Sinzinger, Adolf

 

* 29. Januar 1891, Suben am Inn, Kreis Schärding (Oberösterreich)

† 15. Juni 1974, Wels

BArch Pers 6/868 im Jahr 1938 als Oberst

BArch Pers 6/300657 als General

 

Adolf Sinzinger war der Sohn des Oberaufsehers der Strafanstalt Suben und späteren Wachinspektorstellvertreters Alois Sinzinger und dessen Ehefrau Theresia, geborene Huber. Ab 1906 bis 1910 besuchte er die Infanterie-Kadettenschule in Wien. Er trat nach seiner Kadettenausbildung am 18. August 1910 als Fähnrich in die K.u.K. Armee ein. Er kam dabei zum 2. Tiroler Kaiserjäger-Regiment nach Bozen. Am 1. Mai 1911 wurde er zur 12. Feldkompanie versetzt. Am 1. Mai 1913 wurde er zum Leutnant ernannt. Als solcher wurde er am 1. Mai 1913 zur 13. Feld-Kompanie versetzt. Beim Sturm auf Sobolow wurde er am 8. Dezember 1914 am linken Unterarm verwundet. Am 1. März 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 9. Mai 1915 wurde er beim Gefecht bei Stobiuna durch Oberarmschuss verwundet. Es folgte vom 10. Ma 1915 bis zum 30. Oktober 1915 eine Spitalbehandlung. Daran anschließend absolvierte er bis zum 26. November 1915 eine Ausbildung in Beneschau und Zirl. Seine Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 1. November 1918. Am 4. November 1918 wurde er durch die Italiener gefangen genommen. Am 28. Februar 1919 heiratete er die fast zwei Jahre jüngere Elisabeth Hölzl, die Tochter vom Meraner Bürgermeister Hölzl, in Mais bei Meran. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er am 6. September 1920 in das österreichische Bundesheer überführt. Er kam zum II. Bataillon vom Alpenjäger-Infanterie-Regiment 12. Sein Sohn Erich Otto Sinzinger wurde am 29. Mai 1921 in Innsbruck geboren. Am 1. Januar 1922 wurde er zum I. Bataillon des Regiments versetzt. Seine Mutter ist am 22. Januar 1922 im Krankenhaus Schärding an einem Schlaganfall gestorben. Am 31. März 1922 wurde er zum Bataillonsadjutant ernannt. Am 1. März 1923 wurde er zum Stabshauptmann befördert. 1926 absolvierte er die Vorprüfung für den höheren militärischen Dienst. Am 1. November 1926 wurde er zum Niederösterreichisches Infanterieregiment General der Infanterie Carl Vaugoin Nr. 5 nach St. Pölten bei Wien versetzt. 1927 absolvierte er die II. strenge Fachprüfung für den höheren militärischen Dienst. 1927/28 absolvierte er die III. strenge Fachprüfung für den höheren militärischen Dienst. Sein Vater starb am 20. Januar 1928 im Alter von 76 Jahren an Tuberkolose in Suben. Am 23. Januar 1928 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er am 1. September 1928 für 3 Monate der 6. Brigade in Innsbruck dienstzugeteilt. Er wohnte 1930 privat in der Müllerstraße 20 in Innsbruck. Am 24. Februar 1931 wurde er zum Kommando der 6. Brigade nach Innsbruck versetzt. Am 1. November 1931 wurde er zum Kommando der 1. Brigade nach Wien versetzt. Dort wurde er am 8. September 1932 zum Oberstleutnant befördert. Er wohnte jetzt privat in der Ebendorfer Strße 7 in Wien I. Als solcher wurde er am 1. September 1935 zum Stab des Kommandos der 4. Division nach Linz versetzt. Am 25. Juni 1936 wurde er zum Oberst befördert. Am 13. März 1938 wurde er nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich in die Wehrmacht übernommen. Er war auch Mitglied der Muff-Kommission, die über die Übernahme von Offizieren des Bundesheeres in die Wehrmacht entschied. Bereits am 14. März 1938 wurde er neu vereidigt. Am 15. März 1938 wurde er mit der Führung der österreichischen 4. Division beauftragt. Am 9. Juni 1938 wurde er mit Wirkung vom 15. Juni 1938 zum Stab vom Infanterie-Regiment 89 nach Schwerin kommandiert, wobei das Kommando voraussichtlich unter 4 Monaten dauern sollte. Ihm wurde von der Wehrmacht ein Rangdienstalter als Oberstleutnat vom 1. Januar 1938 (66c) zugewiesen. Am 1. August 1938 wurde er als Oberst beim Stabe zum Infanterie-Regiment 89 in Schwerin versetzt. Privat wohnte er dort in der Schillerstraße 6b und hatte die Telefonnummer 2052. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Am 15. September 1939 wurde er mit Wirkung vom 21. September 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 280 ernannt, was aber noch am gleichen Tag wieder aufgehoben wurde. Am 4. Oktober 1939 wurde er dem Heeres-Personalamt (HPA) zur Verfügung gestellt. Am 11. Oktober 1939 (Verfügung vom 16. Oktober 1939) wurde er mit Wirkung vom 15. Oktober 1939 als Nachfolger von Oberst Max Ilgen zum Kommandeur vom Infanterie-Ersatz-Regiment 32 in Kolberg ernannt. Am 23. November 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 257 ernannt. Am 17. Dezember 1940 hat er ein neues Rangdienstalter als Oberst vom 1. Dezember 1940 (33c) erhalten. Bereits am 14. Februar 1941 hat er ein verbesertes Rangdienstalter als Oberst vom 1. Juni 1940 (8a) erhalten. Am 6. Februar 1942 schlug ihn General der Infanterie Kurt von der Chevallerie, KG vom LIX. Armeekorps, zur Ernennung zum Kommandeur unter gleichzeitiger Ernennung zum Generalmajor vor. Als Begründung gab er folgendes an: "Oberst Sinzinger (Ostmaerker) hat Infanterie-Regiment 257 Dezember 139 aufgestellt und im Westfeldzug 1940 vorzüglich geführt (EK I. und 2. Klasse) auf meinen Vorschlag (damals Kdr. der 83. Inf.Div.) erhielt er vorgerücktes RDA seit 25.1.1942 steht Obers Sinzinger mit verstärktem I.R. 257 erneut unter meinem unmittelbaren Befehl. Er hat wiederum vorzügliches taktisches Verständnis und hervortretende Führereigenschaften bewiesen. Oberst Sinzinger steht seit 29.1. in Welish eingeschlossen im schwersten erfolgreichen Abwehrkampf bei ständiger Funkverbindung mit dem Korps. Leistungen und Persönlichkeit rechtfertigen bevorzugte Ernennung zum Divisionskommandeur. Seine enge Verbundenheit mit 83. Inf.Div. und sein hohes Ansehen bei dieser lassen Ernennung zum Kommandeur besonders wünschenswert erscheinen. Im Falle der Genehmigung wäre ich für umgehende fernmündliche Mitteilung besonders dankbar, da Nachricht auf eingeschlossenes verstärktes 257 hervorragend wirken würde." Am 27. Februar 1942 wurde er mit Wirkung vom 17. Februar 1942 mit der Führung der 83. Infanterie-Division beauftragt. Am 28. Februar 1942 stellte General der Infanterie Kurt von der Chevallerie, KG vom LIX. Armeekorps, einen Antrag zu seiner Beförderung zum Generalmajor, der folgende Begründung enthielt: "Führerpersönlichkeit, bereits im Westfeldzuge 1940 als Kommandeur des I.R. 257 vorzüglich bewährt (EK 1. und 2. Klasse), für die erfolgreiche Verteidigung von Welish gegen schwerste Feindangriffe bei 20-tägiger Einschließung am 9. Februar 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 21. Februar 1942 mit der Führung der 83. Infanterie-Division beauftragt. Kampflage erlaubte bisher nicht Übernahme der im Armeebereich aufgeteilten Division. Zur Zeit führt Oberst Sinzinger Kampfgruppe (7 Bataillone, 6 Batterien, andere Waffen) unter sehr schwierigen Kampfverhältnissen. Da Oberst Sinzinger uneingeschränkte Eignung zum Divisionskommandeur besitzt, wird er zur Beförderung zum Generalmajor vorgeschlagen. Mit Rücksicht auf Gesamtdienstzeit und Lebensalter wird gleichzeitige Erteilung eines Rangdienstalters beantragt." Zu diesem Vorschlag ergänzte am 3. März Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der 3. Panzerarmee: "Oberst Sinzinger hat bei seiner Einschließung in Welish und bei der Führung seiner jetzigen Kampfgruppe bewiesen, daß er einen verstärkten gemischten Verband zu führen in der Lage ist. Der Antrag wird wärmstens befürwortet." Als letzter reichte Generalfeldmarschall Günther von Kluge, OB der Heeresgruppe Mitte, den Vorschlag am 8. März 1942 befürwortend an das Heerespersonalamt weiter. Sein Nachfolger als Regimentskommandeur wurde bis zum 17. März 1942 noch nicht von der Heeresgruppe Mitte namhaft gemacht. Am 16. März 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1942 (43) zum Generalmajor befördert. Am 15. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der 3. Panzerarmee: "Oberst Sinzinger konnte bisher aus taktischen Gründen die taktische Führung der 83. Infanterie-Division noch nicht übernehmen. Noch ist er Führer der Kampfgruppe in Welish und der westlich anschließenden Front. Er hat sich in der langen schweren Verteidigung von Welish, deren Seele er mit seiner Willensstärke, Umsicht und Tapferkeit war, besonders hervorgetan. Auch nach der Befreiung von Welish führt er die ihm unterstellten Truppen zielsicher und sachkundig. Oberst Sinzinger verspricht ein recht guter Divisionskommandeur zur werden. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Divisionskommandeur." Daraufhin wurde er am 29. April 1942 mit Wirkung vom 20. April 1942 zum Kommandeur der 83. Infanterie-Division ernannt. Am 5. November 1942 (Verfügung vom 20. Dezember 1942) wurde er mit Wirkung vom 2. November 1942 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der General z.b.V. im OKH. Seine Nachfolge als Divisionskommandeur trat Generalmajor Theodor Scherer an. Am 27. Januar 1943 wurde er mit Wirkung vom 14. Dezember 1942 zum Kommandeur der 377. Infanterie-Division ernannt. Bereits am 21. Januar 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1943 (54) zum Generalleutnant befördert. Am 10. Januar 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Erich Straube, KG vom XIII. Armeekorps: "Erst 3 Wochen bekannt. General v.d. Chevallerie urteilt am 11. Februar 1942 zu der Beurteilung vom 20. März 1942: "Hat sich in der taktischen Führung und Ausbildung der Division (83. I.D.) voll bewährt. Genießt in der Truppe besonderes Ansehen und Vertrauen. Sehr guter Divisionskommandeur, der sich die Eignung zum Kommandierende General zu erwerben verspricht." Dazu ergänzte am 13. Januar 1943 Generaloberst Hans von Salmuth, OB der 2. Armee: "Noch zu jung in meiner Armee, um ein eigenes Urteil zu haben." Damit erklärte sich am 19. Januar 1943 Generaloberst Maximilian Freiherr von Weichs, OB der Heeresgruppe B: "Einverstanden." Am 22. Januar 1943 verunglückte er durch Ausrutschen vor der Haustüre, wobei er sich einen Bruch der Kniescheibe zugezogen hat. Deswegen wurde er am 23. Januar 1943 nach Wien abtransportiert und dort in einem Reservelazarett behandelt. Daraufhin wurde er am 24. März 1943 mit Wirkung vom 26. Januar 1943 wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehkreis II. Sein Nachfolger wurde kurzzeitig der Ia der Division, bevor Adolf Lechner am 27. Januar 1943 eingewiesen wurde. Die Führung der 377. Infanterie-Division sollte am 10. Februar 1943 Oberst Hans Roth übernehmen. Am 2. August 1943 wurde bekannt gegeben, daß er voraussichtlich ab dem 30. August 1943 wieder kriegsdienstverwendungsfähig (k.v.) wäre. Am 18. Januar 1944 wurde seine eigene Dienstregelung in der Führerreserve mit Wirkung vom 20. Oktober 1943 zum Wehrkreis XVII überführt. Am 11. Februar 1944 wurde er mit Wirkung vom 18. Dezember 1943 zur Durchführung einer Sonderaktion zum Wehrmachtbefehlshaber Ukraine kommandiert, wobei die Dauer mit einem Monat angegeben wurde. Das vorstehende Kommando wurde am 10. März 1944 mit Wirkung vom 14. Januar 1944 aufgehoben, da er bereits am 17. Januar 1944 in Wien eingetroffen war. Der Wehrmachtbefehlshaber Ukraine hatte am 10. Januar 1944 gemeldet, dass GLt. Sinzinger auch über den 17. Januar 1944 für weitere Sonderaufgaben benötigt würde. Am 23. Februar 1944 (Verfügung vom 30. März 1944) wurde er mit Wirkung vom 1. März 1944 zum Wehrmachtkommandanten von Wien zur Einarbeitung in die Geschäfte eines Wehrmachtkommandanten kommandiert. Am 14. April 1944 wurde er mit Wirkung vom 15. März 1944 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandanten der Wehrmachtkommandantur Wien beauftragt. Am 17. März 1944 (Verfügung vom 27. April 1944) wurde er mit Wirkung vom 1. April 1944 zum Kommandant der Wehrmachtkommandantur Wien ernannt. Am 22. April 1944 wurde entschieden, das seine Versetzung auch für das Friedensverhältnis gilt und deswegen der Umzug durchzuführen sei. Er wohnte jetzt privat in der Rathausstraße 13 in Wien I, wo er die Telefonnummer A20298 hatte. Am 31. August 1944 wurde er mit Wirkung vom 29. Juli 1944 erneut in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte der Wehrkreis XVII. Am 15. Januar 1945 wurde er mit Wirkung vom 31. Januar 1945 aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. 1960 wohnte er privat in der Freistädter Straße 73 in Linz.

Er hatte aus der am 2. Oktober 1877 in Suben geschlossenen Ehe seiner Eltern mehrere Geschwister:
Seine älteste Schwester war die am 29. März 1877 in Suben noch unehelich geborene Cresientia Sinzinger. Diese wurde am 7. Mai 1898 Mutter des Sohnes Karl Sinzinger, der aber bereits am 19. Mai 1898 gestorben ist. Daraufhin heiratete sie am 3. Oktober 1898 den etwas mehr als ein Jahr älteren Stationsdiener Karl Geisdiener in Etzelshofen. 
Eine weitere ältere Schwester war die am 1. Juli 1878 geborene in Suben geborene Maria Sinzinger. Diese starb bereits als Säugling im Alter von 3 Monaten am 29. September 1878
Ein älterer Bruder war der am 27. Oktober 1879 in Suben geborene Emerich Sinzinger, der aber bereits nach 18 Tagen an Lebensschwäche gestorben ist.
EEine weitere ältere Schwester war die am 21. Oktober 1883 in Suben geborene Aloisia Sinzinger. Diese heiratete am 21. Juli 1903 den dreizehneinhalb Jahre älteren Gefangenenaufseher Franz Höllinger in Suben.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 18. September 1889 in Suben geborene Heinrich Sinzinger. Dieser war später Magistratsbeamter in Linz.
Eine jüngere Schwester war die am 29. März 1893 in Suben geborene Josefina Sinzinger. Diese starb am 11. Juli 1912 an einem bösartigem Sarkom.

 

Ritterkreuz (9. Februar 1942)

 

Literatur und Quellen:
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1910, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Dezember 1909 Wien
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1911, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Dezember 1910 Wien
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1912, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Dezember 1911 Wien
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1913, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Dezember 1912 Wien
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1914, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Februar 1914 Wien
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