Wilke, Carl Gottlieb Wilhelm

 

* 6. September 1891, Gnölbzig bei Könnern, Provinz Sachsen

† 31. März 1960, Faurndau

 

 

Carl Wilke war der Sohn des Gnölbziger Gutsbesitzers Carl Wilke und dessen Frau Agnes, geborene Wilke. Sein Vater starb bereits am 9. September 1895 in Gnölbzig. Am 26. August 1911 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Brandenburgisches Train-Bataillon Nr. 3 in Spandau. Bei diesem wurde er am 8. November 1911 vereidigt. Es folgte am 18. Dezember 1911 seine Beförderung zum Fahnenjunker-Gefreiten und am 1. April 1912 zum Fahnenjunker-Unteroffizier. Vom 18. Mai 1912 bis zum 18. Januar 1913 wurde er zur Kriegsschule Anklam kommandiert. Während des Kommandos wurde er am 19. Juni 1912 (L2l) zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. Februar 1913 (C) zum Leutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 2. Kompanie seines Bataillons in Spandau eingesetzt. Nach der Umbenennung seiner Einheit zur Brandenburgische Train-Abteilung Nr. 3 gehörte er im Frühjahr 1914 als Eskadronoffizier zur 4. Eskadron der Abteilung ebenfalls in Spandau. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde er der Fuhrkolonne 2 beim III. Armeekorps zugeteilt. Mit dieser zog Carl Wilke im August 1914 als Zugführer ins Feld. Vom 30. November 1914 bis zum 8. August 1915 wurde er als Zug- und Kompanieführer im Infanterie-Regiment "Graf Tauentzien von Wittenberg" Nr. 20 eingesetzt. Am 17. Januar 1915 wurde er wegen einer Verwundung im Feldlazarett 7 vom III. Armeekorps behandelt. Am 9. August 1915 wurde er der Fuhrkolonne 1 vom III. Armeekorps zugeteilt. Nur drei Tae später wurde er als Ordonanzoffizier zum Staffelstab 12 versetzt. Am 29. Januar 1916 wurde er zum Generalkommando III. Armeekorps kommandiert. Am 4. Dezember 1916 wurde er als Zugführer zur Munitionskolonne A 1 des III. Armeekorps versetzt und direkt als Führer zur Baukompanie der 212. Infanterie-Division kommandiert. Am 11. Januar 1917 wurde er als Kommandeur zur Munitionskolonne 1 der 9. Landwehr-Division versetzt. Am 16. April 1917 wurde er zur II. Ersatz-Abteilung vom Feldartillerie-Regiment Nr. 60 versetzt. Nicht einmal einen Monat später wurde er am 4. Mai 1917 als Adjutant zum Staffelstab 11 versetzt. Am 23. März 1918 kam er als Kommandeur zur Proviantkolonne 33. Dort wurde er am 18. Mai 1918 zum Oberleutnant befördert. Nach Kriegsende wurde er am 2. Januar 1919 infolge der Demobilmachung zur Train-Abteilung Nr. 3 überwiesen. Er wurde im Jahr 1919 als Oberleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wurde am 1. Juni 1919 als Kolonneführer zum Reichswehr-Staffelstab 3 der Reichswehr-Brigade Potsdam versetzt. Vom 1. Juni 1919 bis zum 11. Dezember 1919 wurde er zur Offizier-Reitschule nach Hannover kommandiert. Dort wurde er am 28. September 1919 auch eu vereidigt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 zur Fahrabteilung 3 der Reichswehr-Brigade 3. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er in die Fahr-Abteilung 3 übernommen. Am 1. Juli 1922 wurde ihm bei der inzwischen zur 3. (Preußische) Fahr-Abteilung umbenannten Einheit ein neues Rangdienstalter als Oberleutnant vom 18. Mai 1918 (2) zugewiesen. Am 15. September 1923 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1923 als Aufsichts-Offizier zur Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetztung gleich gestellt. Ein Jahr später kehrte er zur 3. (Preuß.) Fahr-Abteilung zurück. Die Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 30. Juli 1924. Am 30. September 1924 wurde sein Kommando nach Jüterbog aufgehoben. Am 25. März 1925 heirate er die fast genau elf Jahre jüngere Erika Elisabeth Charlotte Kraemer, Tochter des Rittergutsbesitzers, in Linow bei Rheinsberg/Mark. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Sein Sohn Joachim Friedrich Carl Wilke wurde am 26. Januar 1926 in Glogau geboren. Am 1. Dezember 1926 (5) zum Rittmeister befördert, folgte am 1. Januar 1927 die Ernennung zum Eskadrons-Chef bei der 3. (Preuß.) Fahr-Abteilung. Seine Tochter Irmgard Wilke wurde am 14,. Januar 1930 in Berlin-Tempelhof geboren. Am 1. Oktober 1931 wurde er in das 3. (Preußische) Artillerie-Regiment versetzt und gleichzeitig zum Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin kommandiert. Am 1. Mai 1933 folgte die endgültige Versetzung in den Stab der 3. Division der Reichswehr, wo er am 1. September 1934 (13) zum Major befördert wurde. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er ab dem 1. Oktober 1934 als Abteilungskommandeur im Artillerie-Regiment Hannover verwendet. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 durch die Umbenennung seines Regiments zum Abteilungskommandeur im Artillerie-Regiment 19. Ab dem 1. Oktober 1936 wurde er dann als Lehrgangsleiter an der Heeres-Feuerwerkerschule eingesetzt und am 16. März 1937 mit Wirkung vom 1. März 1937 (37) zum Oberstleutnant befördert. Ab dem 12. Oktober 1937 kommandierte er die neu aufgestellte Fahr-Abteilung 14 in Bartenstein (Ostpreußen). Seine Mutter starb am 20. März 1938 in Berlin-Mariendorf. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges wurde er am 18. August 1939 zum Armee-Nachschubführer 501 beim AOK 3 ernannt wurde. Am 29. Februar 1940 folgte mit Wirkung vom 1. März 1940 (4) die Beförderung zum Oberst und am 1. Juni 1940 die Ernennung zum Kommandeur der Fahr-Truppenschule Hannover. Am 1. Oktober 1942 in die Führerreserve OKH versetzt, wurde er am 15. Januar 1943 zum Höheren Offizier der Verwaltungstruppen im OKH kommandiert. Seine Privatanschrift war damals die Herann-Göring-Straße 37 in Bartenstein in Ostpreußen. Am 15. Mai 1943 wurde er zum Höheren Offizier der Verwaltungstruppen im OKH ernannt. Als solcher wurde er am 10. August 1943 mit Wirkung vom 1. September 1943 (4) zum Generalmajor befördert. Am 1. April 1944 erneut in die Führerreserve OKH versetzt, wurde er bereits am 15. Mai 1944 Feldzeugkommandeur III beim Stellvertretenden Generalkommando III. Armeekorps ernannt. Am 1. September 1944 folgte die erneute Versetzung in die Führerreserve OKH, seinen Dienst regelte der Wehrkreis I. Am 11. Dezember 1944 folgte die Ernennung zum Kommandanten der Feld-Kommandantur 298 (FK 298). Am 14. Januar 1945 wurde er dann Kommandant der Feld-Kommandantur 811 (FK 811). Am 15. April 1945 fiel sein Sohn bei den Endkämpfen in Deutschland bei Raguhn als Fahnenjunker-Feldwebel. Bei Kriegsende geriet er selbst in westalliierte Gefangenschaft, aus der er am 5. Juni 1947 wieder entlassen wurde.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.