Vorbrugg, Karl Oskar Emil
| * 11. Juli 1902, Fürth † 21. Mai 1946, Cesena (Gefangenschaft) |
Oskar Vorbrugg war der Sohn vom Modellier Johann Christian Vorbrugg und dessen Ehefrau Marie, geborene Bayerl. Er trat am 30.März 1917 als Hilfsdienst in die Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Bataillon vom Königlich Bayerisches 4. Pionier-Bataillon . Dort wurde er dem Rekruten-Depot III zugeteilt. Er wohnte damals im Vorwerk Wrede. Am 1. April 1918 wurde er zur 4. Kompanie vom Königlich Bayerisches 4. Pionier-Bataillon an die Front versetzt. Kurz nach dem Krieg war er als Kaufmann tätig.
Am 21. Juni 1919 trat er als Freiwilliger in das vorläufige Reichsheer ein. Er kam als Pionier zum 4. Bayerisches Reichswehr-Pionier-Bataillon 24, wo er in die 1. Kompanie einrückte. Privat wohnte er damals in Weißenburg. Am 26. Juni 1919 wurde er zur 1. Ausbildungs-Kompanie der 3. bayerische Reichswehr-Brigade 24 auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr versetzt. Es folgte am 20. August 1919 die Versetzung zur II. Abteilung vom leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 24. Bei der Bildung des Übergagsheeres der Reichswehr wurde er in die 4. Batterie bei der II. Abteilung vom leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 24 übernommen. Am 15. Oktober 1919 wurde er vereidigt. Am 1. November 1921 wurde Vorbrugg zum Oberkanonier befördert. Am 20. März 1923 wurde er zum Unteroffiziersanwärter ernannt. Am 1. September 1923 wurde er zum Gefreiten befördert. Am 15. Juli 1924 wurde er zum Offiziersanwärter ernannt, wodurch er zum Fahnenjunker-Gefreiten ernannt wurde. Am 1. November 1924 wurde er bereits zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Vom 1. März 1925 bis zum 31. Oktober 1925 wurde er zum Lehrgang I an die Infanterieschule kommandiert. Während dieser Zeit wurde er am 1. Oktober 1925 zum Fähnrich befördert. Vom 12. November 1925 bis zum 13. August 1926 wurde er zum Lehrgang II an die Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Am 1. August 1926 wurde er dort zum Oberfähnrich befördert. Am 18. Dezember 1926 wurde er dann mit Wirkung zum 1. Dezember 1926 zum Leutnant befördert. Ab dieser Zeit wurde Leutnant Vorbrugg als Batterie-Offizier in der 3. Batterie vom 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment in Würzburg eingesetzt. Am 6. Juni 1929 wurde Oskar Vorbrugg mit Wirkung vom 1. Juni 1929 zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er als Batterieoffizier in die Ausbildungs-Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment nach Erlangen versetzt. Im Frühjahr 1931 gehörte er in gleicher Funktion zur 9. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Fürth (Bayern). Diese wurde zu jener Zeit zur Kraftwagen-Batterie umgegliedert. Am 1. Oktober 1933 wurde er in die 7. (Bayerische) Fahr-Abteilung versetzt. Bei dieser wurde er als Kompanieoffizier in der 1. Kompanie in Fürth eingesetzt. Am 18. Mai 1934 heiratete er Klara Josepha Maria Schwartz in Bocholt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er ab dem 1. Oktober 1934 für seine Generalstabsausbildung zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 1. Januar 1935 zum Hauptmann befördert. Am 31. März 1935 schied er aus dem aktiven Heeresdienst aus.
Dafür wurde er am 1. April 1935 in die Luftwaffe übernommen, wo er zunächst dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) zugeordnet wurde. Privat wohnte er jetzt in der Altonaer Straße 12 in Berlin NW 87, wo er die Telefonnummer C9 Tiergarten 2527 hatte. Er besuchte jetzt aber die Luftkriegsakademie und absolvierte parallel auch eine Pilotenausbildung. Nach einer Einweisung als Aufklärungs-Beobachter wurde er am 1. Oktober 1935 offiziell zur Flak-Abteilung Fürth versetzt. Von dort wurde er fast für den kompletten Oktober 1935 zur Flieger-Staffel 1 in Cottbus kommandiert. Am 1. November 1935 wurde er als Offizier z.b.V. zur Luftkriegsakademie versetzt. Am 9. Deember 1935 wurde er bereits wieder zum RLM kommandiert. Am 1. April 1936 wurde er in das RLM versetzt. Dort wurde er als Referent in der Operationsabteilung verwendet. Am 8. Juni 1936 wurde er zur fliegerischen Ausbildung zur Flugzeugführerschule Neuruppin kommandiert. Später wurde er auch als Referent für Ausbildung der Flak eingesetzt. Er kam dann dadurch am 20. April 1937 zur 3. Abteilung im Generalstab der Luftwaffe. Er wohnte noch immer in der Altonaer Straße 12 in Berlin NW 87, wo sich seine Telefonnummer inzwischen zur 392527 geändert hatte. Am 31. Dezember 1937 erhielt er den 1. Juli 1934 als neues Rangdienstalter als Hauptmann zugewiesen. Nach einer Ausbildung zum Englisch-Dolmetscher folgte vom 1. Mai 1938 bis zum 31. Mai 1938 eine Zeit bei der I. Gruppe vom Kampfgeschwader 254. Danach wurde er zum 1. Juni 1938 zum Major befördert und die gleichzeitige Versetzung als Batterie-Chef zur I. Abteilung vom Flak-Regiment 74 in Köln. Am 15. November 1938 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom Flak-Regiment 24 ernannt. Diese Position hatte er auch noch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 inne. Bei Kriegsbeginn lag die Abteilung am Westwall. Mit Wirkung vom 12. April 1940 gab er das Kommando über seine Abteilung ab und wurde dafür als 1. Generalstabsoffizier (Ia) in den Stab des II. Flak-Korps versetzt. Am dem 10. Mai 1940 beteiligte sich das Korps am Westfeldzug und sicherte den Vormarsch der 6. Armee. Dabei wurde ihm am 20. Mai 1940 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Nach Beendigung des Westfeldzuges verlegte das Generalkommando des II. Flak-Korps nach Fort Mahon an der Seine-Mündung. Hier sicherte es die Räume Ostende, Boulogne, Calais, Gravelines und Dünkirchen. Am 11. Juli 1940 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 8. September 1940 marschierte das Korps im Raum Lumbres bei St. Omer zur Vorbereitung des Unternehmens "Seelöwe" auf. Am 27. September 1940 schied er aus dieser Dienststellung aus und wurde Schießleiter der Heeres-Flak-Artillerie in Stolpmünde. Am 16. Juni 1941 folgte die Versetzung als Ia in das Luftgau-Kommando Holland und zum 1. Juli 1941 die Beförderung zum Oberstleutnant. Am 11. Oktober 1941 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Stabes beim Wehrmachtsbevollmächtigten in Böhmen und Mähren beauftragt. Am 1. Dezember 1942 wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant Wilhelm Mann zum Kommandeur vom Flak-Regiment 21 an der Ostfront ernannt. In dieser Dienststellung wurde er zum 1. Januar 1943 zum Oberst befördert. Am 26. März 1943 wurde er mit dem Flakkampfabzeichen ausgezeichnet. Als Regimentskommandeur wurde er am 27. Oktober 1943 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Während des Einsatzes seines Regiments im Mittelabschnitt der Ostfront wurde ihm für seine Leistungen bei der Führung des Regiments am 9. Juni 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 24. Oktober 1944 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Dipl.-Ing. Walter Kathmann mit der Führung der 23. Flak-Division beauftragt. Ende Januar 1945 wurde er durch Generalmajor Kurt Andersen abgelöst. Er wurde jetzt der Führerreserve OKH zugeteilt. Dabei wurde er zur Einweisung in den operativen Einsatz der Flak auf dem Heimatkriegsschauplatz zum General der Flakwaffe kommandiert. Vom 3. Februar 1945 bis zum 9. Februar 1945 führte er vertretungsweise die 10. Flak-Division. Am 10. Februar 1945 wurde er zum Kommandeur der 25. Flak-Division ernannt. In dieser Funktion wurde er am 25. Februar 1945 zum Generalmajor befödert, sein Rangdienstalter wurde auf den 1. April 1945 festgelegt. Am 2. Mai 1945 geriet er bei Bolzano in westalliierte Gefangenschaft. Seine private Anschrift war damals die Lessingstraße 21 in Menden. Am 21. Mai 1946 ist er infolge einer Verletzung bei einem Unfall im britischen Kriegsgefangenenlager Rimini im Deutschen Lazarett X in Cesena in Italien verstorben.
Ritterkreuz (9. Juni 1944)