Sommer, Hans Hugo Diené
| * 7. Januar 1887, Altena (Westfalen) † 6. Januar 1962, Münster in Westfalen |
Hans Sommer war der Sohn des späteren Reichsbahndirektionspräsidenten Robert Josef Dienatus Sommer und dessen sechseinhalb Jahre jüngeren Ehefrau Antonia Clara, geborene von Münstermann. Er trat nach seinem Abitur am 1. Oktober 1905 in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 5. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 53 in Köln. Bei diesem wurde er am 14. Juni 1906 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 16. Februar 1907 zum Leutnant befördert. Danach wurde als Kompanieoffizier in der 1. Kompanie von seinem Regiment in Köln eingesetzt. Im Herbst 1907 wurde er in gleicher Funktion in die 3. Kompanie seines Regiments im gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1908 wurde er als Kompanieoffizier in die 9. Kompanie seines Regiments ebenfalls in Köln versetzt. Nach 3 Jahren wurde er im Herbst 1911 wieder in die 9. Kompanie seines Regiments versetzt. Im Herbst 1912 wurde er als Kompanieoffizier in die MG-Kompanie vom 5. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 53 in Köln versetzt. Am 8. April 1914 schied er gemeinsam mit Leutnant Alexander von Scheele aus dem Heer aus und wurde mit dem 9. April 1914 in der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika angestellt. Er reiste am 11. April 1914 gemeinsam mit den Leutnants Alexander von Scheele, Heinrich Gerlach, Georg von Woikowsky mit dem Reichspostdampfer "General" der Deutsche Ost-Afrika-Linie über Tenerife nach Afrika. Während ersterer Swakopmund als Ziel hatte gingen Gerlach, von Woikowsky und Sommer in Lüderitzbucht von Bord. Am 24. Dezember 1914 wurde er zum Oberleutnant befördert. Er geriet 1915 in Gefangenschaft. Zum Ende des Krieges war er in Holland interniert. Er kehrte am 10. März 1919 wieder in die Heimat zurück. Er wurde am 11. März 1919 mit einem Rangdienstalter vom 5. Oktober 1916 zum Hauptmann befördert und im Heer angestellt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Er wurde im Jahr 1919 als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Anfänglich gehörte er als Adjutant zur Reichswehr-Brigade 7. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 13 der Reichswehr-Brigade 7. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 als Regimentsadjutant in das Infanterie-Regiment 16 in Oldenburg übernommen, Am 1. Dezember 1921 wurde er zum Chef der 12. (MG.) Kompanie vom inzwischen zum 16. Infanterie-Regiment umbenannten Regiment in Oldenburg ernannt. Im Jahr 1922 wurde ihm der 5. Oktober 1916 (1) als neues Rangdienstalter als Hauptmann zugewiesen. Am 1. Oktober 1924 wurde er als Referent in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er für die nächsten 5 Jahre der Heeres-Verpflegungs- und Bekleidungsabteilung (V4) im Heeres-Verwaltungsamt (V A) zugeteilt. Sein Nachfolger als Chef der 12. Kompanie in Oldenburg wurde Hauptmann Oster. Er wohnte privat jetzt in der Martin-Luther-Straße 58 in Berlin-Schöneberg, wo er die Telefonnummer Stephan 452 hatte. 1928 änderte sich seine Telefonnummer dort zur G1 Stephan 452. Am 1. Oktober 1929 wurde er zum Stab des Ausbildungs-Bataillons vom 15. Infanterie-Regiment nach Marburg (Lahn) versetzt. Am gleichen 1. Oktober 1929 (11) wurde er auch zum Major befördert. Er rhielt jetzt seine Einweisung als Bataillonskommandeur. Am 1. Februar 1931 wurde er als Nachfolger von Major Arnold Altvater-Mackensen Zum Kommandeur des (Hess.) Ausbildungs-Bataillons vom 15. Infanterie-Regiment in Marburg (Lahn) ernannt. Sein Vater ist am 13. Februar 1931 im Alter von 75 Jahren in Münster in Westfalen gestorben. Zum 1. April 1933 gab er sein Kommando über das Bataillon in Marburg an Major Hans Brabänder ab. Er wurde jetzt in den Regimentsstab vom 6. Infanterie-Regiment nach Lübeck versetzt. Dort wurde er am 1. November 1933 auch zum Oberstleutnant befördert. Nur einen Monat später wurde er am 30. November 1933 aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet.
Er trat am 1. Dezember 1933 in den Dienst der Luftwaffe ein. Er wurde als Oberstleutnant in das Reichsluftfahrtministerium (RLM) übernommen. Dort wurde er als Leiter der Abteilung LD IV (Bekleidung und Verpflegung (Nachschub- und Bekleidungswirtschaft, Bekleidungsämter, Preisprüfung etc.) eingesetzt. Er war mit der über neun Jahre jüngeren Eleonore Maria Heinrich, geborene Schulz-Gahmen, Tochter des Guts-und Brennereibesitzers, sowie Reichstagsmitglied Paul Egon Schulz-Gahmen, verheiratet. Er wohnte damals in der 2. Etage der Hünefeldstraße 16 in Berlin-Südende, wo er die Telefonnummer G5 Südring 2421 hatte. Seine Mutter ist am 6. März 1934 im Alter von 72 Jahren in Münster in Westfalen gestorben. Als Abteilungsleiter LD IV wurde er am 1. August 1935 zum Oberst befördert. 1937 änderte sich seine private Telefonnummer zur 752421. Am 1. März 1938 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. Juli 1938 wurde er zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Ulm ernannt. Diese Position behielt er auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 weiter bei. Er wurde am 1. März 1940 zum Generalleutnant befördert. Er wurde im September 1941, obwohl zur Beförderung heranstehend, von der Beförderung zum General der Flieger zurückgestellt, da wegen der Angleichung an andere Wehrmachtteile Wehrersatzinspekteure während der Ausübung der Tätigkeit nicht in den Dienstgrad General der Flieger befördert werden, wie es auch der Stärkenachweisung dieser Dienststellung entspricht. Am 1. November 1941 wurde er als Wehrersatzinspekteur von Ulm durch Generalmajor Maximilian Kieffer abgelöst. Er wurde dafür am 1. November 1941 zum Amtsgruppenchef I LD (Haushaltsabt.) im Luftwaffenverwaltungsamt im RLM ernannt. Die Amstgruppe war für folgende Angelegenheiten zuständig: Militärischer und Allgemeiner Haushalt, Reichsleistungsgesetz, Bürgschaften, Flugunfallentschädigungen und Stiftungen. Bei der Kapitulation der deutchen Wehrmacht geriet er am 8. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 12. Mai 1947 wieder entlassen. Er starb nicht ganz 15 Jahre später in Münster in Westfaen. Er wurde auf dem dortigen Zentralfriedhof beigeisetzt.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII.
(bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Pers 6/872