Ullersperger, Wilhelm

 

* 6. August 1894, Regensburg

† 16. Mai 1978, Siegburg

 

 

Wilhelm Ullersperger war der Sohn vom Oberleutnant a.D. Garnisons-Verwaltungsdirektor und Regierungsrat Adolf Ullersperger und dessen Ehefrau Berta, geborene Englert. Er trat bei Beginn des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Königlich Bayerisches Pionier-Bataillon. Bei diesem wurde er am 12. Oktober 1914 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Am 11. November 1914 wurde er zur Reserve-Pionierkompanie vom Königlich Bayerisches 1. Pionier-Bataillon ins Feld versetzt. Dort wurde er im Bereich Ecurie eingesetzt. Am 1. Dezember 1914 wurde er infolge Verwundung ins Lazarett eingeliefert. Ein Infanteriegeschoß hatte ihn bei Ecurie am Hals verwundet. Ab dem 6. Dezember 1914 wurde er im Vereinslazarett Frauenklinik in Marburg an der Lahn behandelt. Am 22. Dezember 1914 kam er zurück zum Königlich Bayerisches 1. Pionier-Ersatz-Bataillon. Er erhielt jetzt erst einmal einen Erholungsurlaub nach Landau in der Pfalz. Vom 4. Januar 1915 bis zum 13. Februar 1915 war er Teilnehmer am Fahnenjunkerkurs beim Königlich Bayerisches 1. Pionier-Ersatz-Bataillon. Am 14. Februar 1915 wurde er bei der 1. Ersatz-Kompanie des Bataillons eingesetzt. Am 12. März 1915 wurde er zum Fähnrich ohne Patent befördert. Am 9. April 1915 kam er zur 1. Reserve-Pionierkompanie zum Königlich Bayerisches 2. Pionier-Bataillon ins Feld. Dort wurde er anfangs in Stellungskämpfen bei Arras verwendet. Vom 9. Mai 1915 bis zum 11. Juli 1915 wurde er bei der Schlacht bei La Bassee und Arras eingesetzt. Am 24. Juni 1915 wurde er zum Leutnant ohne Patent befördert. Am 11. Juli 1915 kam er erneut verwundet ins Lazarett. Durch Granatsplitter war sein Mittelfuß kurz vor der großen linkn Zehe zersplittert. Daraufhin wurde er bis zum 27. Juli 1915 im preußischen Landwehr-Lazarett 4 behandelt. Vom 28. Juli 1915 bis zum 26. August 1915 wurde er im Vereinslazarett Glückauf in Bonn behandelt. Vom 27. August 1915 bis zum 6. Dezember 1915 wurde er im Vereinslazarett Landau behandelt, davon ab dem 6. Oktober 1915 nur noch ambulant. Vom 9. Dezember 1915 bis zum 8. Januar 1916 erhielt er einen Erholungsurlaub nach Regensburg. Am 9. Januar 1916 kam er zum Rekruten-Depot I vom Königlich Bayerisches 1. Pionier-Ersatz-Bataillon. Vom 18. Januar 1916 bis zum 31. Januar 1916 wurde er zum Nahkampfmittelkurs bei der Minenwerfer-Ersatz-Abteilung München kommandiert. Am 1. Februar 1916 wurde er mit Wirkung vom 10. Februar 1916 beim Ausbildungskurs des Königlich Bayerisches 1. Pionier-Ersatz-Bataillon mit Nahkampfmitteln als Hilfsoffizier eingeteilt. Vom 16. März 1916 bis zum 26. März 1916 erhielt er einen Erholungsurlaub nach Landau in der Pfalz. Am 25. Juni 1916 wurde er mit Wirkung vom 2. Juli 1916 zum Granatwerferkurs zum Lager Lechfeld kommandiert. Am 16. Juli 1916 wurde er bei der Übungskompanie, später bayerische Pionier-Kompanie 22 eingeteilt. Am 27. Juli 1916 ging er mit dieser wieder ins Feld. Er wurde jetzt bis zum 6. Oktober 1916 bei Stellungskämpfen in den Vogesen verwendet. Vom 20. August 1916 bis zum 27. August 1916 wurde er nach Zillisheim zur Sturm-Kompanie der Königlich württembergischen Landwehr-Division kommandiert. Am 29. August 1916 wurde er der Sturmabteilung der 12. bayerischen Infanterie-Division zugeteilt. Vom 3. September 1916 bis zum 8. September 1916 wurde er zum Sturm-Bataillon Rohr kommandiert. Am 10. September 1916 wurde er durch eine Handgranate am Hals verwundet, blieb aber weiter bei der Truppe. Ab dem 10. Oktober 1916 wurde er auf dem rumänischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Dort standen zuerst Gebirgskämpfe am Törzburger Pass auf dem Programm. Am 20. November 1916 kehrte er wieder zu seiner Kompanie zurück. Ende November 1916 war er an den Verfolgungsgefechten bei Campolung beteiligt. Anfang Dezember 1916 folgte die Schlacht am Arges. Vom 9. Dezember 1916 bis zum 20. Dezember 1916 schlossen sich Verfolgungskämpfe m Jalomita, Prahova und Buzaul an. Vom 21. Dezember 1916 bis zum 27. Dezember 1916 war er bei der Schlacht bei Rimnicul-Sarat im Einsatz. Auch bei den anschließenden Verfolgungskämpfen nach der Schlacht war er vom 28. Dezember 1916 bis zum 3. Januar 1917 beteiligt. Vom 4. Januar 1917 bis zum 8. Januar 1917 war er bei der Schlacht an der Putna im Einsatz. Vom 9. Januar 1917 bis zum 5. August 1917 schlossen sich Stellungskämpfe an der Putna und am Sereth an. Vom 27. Februar 1917 bis zum 22. April 1917 wurde er als Führer der Sturmabteilung der 12. bayerischen Infanterie-Division zugeteilt. Vom 6. August 1917 bis zum 3. September 1917 war er an der Durchbruchsschlacht an der Putna und Lusita beteiligt. Dabei ist besonders die Erstürmung des Negrowaldes und von Cinslea am 6. August 1917 und die Erstürmung von Tisita am 11. August 1917 erwähnenswert. Am 19. August 1917 wurde er bei Marasesti durch Artilleriegeschoß am Hals verwundet, blieb aber wieder bei der Truppe. Vom 26. August 1917 bis zum 3. September 1917 wurde er zum Stabsoffizier der Pioniere vom I. preuß. Reserve-Korps kommandiert. Vom 4. September 1917 bis zum 1. Oktober 1917 und vom 7. Oktober 1917 bis zum 10. Dezember 1917 wurde er bei Stellungskämpfen am Sereth und Lusita eingesetzt. Vom 1. Oktober 1917 bis zum 6. Oktober 1917 wurde er zum 46. Lehrgang an der Heeresgasschule Berlin kommandiert. Am 9. Oktober 1917 hat er sein Patent als Leutnant vom 15. November 1913 erhalten. Vom 29. Oktober 1917 bis zum 25. Dezember 1917 wurde er mit der Führung er Pionier-Kompnaie 22 beauftragt. Nach dem Waffenstillstand an der rumänischen Front am 10. Dezember 1917 wurde er bis zum 29. März 1918 bei der Ausbildung hinter der rumänischen Front eingesetzt. Am 30. März 1918 wurde er zur Königlich Bayerischen Pionier-Kompanie 102 versetzt. Am 10. April 1918 ist er bei seiner neuen Kompanie eingetroffen. Zuerst wurde er bei dieser unter dem Alpenkorps bei der Schlacht bei Armantieres eingesetzt. Vom 19. April 1918 bis zum 29. April 1918 wurde er bei der Schlacht um den Kemmelberg eingesetzt. Am 26. April 1918 wurde er mit der Stelle des Kompanieführers der Pionier-Kompanie 102 beliehen. Am 29. April 1918 wurde er am Kemmelberg durch Artilleriegeschoß am rechten Oberarm leicht verwundet und blieb wieder bei der Truppe. Vom 30. April 1918 bis zum 6. Mai 1918 war er am Stellungskrieg in Flandern beteiligt. Vom 6. Juni 1918 bis zum 30. Juni 1918 erhielt er einen Erholungsurlaub nach Landau in der Pfalz. Am 9. Juni 1918 wurde ihm das Verwundetenabzeichen in Weiß verliehen. Am 16. Juli 1918 wurde ihm das Verwundetenabzeichen in Gelb verliehen. Auch nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub wurde er wieder beim Stellungskrieg in Flandern eingesetzt. Am 6. August 1918 wurde er von der Stellung als Kompanieführer der Pionier-Kompanie 102 enthoben. Vom 8. August 1918 bis zum 11. September 1918 wurde er als stellvertretender Kompanieführer beim Königlich Bayerisches 9. Pionier-Bataillon verwendet. Ab dem 13. August 1918 wurde er bei der Abwehrschlacht in Flandern eingesetzt. Vom 15. September 1918 bis zum 12. Oktober 1918 wurde er als stellvertretender Kompanieführer beim Königlich Bayerisches 9. Pionier-Bataillon verwendet. Vom 12. Oktober 1918 bis zum 17. Dezember 1918 wurde er als stellvertretender Kompanieführer beim Königlich Bayerisches 9. Pionier-Bataillon verwendet. Ab dem 14. Oktober 1918 führte er seine Kompanie beim Rückzug in Serbien. Im November 1918 zog er mit seiner Kompanie dann durch Ungarn in Richtung Heimat. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er ab dem 20. Dezember 1918 als Archivoffizier beim 1. Pionier-Ersatz-Bataillon eingesetzt. Ab dem 27. April 1919 wurde er beim Freikorps Landsberg eingesetzt. Mit diesem wurde er im Mai 1919 auch in München beim Kampf gegen die Rote Armee der Räterepublick eingesetzt. Ab dem 20. Mai 1919 wurde er in der Minenwerferkompanie vom Reichswehr-Schützenregiment 42 eingesetzt. Am 1. Juli 1919 wurde er als Leutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt in das 1. bayerische Reichswehr-Pionier-Bataillon 21 eingeteilt und bei diesem in der 2. Kompanie als Kompanieoffizier eingesetzt. Vom 2. September 1919 bis zum 23. September 1919 wurde er zum 2. Infanterie-Lehrkurs kommandiert. Am 1. November 1919 wurde er als Kompanieoffizier zur 1.Kompanie vom 1. bayerische Reichswehr-Pionier-Bataillon 21 versetzt. Im April 1920 wurde er im Ruhrgebiet eingesetzt. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Pionier-Bataillon 21 der Reichswehr-Brigade 21. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann am 1. Januar 1921 in das 7. (Bayerisches) Pionier-Bataillon übernommen. Bei diesem wurde er anfangs als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 15. Juni 1921 hat er Maria Johanna Schwaiger geheiratet. Am 1. Juli 1922 wurde ihm der 1. April 1914 als neues Rangdienstalter als Leutnant zugewiesen. Im Frühjahr 1923 gehörte er als Kompanieoffizier zur 1. Kompanie vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon in München. Zum 1. September 1923 wurde er dort zum Oberleutnant befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er als solcher als Kompanieoffizier bei der 2. Kompanie vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon ebenfalls in München eingesetzt. Am 1. Oktober 1924 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Franz Geiger zum Adjutant vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon ebenfalls in München ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre aus. Am 18. Februar 1926 starb sein Vater. Am 1. Oktober 1927 wurde er zum Chef der Brückenkolonne vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon in München ernannt. Am 1. April 1928 wurde er in dieser Funktion zum Hauptmann befördert. Seine Position alc Chef der Brückenkolonne übte er wieder einige Jahre aus. 1929 wurde seine Tochter Waltraut Ullersperger geboren. Bei der Umgliederung des Bataillons wurde er dann 1930/31 zum Chef der neuen 3. Kompanie vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon ebenfalls in München ernannt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann zur Kommandantur der Festung Küstrin versetzt. Seine Kompanie übernahm dafür Hauptmann Blumentritt. Im Frühjahr 1934 wurde er zum Kommandeur der Festungs-Baugruppe Küstrin ernannt. Dort wurde er dann auch während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht eingesetzt. Am 1. Februar 1935 wurde er während dieser Zet zum Major befördert. Damit wurde er gleichzeitig zum Kommandeur der Festungsbaugruppe Aschaffenburg ernannt. Ab dem 1. Juni 1935 wurde er als Führer der Festungsbaugruppe Weiden eingesetzt. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann für die nächsten Jahre als Nachfolger von Major Franz Geiger zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon 7 in Rosenheim ernannt. Als solcher wurde er dann zum 1. Oktober 1937 zum Oberstleutnant befördert. Im Frühjahr 1938 beteiligte sich das Bataillon beim Einmarsch nach Österreich. Im Herbst 1938 war dann die Besetzung des Sudetenlandes nach dem Münchener Abkommen das herausragende Ereignis für ihn und sein Bataillon. Auch bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 blieb er weiter Kommandeur vom Pionier-Bataillon 7. Dieses führte er dann bei Beginn des Krieges im Rahmen der 7. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Bereits in diesem wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im Frühjahr 1940 gab er sein Kommando über das Bataillon ab. Er wurde dafür dann noch im Frühjahr 1940 zum Kommandeur vom Pionier-Regimentsstab z.b.V. 667 ernannt. Diesen Stab führte er dann noch im Frühjahr 1940 in das Unternehmen Weserübung. Danach wurde er dann zum 1. Oktober 1940 zum Oberst befördert. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Spätestens ab dem Jahresbeginn 1941 wurde er dann mit seinem Stab unter dem Generalkommando XXVI. Armeekorps in Ostpreußen eingesetzt. Zum Sommerbeginn 1941 wurde er dann im Ostfeldzug weiter unter dem XXVI. Armeekorps beim Angriff auf Nordrussland eingesetzt. Er erreichte dabei Ende Juni 1941 die lettische Hauptstadt Riga. Dort wurde er Anfang Juli 1941 für einige Tage als Kommandant der Stadt eingesetzt. Am 2. Juli 1941 erließ er den Befehl der es jüdischen Einwohnern verbot in den Schlange vor den Geschäfte zu stehen. Bereits am 9. Juli 1941 wurde ihm dann die Anerkennungsurkunde des Oberbefehlshabers des Heeres verliehen. Am 17. November 1941 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Anfang Dezember 1941 lag er mit seinem Stab in Riga und war gleichzeitig Kommandant der Stadt. Zu dieser Zeit fanden in der Stadt größere Erschießungen von Juden statt. Nach seiner Aussage vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal hat er von diesen nicht mit bekommen. Am 1. Juni 1942 wurde er dann zum Höherer Pionieroffizier 3 in München ernannt. Damit war er dann mit den Befugnissen eines Brigade-Kommandeurs für die Wehrkreise V, VII, XVII, XVIII zuständig für Pionier-Ersatz-Einheiten, ohne Brückenbau und Stromsicherung, ausgestattet. Am 23. März 1943 wurde er dann für etwa zwei Monate zum Armeepionierführer (A.Pi.Fü.) der 4. Armee ernannt. Ende Mai 1943 wurde er dann in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte dabei der Wehrkreis VII. Am 16. Juni 1943 wurde er dann zum Armeepionierführer der 1. Panzerarmee ernannt. Am 25. Oktober 1943 wurde er durch Oberst Viktor Luschnig wieder abgelöst. Danach wurde er erneut in die Führerreserve versetzt. Er wurde direkt zum Stab des Inspekteurs der Landesbefestigungen West kommandiert. Am 14. Dezember 1943 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Festungspionierkommandeur I beauftragt. Am 25. Januar 1944 wurde er zum Festungs-Pionier-Kommandeur I ernannt. Als solcher wurde er dann im Westen eingesetzt. Am 1. August 1944 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 23. November 1944 geriet er dann an der Westfront bei Straßbourg in westalliierte Gefangenschaft. Er wurde danch im Camp Trent in England inhaftiert. Am 11. April 1945 wurde er gemeinsam mit Dietrich von Choltitz, Hermann-Bernard Ramcke, Anton Dunckern und Knut Eberding mit dem Flugzeug in die USA gebracht, wo er in Clinton im Bundesstaat Mississippi inhaftiert wurde. Sein sechs Jahre älterer Bruder Adolf Ullersperger war im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier beim Reserve-Infamterie-Regiment Nr. 14 im Einsatz.