Bauer, Paul
| * 18. Juni 1880, Steingaden, Bezirk Schongau (Oberbayern) † 14. Februar 1948, München
BArch Pers 6/2516 als Zivilist etwa 1935 |
![]() BArch Pers 6/2516 im Jahr 1922 als Hauptmann |
Paul Bauer war der Sohn vom Rechnungsrat und Remontedepotadministrator von Steingaden Hans Bauer und dessen Ehefrau Konstanze, geborene Gerstner. Er trat nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps am 6. Juli 1900 (8) als Fähnrich in die Bayerische Armee ein. Er kam dabei in das Königlich Bayerische 1. Infanterie-Regiment "König" in München. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 28. Oktober 1902 (1) zum überzähligen Leutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 5. Kompanie seines Regiments eingesetzt. Am 1. Juni 1908 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Karl Petzoldt zum Adjutant des I. Bataillons vom 1. Infanterie-Regiment "König" in München ernannt. Diese Position behielt er für einige Jahre. Am 3. März 1911 (13) wurde er zum Oberleutnant befördert. Vom 1. Oktober 1911 bis zum Sommer 1914 wurde er für seine Generalstabsausbildung zur bayerischen Kriegsakademie kommandiert. Sein Vater starb am 9. April 1914 in München. Bei Abschluß der Kriegsakademie wurde ihm die Eignung zum Generalstab und Lehrfach (besonders Kriegsgeschichte) ausgesprochen. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er der mobilen Etappenkommandantur 4 Ib als Adjutant zugeteilt. Am 3. Oktober 1914 wurde er zum Königlich Bayerisches 1. Infanterie-Regiment "König" versetzt und dort als Chef der 3. Kompanie eingeteilt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 17. Oktober 1914 verliehen. Am 16. Dezember 1914 (13) wurde er zum Hauptmann befördert. Am 23. Februar 1915 wurde er als 2. Adjutant zur 1. bayerischen Landwehr-Division versetzt. Am 5. und 6. Juni 1915 wurde er im Reservelazarett Dieuze Abteilung I behandelt. Am 6. Juni 1915 wurde er zur ambulanten Behandlung als dienstfähig zur Truppe entlassen. Am 25. August 1915 wurde er im Divisionsstab der 1. bayerischen Landwehr-Division als 2. Generalstabsoffizier (Ib) eingeteilt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 16. September 1915 verliehen. Am 17. Juni 1916 wurde er als Generalstabsoffizier (Ic) zum Generalkommando III. bayerisches Armeekorps versetzt. Vom 12. Oktober 1916 bis zum 28. Oktober 1916 erhielt er einen Erholungsurlaub nach München und Niedernfels bei Marquartstein bewilligt. Am 5. April 1917 wurde er als (Id) für den Generalstab vom AOK B bestimmt. Er wurde am 7. März 1918 als 1. Generallstabsoffizier (Ia) zur 39. Reserve-Division versetzt. Am 1. Januar 1919 folgte die Versetzung in den Generalstab vom Generalkommando I. bayerisches Armeekorps. Von dort wurde er am 20. Februar 1919 als Adjutant zum Minister für militärische Angelegenheiten Richard Scheid versetzt. Er besetzte diese Position auch noch unter dessen Nachfolger Ernst Schneppenhorst. Nach der Auflösung der Behörde wurde er im Sommer 1919 als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Zunächst kam er am 23. Juli 1919 zum Stab des II. Bataillons vom 2. bayerisches Reichswehr-Schützen-Regiment 42. Ab dem 31. Juli 1919 war er als Kompanieführer der 6. Kompanie beim 2. bayerisches Reichswehr-Schützen-Regiment 42 im Einsatz. Als solcher wurde er auch bei der Niederschlagung des Ruhraufstandes vom 14. März 1920 bis zum 20. Mai 1920 im rheinisch-westfälischen Industriegebiet eingesetzt. Auch bei der Bildung des 200.000-Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch zum Reichswehr-Schützen-Regiment 42 der Reichswehr-Brigade 21. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Kompaniechef in das Infanterie-Regiment 19 übernommen. Seine Mutter ist am 16. Dezember 1920 in München gestorben. Vom 20. April 1921 bis 30. September 1922 gehörte er dem Stab des II. Bataillons vom inzwischen zum 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment in Augsburg an. Während dieser Zeit wurde ihm am 1. Februar 1922 ein neues Rangdienstalter als Hauptmann vom 2. August 1914 (3) erhalten. Danach wurde er am 1. Oktober 1922 als Lehrer an die Kavallerieschule nach Hannover versetzt. Dort wurde er am 5. Februar 1923 zum Major befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juli 1921 (20l) festgelegt. Als Lehrer und Aufsichtsoffizier wurde Major Bauer am 1. April 1924 an die Infanterieschule auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf, bzw. später in Dresden, versetzt. Vom 17. August 1925 bis zum 28. August 1925 wurde er zum Verbandsartillerieschießen der Marine kommandiert. Vom 15. Oktober 1925 bis zum 28. Februar 1926 wurde er zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München kommandiert. Vom 1. Juni 1926 bis zum 5. Juni 1926 wurde er zur Übungreise der Taktiklehrer nach Weimar und Jena kommandiert. Diese Funktion als Lehrer und Aufsichtsoffizier an der Infanterieschule übte er bis zum bis 31. Januar 1927 aus. Anschließend war er ab dem 1. Februar 1927 für zwei Jahre als Nachfolger von Oberstleutnant Hans von Hößlin Kommandeur des II. Bataillons vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Augsburg. Vom 3. März 1927 bis zum 12. März 1927 wurde er zum Fahr- und Gerätelehrgang zur 7. (Bayerische) Fahr-Abteilung nach München kommandiert. Vom 24. März 1927 bis zum 26. März 1927 wurde er zur Geländebesprechung nach Wassertrüdingen kommandiert. Direkt danach wurde er am 1. April 1927 zum Oberstleutnant befördert, wobei sein Rangdienstalter auf den 1. Februar 1927 (5a) festgelegt wurde. Vom 26. Oktober 1927 bis zum 9. November 1927 wirde er zu einem schweren MG-Lehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Vom 9. September 1928 bis zum 13. September 1928 hat er an der Offiziers-Geländebesprechung in Feldaffing teilgenommen. Am 1. Februar 1929 kehrte er wieder an die Infanterieschule zurück. Dort fungierte er als Nachfolger von Oberst Karl Held als Leiter des II. Lehrgangs. Vom 10. Oktober 1929 bis zum 19. Oktober 1929 hat er an der Lehrerreise der Infanterieschule teilgenommen. Als Lehrgangsleiter wurde er am 1. Februar 1930 (1) zum Oberst befördert. Als Nachfolger von Generalleutnant Hans von Hößlin wurde er am 1. April 1932 zum Infanterieführer VII in München ernannt. Vom 27. April 1932 bis zum 4. Mai 1932 hat er an der Divisionsübungsreise der 7. Division der Reichswehr teilgenommen. Als Infanterieführer VII wurde er am 1. Dezember 1932 (2) zum Generalmajor befördert. Am 31. März 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dies geschah unter Verleihung der Berechtigung zum Tragen der bisherigen Uniform und der gesetzlichen Versorgung. Sein Nachfolger als Infanterieführer VII wurde Generalmajor Konrad Stephanus.
Er wohnte die nächsten Jahre in der Erlenstraße 9 in Pullach bei München und
hatte dort die Telefonnummer 793260. Er stellte sich am 4. November 1937 dem
Wehrbezirkskommando München I (WBK München I), Seidelstraße 7 in München, für
den Mobilmachungsfall zur Verfügung. Er teilte mit, das er vom 8. November 1937
bis zum 15. April 1938 in Fischbachau einem Ortsteil von Stauden wohnen würde
und postalisch über Deutscher Hof zum Breitenstein in Hammer bei Schliersee
erreichbar wäre. Auch bei Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte er sich am 26.
August 1939 zur Verfügung des Heeres der Wehrmacht. Er wurde Anfang Oktober 1939
für die Verwendung als Kommandeur der
Division Nr. 157
vorgeschlagen. Nach einer Quelle wurde er im Oktober 1939 als Kommandeur einer
189. Division vorgesehen. Im Oktober 1940 ersuchte er um z.V.-Stellung, was beim
Heeres-Personalamt (HPA) (Pa 1 VI) am 18. Oktober 1940 durch das
Stellv.
Generalkommando VII. Armeekorps beantragt wurde. Am 28. Oktober 1940 wurde
dem 174 Zentimeter großen und 90 Kilogramm schweren Offizier der
Tauglichkeitsgrad g.v.H. (garnisonsverwendungsfähig Heimat) zugewiesen. Am 19.
März 1941 (Erlaß am 29. März 1941) wurde er mit Wirkung vom 16. April 1941 zum
aktiven Wehrdienst einberufen und zur Kriegswissenschaftlichen Abteilung im
Generalstab des Heeres befohlen. Er sollte sich in der Dörnbergstraße 7 in
Berlin W melden. Am 4. April 1941 bat das
Stellvertretende
Generalkommando VII. Armeekorps das
HPA (Ag P 1
Gr. 8) darum, ihn in die Lister der Generale z.V. aufzunehmen. Daraufhin wurde
er am 12. April 1941 auf Grund der Verordnung A.H.M. vom 21. Februar 1940 Blatt
5, Nr. 207 mit Wirkung vom 1. April 1941 zur Verfügung des Heeres (z.V.)
gestellt. Nach nur einem Tag erfolgte seine Krankmeldung. Am 19. April 1941
informierte er Oberst Hermann Pürckhauer,
Adjutant vom
Stellvertretenden Generalkommando VII. Armeekorps, das ihm in Berlin sein
Herz und seine Nerven große Schwierigkeiten bereitet hatten. Er bat diesen darum
dem Kommandierenden General vom
Wehrkreis VII,
General der Artillerie z.V. Edmund
Wachenfeld, darüber Meldung zu erstatten und auch das
Wehrmachtversorgungsamt zu verständigen. Er bedankte sich auch für dessen
Bemühungen um Verwendung für seine Person. Am 23. April 1941 wurde die
Einberufung mit Wirkung vom 1. Mai 1941 aus gesundheitlichen Gründen aufgehoben.
Am 18. Juli 1941 wurde er zum altiven Wehrdienst einberufen und zum Kommandant
der Feldkommandantur
247(V) (FK 247) ernannt. Diese sollte beim Wehrbezirkskommando München II
(WBK München II) in der Mercystraße 3 aufgestellt werden. Diese Verfügung ist
aber wegen Krankheit nicht wirksam geworden. Statt seiner übernahm Oberst Paul
Gallas die FK 247. Am
27. August 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1941 zum aktiven
Wehrdienst einberufen zur Kriegswissenschaftlichen Abteilung im Generalstab des
Heeres (GenStdH). Er wohnte damals im Familienheim Rothes. in der Leopoldstraße
52 in München 23. Er sollte sich am 2. September 1941 am Lochowdamm 9/10 in
Berlin-Grunewald melden. Am 12. September 1941 wurde die Mobilmachungsverfügung
aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Am 17. Dezember
1941 wurde er darüber informiert, dass sein z.V.-Stellung mit einer Verfügung
vom 13. Dezember 1941 mit Wirkung vom 31. Dezember 1941 aufgehoben wird.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern
mit dem Stand vom 11. April 1900, 39. Auflage, München
Militär-Handbuch des
Königreichs Bayern mit dem Stand vom 28. Oktober 1901, 40. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 16. April 1903, 41.
Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom
15. Mai 1905, 42. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern
mit dem Stand vom 10. April 1907, 43. Auflage, München
Militär-Handbuch des
Königreichs Bayern mit dem Stand vom 8. Juni 1909, 44. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Juni 1911, 45.
Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 6. Februar 1913, 46.
Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom
16. Mai 1914, 47. Auflage, München
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Ernst Kabisch: Die Führer des
Reichsheeres 1921 und 1931, Dieck-Verlag, Stuttgart 1931
Dermot Bradley /
Karl Friedrich Hildebrand / Markus Rövekamp: Die Generale des Heeres 1921 - 1945
Teil IV, Band 1: Abberger - Bitthorn, Biblio-Verlag 1993
Othmar Hackl: Die
Bayerische Kriegsakademie (1867–1914). C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung,
München 1989
Pers 6/2516
Kriegsranglisten
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/BAUER_PAUL.html