Vahl, Herbert Karl Ernst   

 

* 9. Oktober 1896, Posen

† 22. Juli 1944, Larissa bei Thessaloniki (verunglückt)

 

 

Herbert Vahl trat zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Freiwilliger in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Baaillon vom 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment "König Wilhelm I." Nr. 7. Während des Krieges wurde er zum Offizier befördert und gehörte zum 7. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr, 155. Er wurde bei diesem in diesem Krieg nicht nur zweimal verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurde er mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er als Leutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 als Kompanieoffizier zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 9 der Reichswehr-Brigade 5. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er in das Infanterie-Regiment 1 übernommen. Im Herbst 1921 gehörte er als Kompanieoffizier zum inzwischen zum 1. (Preußisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment. 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (230) zugewiesen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er als Kompanieoffizier zur 3. Kompanie der 1. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung in Königsberg in Preußen. Dort wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (192) festgelegt. Als solcher wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Schultze zum Adjutant der 1. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung ebenfalls in Königsberg erannt. Er wohnte jetzt privat in der Cranzer Allee 47 in Königsberg in Preußen. Er heiratete am 23. November 1926 die über zwei Jahre jüngere Maria Anna Emilie Becker, Tochter des Rittergutsbesitzers Fritz Becker, in Königsberg in Preußen. 1927/28 wurde er durch Oberleutnant Albert Brüning als Abteilungsadjutant abgelöst. Er wurde dafür als Kraftfahr-Offizier in die 3. (Preußische) Sanitäts-Abteilung nach Berlin versetzt. Dort wurde er mehrere Jahre etatmäßig verzeichnet. Auch bei seiner Beförderung zum Hauptmann zum 1. Februar 1931 (28) gehörte er noch zu dieser Einheit. 1931/32 wrde er zum Stab vom Gruppenkommando 1 ebenfalls in Berlin versetzt. Dort blieb er bis zur Erweiterung der Reichswehr zur Wermacht am 1. Oktober 1934. Zu diesem Datum wurde er zum Stab vom Reiter-Regiment 16 (mot.) nach Erfurt versetzt. Später befehligte er angeblich die 14. Kompanie des Regiments. Bei der Enttarnung der Einheiten kam er am 15. Oktober 1935 zum Kradschützen-Bataillon 1 nach Langensalza, wo er die 1. Kompanie als Chef übernahm. In dieser Funktion wurde er zum 1. Januar 1936 (29) zum Major befördert. Als solcher wurde er Im Herbst 1936 als Nacfolger vom ausgeschiedenen Oberstleutnant Wilhelm Ritter von Thoma Kommandeur der II. Abteilung vom Panzer-Regiment 4 in Schweinfurt. 1937/38 wurde er zum Stab vom Heeresgruppenkommando 4 nach Leipzig versetzt. Er behielt die Uniform vom Panzer-Regiment 4. Im Herbst 1938 wurde er zum Stab vom Generalkommando XV. Armeekorps nach Jena versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1939 (25) zum Oberstleutnant befördert. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges befehligte er die Panzer-Abteilung 65 unter der 1. leichten Division im Polenfeldug. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 12. Oktober 1939 verliehen. Ebenfalls im Oktober 1939 wurde er mit seiner Abteilung der neuen 6. Panzer-Division fest zugeteilt. Am 23. April 1940 wurde er zum Kommandeur der Panzer-Abteilung 101 ernannt, die er kurz vor dem Westfeldzug Anfang Mai auch übernahm. Seine Abteilung führte er im Frühjahr 1941 in den Balkanfeldzug und beim Angriff auf die Sowjetunion zum Sommerbeginn 1941. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 13. Juli 1941 verliehen. Bereits am 18. Juli 1941 wurde er mit der Führung vom Panzer-Regiment 29 beauftragt, blieb aber weiterhin offiziell Kommadeur seiner Abteilung. Das Panzerkampfabzeichen wurde ihm am 21. Juli 1941 verliehen. Ende Oktober 1941 wurde er zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 29 der 12. Panzer-Division ernannt. Das Deutsche Kreuz in Gold wurde ihm am 17. November 1941 verliehen. Am 13. Dezember 1941 wurde Vahl mit Wirkung vom 1. Januar 1942 zum Oberst befördert. Zum 1. August 1942 trat er als SS-Standartenführer zur Waffen-SS über (SS-Nummer 430.349) und übernahm das Kommando des Panzer-Regiments der 2. SS-Panzer-Division "Das Reich". Als Divisionskommandeur Georg Keppler krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Vahl das Kommando über die Division. Seine Führung über das Regiment übernahm am 10. Februar 1943 Sturmbahnführer Hans-Albin Reitzenstein. Er wurde zum SS-Oberführer befördert und behielt die Divisionsführung, bis er am 18. März 1943 in der Nähe von Belgorod verwundet wurde. Divisionskommandeur wurde dann kurzzeitig SS-Standartenführer Kurt Brasack. Am 31. März 1943 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. April 1943 wurde er zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Wieder genesen, wurde der 176 Zentimeter große Vahl im Juli 1943 auf die Stelle des Inspekteurs der Panzer im SS-Führungshauptamt versetzt, die er bis zum 13. Juli 1944 innehatte. Anschließend wurde ihm als Nachfolger von SS-Standartenführer Karl Schümers das Kommando über die 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division in Griechenland übertragen. Am 22. Juli 1944 kam er auf der Straße Larissa-Tyrnavos bei einem Autounfall ums Leben. Sein Nachfolger wurde wieder SS-Standartenführer Karl Schümers. Er wurde daraufhin am 23. Juli 1944 auf dem Heldenfriedhof in Larissa beigesetzt und später umgebettet auf den Deutschen Soldatenfriedhof Dionyssos-Rapendoza. Seine Endgrablage ist die Gruft 1, Reihe 12 und Platte 2.

 

Ritterkreuz (31. März 1943)