Ritter von Ruith, Adolf Philipp

 

* 11. Mai 1872, Bamberg

† 5. Oktober 1950, Gauting

 

 

Adolf Ruith trat nach seinem Abitur am 2. September 1890 als Fahnenjunker in die Bayerische Armee ein. Der Sohn vom Oberst und Schriftsteller Maximilian Ruith und dessen Ehefrau Karolina, geborene Stauber, kam dabei zum 3. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Bayern" in Augsburg. In diesem wurde er am 9. Juni 1892 zum Sekondeleutnant befördert. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Im Jahr 1899 diente er als Regimentsadjutant im 3. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Bayern" in Augsburg. In dieser Funktion wurde er am 24. Oktober 1900 zum Oberleutnant befördert. Von 1903 bis 1906 absolvierte Ruith die Bayerische Kriegsakademie, die ihm in erster Linie die Qualifikation für den Generalstab, ferner für die höhere Adjutantur und den Referatsdienst aussprach. Danach wurde er zur Zentralstelle des Generalstabs kommandiert. Dort wurde er am 22. Dezember 1906 zum Hauptmann ohne Patent ernannt. Am 22. Juni 1907 heiratete er die verwitwete Helene Butsch, geborene von Sauter. Die Ehe blieb kinderlos, aber seine Frau brachte ein Kind mit in die Ehe. Einen Tag später hat er sein Patent als Hauptmann erhalten. Als solcher wurde er 1907 zum Generalstab des I. Königlich Bayerisches Armee-Korps versetzt. Im Jahr 1909 wurde er als Kompaniechef zum  19. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment „König Viktor Emanuel III. von Italien“ nach Erlangen versetzt. Im Jahr 1911 wurde er wieder zur Zentralstelle des Generalstabs versetzt. Dort wurde er am 7. März 1912 zum Major ohne befördert und zum Adjutant des Chefs des Generalstabs der Armee ernannt. Gleichzeitig kommandierte man Ruith zum Großen Generalstab nach Berlin und ernannte ihn für die Dauer von zwei Jahren zum militärischen Mitglied des bayerischen Senats beim Reichsmilitärgericht. Sein Patent als Major hat er dann am 28. Oktober 1912 erhalten. Er nahm dann auch am 1. Weltkrieg teil. Bei der Mobilmachung Anfang August 1914 wurde er als erster Generalstabsoffizier (Ia) der 1. Königlich Bayerische Reserve-Division zugeteilt. Mit ihr nahm er an der Schlacht in Lothringen, den Kämpfen vor Nancy-Épinal, an der Somme, dem Stellungskrieg im Artois und der Dezemberschlacht 1914 in Flandern teil. In der Frühjahrsschlacht von La Bassée-Arras konnte der Großverband die ihr zugewiesenen Stellungen behaupten. Bei der benachbarten 5. Königlich Bayerische Reserve-Division gelang dem Feind bei Maison Blanche und La Targette ein tiefer Einbruch in das Stellungssystem. Erst durch das heranführen der gesamten Reserven der 1. Königlich Bayerische Reserve-Division konnte die Lage bereinigt werden. Am 9. Mai 1915 wurde er für seine Führungsleistung mit dem königlich bayerischen Militär Max-Josef-Orden ausgezeichnet, womit der persönliche Adelstand verbunden war. Damit wurde er jetzt als Major Ritter von Ruith bezeichnet. Am 22. September 1915 wurde er als Ia zum Generalstab des I. Königlich Bayerisches Armee-Korps versetzt. Am 15. April 1916 wurde er als Ia zum Generalstab der Südarmee versetzt, die an der Ostfront in Galizien im Einsatz war. Am 29. August 1917 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Anfang 1918 wurde er zum Chef des Generalstabs beim Generalkommandos Nr. 63 ernannt. Von Mai 1918 bis Kriegsende fungierte Oberstleutnant Ritter von Ruith noch als Chef des Stabes beim Generalkommando Nr. 57 an der Westfront. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm auch neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er ab dem 28. Dezember 1918 als Kommandeur vom Grenzschutz Süd eingesetzt. Im Mai 1919 kam er als Chef des Generalstabs zum II. Königlich Bayerisches Armee-Korps. Mit der Auflösung der Bayerischen Armee wurde er dann im Herbst 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Anfangs wurde er zum Kommandeur vom Reichswehr-Schützen-Regiment 42 ernannt, welches später Oberst Haack übernahm. Vorübergehend wurde er auch als Vorstand des Abwicklungsamts des früheren Generalkommandos des II. Königlich Bayerischen Armeekorps verwendet. Im Jahr 1920 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Im RWM wurde er als Chef des Stabes der Inspektion des Erziehungs- und Bildungswesens (In 1) eingesetzt. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 war er noch dort im Einsatz. Dort wurde er am 16. Juni 1920 auch zum Oberst befördert. Auch bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 bleib er weiter im RWM als Chef des Stabes bei der In 1 eingesetzt. Am 24. Januar 1921 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1921 als Nachfolger von Oberstleutnant Karl Ritter von Prager zum Chef des Stabes der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. Ende Januar 1922 wurde er durch Oberstleutnant Karl Eberth abgelöst. Am 1. Februar 1922 wurde er dann als Nachfolger von Oberst Friedrich Ritter von Haack zum Kommandeur vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. In dieser Funktion wurde er am 1. April 1923 zum Generalmajor befördert. Am 31. Oktober 1923 gab er sein Kommando an Oberst Martin Ritter von Dittelberger ab. Er wurde jetzt als Nachfolger von Generalleutnant Franz Ritter von Epp zum Infanterieführer VII ebenfalls in München ernannt. Im November 1923 stellte er sich gegen den Hitler-Ludendorff-Putsch in München. Als Infanterieführer VII wurde er Anfang Juni 1926 zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1926 datiert. Am 1. Januar 1928 wurde er dann als Nachfolger von Generalleutnant Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein zum Kommandeur der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. Damit wurde er auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis VII und zum Landeskommandant von Bayern. Am 1. Dezember 1929 wurden ihm die Charakter eines General der Infanterie verliehen. Am 31. Januar 1930 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Sein Nachfolger wurde dann Generalleutnant Wilhelm Ritter von Leeb. Noch in den 30iger Jahren wurde ihm das Recht zum Tragen der Uniform vom Infanterie-Regiment 19 mit den Generalsabzeichen verliehen. Er wurde im 2. Weltkrieg nicht wieder reaktiviert.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931