er zur Ausbildung zur 3. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Am 1. April 1926 wurde er in die 5. Fahr-Abteilung nach Ludwigsburg versetzt und dort der 1. (Hessichen) Eskadron in Ludwigsburg zugeteilt. Vom 4. Oktober 1926 bis zum 17. Oktober 1926 wurde er zur Wehrkreisübungsreise 1926 der 5. Division der Reichswehr kommandiert. Am 4. Januar 1927 wurde er vom 1. März 1927 bis zum 11. März 1927 zu einem Gasschutzlehrgang kommandiert. Am 1. März 1927 (15) wurde er zum Rittmeister befördert. Am 14. März 1927 wurde er von der Inspektion 6 (F) vom 31. März 1927 bis zum 31. Mai 1927 zum Lehrgang in der Fahr- und Gerätekunde zur 6. (Preußische) Fahr-Abteilung nach Hannover kommandiert. Am 6. September 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 als Fahrpersonal in die 5. Sanitäts-Abteilung in Stuttgart versetzt. Am 11. Februar 1928 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1928 als Chef der 2. (Sächsische) Eskadron in die 4. Fahr-Abteilung nach Dresden versetzt. Vom 5. November 1928 bis zum 15. November 1928 wurde er als Schüler wieder zu einem Gasschutzlehrgang nach Berlin kommandiert. Vom 18. März 1929 bis zum 22. März 1929 wurde er als Schüler zum Nebellehrgang auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr kommandiert. Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 2 hat er am 31. Mai 1930 erhalten. Vom 3. Juli 1930 bis zum 8. Juli 1930 wurde er zum Luftschutzlehrgang der 4. Division der Reichswehr auf den Truppenübungslatz Münsingen kommandiert. Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 3b hat er am 4. August 1930 erhalten. Vom 9. Dezember 1930 bis zum 12. Dezember 1930 wurde er zum Lehrgang im Entgiftungsdienst nach Berlin kommandiert. Vom 21. April 1932 bis zum 23. April 1932 wurde er zur Nebelübung der Marine nach Borkum kommandiert. Vom 22. Juni 1932 bis zum 25. Juni 1932 wurde er zur Nebelübung nach Driedland in Ostpreußen kommandiert. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Chef der 4. Eskadron der 4. Fahr-Abteilung ernannt. Als solcher wurde er am 16. Januar 1934 zum Hauptmann umbenannt. Vom 1. Juni 1934 bis zum 30. Juni 1934 wurde er zur Inspektion der Artillerie (In 4) vom Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin kommandiert. Am 1. August 1934 wurde er in die In 4 vom RWM nach Berlin versetzt. Dort wurde er am 2. August 1934 auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 (32) wurde er zum Major befördert. Durch die Umbenennung seiner Einrichtung gehörte er ab dem 21. Mai 1935 zum Reichskriegsministerium (RKM). Am 13. März 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1936 von der In 4 zur In 9 versetzt. Seine Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte am 20. April 1937 mit Wirkung vom 1. April 1937 (38). Ab dem 12. Oktober 1937 kommandierte er die Nebel-Abteilung 2 am Neustadtwall in Bremen. Sein Vater starb am 12. Februar 1939 ebenfalls in Gollin. Ab dem 26. Oktober 1939 fungierte er als Gasabwehroffizier beim Oberkommando der 7. Armee. Am 20. April 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1940 (37) zum Oberst befördert. Bereits am 10. April 1940 wurde er mit Wirkung vom 15. April 1940 zum ersten Kommandeur vom neuen Regimentsstab der Nebeltruppen z.b.V. 3 in Bremen ernannt. Am 6. Februar 1942 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt und am 5. März 1942 Kommandeur des Sonderstabes Oberst Niemann in Celle, am 16. Mai 1942 umbenannt in Kommandeur der Nebeltruppe 1. Am 10. September 1942 wurde er erneut in die Führerreserve OKH versetzt, wurde er am 1. Februar 1943 zum Kommandeur der Heeresgasschutzschule 2 in Bromberg ernannt. Er trat seine Stelle als Nachfolger von Generalmajor Johann-Albrecht von Blücher am 8. Februar 1943 an. Hier wurde Otto Niemann am 1. Oktober 1943 zum Generalmajor befördert. Am 31. März 1945 ist er aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurden. Er lebte danach in Gollin in der Uckermark und hatte dort die Telefonnummer 10. Bei Kriegsende 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft. In dieser ist er am 5. Mai 1946 verstorben.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10850
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.