Schreder, Hans-Georg

 

* 23. August 1891, Stolp

† 4. September 1979, Hamburg

 

Hans-Georg Schreder trat am 1. Mai 1910 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Oberingenieurs zum 1. Posensches Infanterie-Regiment "von Grolmann" Nr. 18. Bei diesem wurde er am 1. Dezember 1910 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 13. September 1911 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 1. Posensches Infanterie-Regiment "von Grolmann" Nr. 18 eingesetzt. Auch kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde er noch als solcher verwendet. Dabei wurde er am 1. Juni 1914 für einen Monat zum 2. Westpreußisches Pionier-Bataillon Nr. 23 kommandiert. Bei der Mobilmachung wurde er dann zum Führer der Radfahr-Abteilung vom 1. Posensches Infanterie-Regiment "von Grolmann" Nr. 18 ernannt. Anfang Januar 1915 wurde er dann für fast genau zwei Monate zum stellvertretenden Regimentsadjutant ernannt. Am 1. März 1915 wurde er zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt. Dieses Kommando behielt er bis nach dem Ende des Krieges bei. Als solcher wurde er am 25. November 1916 auch zum Oberleutnant befördert. Im Sommer 1917 und im Herbst des gleichen Jahres wurde er er zeitweise auch als Adjutant der 74. Infanterie-Brigade verwendet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Mitte Februar 1919 wurde er dann zum Adjutant der 72. Infanterie-Brigade ernannt. Im Sommer 1919 wurde er dann als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Er wurde dann zum Adjutant vom Befehlshaber der Infanterie der Reichswehr-Brigade 41 ernannt. Ab dem 1. Dezember 1919 gehörte er für etwa einen Monat als 2. Generalstabsoffizier (Ib) zum Stab der Reichswehr-Brigade 41. Ab Januar 1920 wurde er dann als Regimentsadjutant vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 40 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er in dieser Funktion eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Kompanieoffizier in das 2. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. Am 30. Oktober 1920 hat er Elsbeth Kuhnke geheiratet, diese ist später im 2. Weltkrieg gestorben. Im Januar 1921 wurde er zur Verfügung seines Regiments gestellt und erhielt eine Art Freistellung. Am 3. August 1921 wurde er endgültig aus dem Heer verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Hauptmann verliehen.

Bereits am 21. Juni 1921 trat er als Hauptmann der Polizei in den Polizeidienst ein. Dabei wurde er die nächsten Jahre beim Kommando der Schutzpolizei Danzig eingesetzt. Am 1. Mai 1934 wurde er zum Major der Polizei befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1935 zum Kommandeur der Schutzpolizei Danzig ernannt. Am 1. März 1936 wurde er als Ergänzungsoffizier in die Wehrmacht übernommen. Dabei kam er als Major (E) und Offizier z.b.V. zum Reichsluftfahrtministerium (RLM) und wurde dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe unterstellt. Er wurde dann nach wenigen Tagen dem Flak-Regiment 11 zugeteilt. Anfang Mai 1936 kam er dann als Batterieoffizier zur I. Abteilung vom Flak-Regiment 7 nach Wolfenbüttel. Während seiner dortigen Dienstzeit absolvierte er einen einmonatigen Kurs an der Flakartillerieschule Wustrow. Zum Spätsommer 1936 absolvierte er auch nich einen Kurs für Abteilungskommandeure und Batteriechefs beim Höheren Kommandeur der Flakartillerie. Am 1. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur der I. Abteilung vom Flak-Regiment 7 in Wolfenbüttel ernannt. Am 1. März 1937 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant in den aktiven Dienst übernommen. Am 31. März 1937 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er am 1. April 1937 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Flak-Lehr-Regiment in Tutow ernannt. Am 30. Juni 1938 gab er sein Kommando ab. Am 1. Juli 1938 wurde er zum Kommandeur der I. Abteilung vom Flak-Regiment 49 in Mannheim ernannt. Als solcher wurde er zum 1. August 1938 zum Oberst befördert. Am 31. März 1939 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er dann am 1. April 1939 als Nachfolger von Oberstleutnant Georg Neuffer zum Kommandeur vom Flak-Regiment 14 in Köln-Porz ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er im Spätsommer 1939 durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der Flakgruppe Köln ernannt. Im Februar 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Flugabwehrkommando Mosel ernannt. Dabei handelte es sich eigentlich um den Stab vom Flak-Regiment 7. Noch während des Westfeldzuges im Jahr 1940 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der Flak-Brigade VII ernannt. Ende September 1940 gab er sein Kommando angeblich wieder ab. Am 1. Oktober 1940 wurde er dann zum Kommandant vom Luftwaffen-Übungsplatz Borzno ernannt. Wenige Tage später wurde er Kommandant vom Luftwaffenübungsplatz Rypin in Westpreußen ernannt. Zum Sommerbeginn 1942 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandeur der Luftwaffen-Bau-Brigade II ernannt. Im Herbst 1942 übernahm er dann als Kommandant einen Verteidigungsabschnitt nordwestlich von Smolensk. Als Nachfolger von Oberst Rainer Stahel wurde er dann zum Kommandeur der Luftwaffen-Feld-Division 4 ernannt. Diese führte er dann im Mittelabschnitt der Ostfront. Wegen einer Erkrankung musste er sein Kommando im Frühjahr 1943 wieder abgeben. Daraufhin begab er sich dann Ende Mai 1943 ins Lazarett nach Karlsbad. Ab dem 1. August 1943 erhielt er dann eine Einweisung als Kommandant vom Luftwaffen-Übungsplatz Radom. Ende Oktober 1943 wurde er dann auch zum Kommandant vom Luftwaffen-Übungsplatz Radom ernannt. Ende September 1944 wurde er in die Führerreserve versetzt. Zum 1. Oktober 1944 wurde er zum Generalmajor befördert. Ende Januar 1945 wurde er dann zum Kampfgruppenkommandeur im Verteidigungsbezirk Berlin ernannt. Im März 1945 wurde er zum Kommandeur vom Abschnitt D (Rangdsorf) bei der Verteidigung von Berlin ernannt. Bei Kriegsende geriet er dann nach der Kapitulation der Wehrmacht nicht in alliierte Gefangenschaft. Als Witwer hat er am 21. November 1953 mit Gerda Kuhnke seine zweite Frau geheiratet.