Rüggenmann, Alfons

 

* 19. November 1889, Mittelbexbach 

† 23. März 1952, Wiesbaden

 

 

Alfons Rüggenmann war der Sohn des Hauptlehrers Leopold Rüggenmann und dessen Ehefrau Anna, geborene Schäfer. Am 2. August 1911 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei in das Lothringische Train-Bataillon Nr. 16 in Forbach. Bei diesem wurde er am 22. April 1912 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 27. Januar 1913 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 29. Januar 1911 datiert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier in der 1. Kompanie vom Lothringische Train-Bataillon Nr. 16 in Forbach eingesetzt. Als sein Bataillon an den Standort Saarlouis verlegte, blieb er weiterhin in Forbach. Am 1. Oktober 1913 wurde er in das 2. Rheinische Train-Bataillon Nr. 21 versetzt, welches jetzt in Forbach in Lothringen stationiert wurde. Durch die Umbenennung seiner Einheit gehörte er ab dem 1. April 1914 als Eskadronsoffizier zur 3. Eskadron vom 2. Rheinischen Train-Abteilung Nr. 21 in Forbach. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 2. August 1914 wurde er Adjutant der 1. Train-Abteilung im XXI. Armeekorps. Während des Krieges war er dann noch Adjutant im Staffelstab 145 und dann Adjutant der Kommandantur der Munitionskolonnen und der Trains der 8. Armee. Am 18. April 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 18. Oktober 1916 als stellvertretender Generalstabsoffizier zur 105. Infanteriedivision versetzt. Am 27. Dezember 1916 wurde er 1. Adjutant vom Kommandeur der Munitions-Kolonnen und Trains ernannt. Am 16. August 1918 wurde er zum Kommandeur der Munitions-Kolonne vom Generalkommando 68 ernannt. Am 6. September 1918 wurde er zum Führer der 7. Kompanie vom Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 16 ernannt. Am 19. Oktober 1918 wurde er dann als Führer der 2. Batterie vom Landwehr-Artillerie-Regiment Nr. 254 eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er dann 1919 beim Grenzschutz-Oberkommando Nord in Kolberg eingesetzt. Im Herbst 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er jetzt als Ordonanzoffizier zum Reichswehr-Gruppenkommando 3. Ende März 1920 wurde er als Adjutant zum Staffelstab 1 versetzt. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er als Adjutant zur Fahrabteilung 1 der Reichswehr-Brigade 1. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er dann in die 1. (Preußische) Fahr-Abteilung übernommen, bei der er weiter als Adjutant im Abteilungsstab in Königsberg eingesetzt wurde. Am 27. Juni 1921 absolvierte er seine Wehrkreisprüfung. Am 3. November 1922 wurde er als Führer der 4. Eskadron der 1. (Preuß.) Fahr-Abteilung eingesetzt. Ab dem 1. April 1922 diente er im Stab des Gruppenkommandos 2 in Kassel. Am 15. September 1922 wurde er zur 6. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment ebenfalls in Kassel versetzt, bei der er am 1. Februar 1923 zum Rittmeister befördert wurde. Als solcher wurde er zum Chef der 6. Eskadron vom 16. Reiter-Regiment ernannt. Am 30. Januar 1924 wurde er als Nachfolger von Rittmeister Sattler zum Chef der 3. Eskadron der 2. (Preuß.) Fahr-Abteilung in Rendsburg ernannt. Am 1. Oktober 1927 heiratete er Hertha Marie Karoline Dorsch, Tochter vom Apotheker Arthur Dorsch, in Rendsburg. Am 1. Mai 1928 gab er seine Eskadron an Rittmeister Vogel ab. Dafür wurde er etatmäßig in die 3. (Preuß.) Sanitäts-Abteilung versetzt. Er wurde während der nächsten Jahre aber als Stofahr im Stab der 3. Division der Reichswehr in Berlin und im Stab der 3. (Preuß.) Fahr-Abteilung in Berlin-Lankwitz verwendet. Am 6. März 1929 wurde seine Tochter Erika Rüggenmann geboren. Seine private Anschrift wurde jetzt die Holsteinische Straße 32 in Berlin-Wilmersdorf mit der Telefonnummer Pfalzburg 3542. Am 1. Oktober 1931 wurde Rittmeister Alfons Rüggenmann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er als Referent in der Heeres-Waffen- und Muntionsabteilung (Wa B 2) des Heereswaffenamtes eingesetzt. Am 1. Mai 1933 wurde er dort zum Major befördert. Er zog jetzt innerhalb von Berlin-Wilmersdorf in die Trautnaustraße 8 und behielt die gleiche Telefonnummer. Am 1. April 1934 gehörte er zur Heeres-Munitionsbeschaffungsabteilung (Wa B 3) beim Beschaffungswesen (Wa B). Auch bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 wurde er weiter bei der Wa B 3) im RWM eingesetzt. Ab Mai 1935 gehörte er dann zum Reichskriegsministerium (RKM). Bei der Enttarnung der Einheiten am 15. Oktober 1935 wurde er als Nachfolger von Oberst Hans Lohmann zum Chef der Abteilung Heeres-Gerätebeschaffungsabteilung (Wa B 1) ernannt. Am 1. Januar 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Er behielt mindestens bis 1942 die Trautenaustraße 8 in Berlin Wilmersdorf als private Anschrift, seine Telefonnummer wurde nur auf die 863542 angepasst. Am 10. Mai 1938 wurde er dann bei der nächsten Umgliederung zum Chef der Kampfgerätabteilung (Wa J Rü 1) in der Amtsgruppe für Industrielle Rüstung  (Wa J Rü) des Heereswaffenamtes (WaA) ernannt. Am 1. Juni 1938 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg Ende August 1939 war er Chef der Wa J Rü 1. Am 11. Januar 1940 wurde er zum Chef der Amtsgruppe für Abnahme (Wa Abn) beim Chef Heeres-Waffenamt (Chef WaA) im OKH ernannt. Am 30. Januar 1941 wurde ihm das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern verliehen. Am 20. Februar 1941 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Emil Leeb, Chef des Heereswaffenamtes im OKH: "Aufrechte, tatkräftige und kluge Persönlichkeit von offenem, bescheidenen Wesen, die sich ihrer Vorzüge bewusst ist. Im Weltkrieg feindbewährt. Leitet Abnahme mit großem Geschick, Weitblick und vortrefflicher Organisationsgabe. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Rüstungsinspekteur. Wehrwirtschaft." Dazu ergänzte am 7. März 1941 Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres: "Einverstanden." Am 30. Januar 1942 wurde ihm das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern verliehen. Am 2. März 1942 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Rüstungs-Inspekteur I bei der Rüstungsinspektion I in Königsberg betraut. Am 1. April 1942 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. An diesemm 1. April 1942 erhielt er auch folgende Beurteilung von General der Artillerie Emil Leeb, Chef des Heereswaffenamtes im OKH: "Beziehe mich auf meine Beurteilung vom 20. Februar 1941. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Rüstungsinspekteur. Wehrwirtschaft." Am 1. Dezember 1942 wurde er zum Rüstungs-Inspekteur XII des Reichsministeriums für Bewaffnung und Munition in Wiesbaden ernannt. Diese Funktion übte er bis zum Ende des Krieges aus. Seine Privatanschrift war jetzt die Viktoriastraße 7 in Wiesbaden mit der Telefonnummer 23049. Am 15. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Kurt Waeger, Chef vom Rüstungsamt: "Als Rüstungs-Inspekteur voll bewährt. Über Durchschnitt. In diesem Kriege bisher keine Feindbewährung." Bei Kriegsende geriet er Anfang Mai 1945 in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 7. März 1947 wieder entlassen. Er starb fast genau fünf Jahre später am 23. März 1952 um 0 Uhr und 40 Minuten in der Schiersteiner Straße 43 im Krankenhaus Paulinenstift in Wiesbaden an akutem Herzversagen und einer Lungenentzündung. Seine letzte Privatadresse war die Viktoriastraße 7 in Wiesbaden.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/10853: Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
NARA Akte T-78 R-892