Petsch, Theodor Victor Leo

 

* 27. Juni 1884, Berlin

† 22. Juni 1973, (Lindau-Schachau am Bodensee)

BArch Pers 6/295 im Jahr 1922 als Hauptmann



BArch Pers 6/300339

 

Theodor Petsch war der Sohn des Fabrikbesitzers Theodor Victor Petsch und dessen Ehefrau Gertrude Charlotte Wilhelmine Caroline, geborene Benezet. Sein Vater starb bereits am 12. Januar 1898. Er selbst trat nach dem Besuch des Königlichen Wilhelm Gymnasiums und des Dorotheenstädtischen Realgymnasiums in Berlin und der Militär-Vorbereitungsanstalt Dr. Fischer am 12. September 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn eines Fabrikbesitzers kam dabei zum 5. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 148 nach Stettin. Bei diesem wurde er am 23. September 1903 vereidigt. Es folgte am 20. Februar 1904 seine Beförderung zum Fahnenjunker-Unteroffizier. Nachdem er am 10. März 1904 das Zeugnis der Reife zum Fähnrich erhalten hatte, wurde er am 24. Aril 1904 (Cc) auch zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule am 27. Januar 1905 (Kk) zum Leutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 5. Kompanie seines Regiments in Stettin verwendet. Im Herbst 1906 wurde er in gleicher Funktion in die 6. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Vom 26. Juni 1907 bis zum 31. August 1907 wurde er zur Ausbildung am Maschinengewehr auf den Truppenübungsplatz Posen kommandiert. Vom 1. Oktober 1907 bis zum 28. Dezember 1909 wurde er zur MG-Kompanie seines Regiments kommandiert. Zum 1. Oktober 1907 wurde er etamäßig als Kompanieoffizier in die 3. Kompanie vom 5. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 148 versetzt. Mit dem gesamten Regiment verlegte er Anfang 1908 in die neue Garnison nach Bromberg. Am 28. Dezember 1909 wurde er mit der gesetzlichen Pension aus dem aktiven Dienst verabschiedet, zugleich aber bei den Reserveoffizieren des Regiments wieder angestellt.

Am 5. Februar 1910 wurde er dem Landwehr-Bezirk II Berlin überwiesen. Am 18. Oktober 1911 wurde er ab dem 1. November 1911 auf ein Jahr zur Dienstleistung zum 5. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 144 nach Metz kommandiert. Sein Patent als Leutnant war dabei als vom 2. September 1906 anzusehen. Noch im Jahre 1911 hat er die militärische Dolmetscherprüfung in Französisch mit "geeignet" bestanden. Am 25. September 1912 sollte über seine Dienstleistung berichtet werden. Am 18. Oktober 1912 wurde er wieder in den aktiven Dienst übernommen. Sein neues Rangdienstalter wurde dabei auf den 2. September 1906 festgelegt. Dabei kam er jetzt zum 5. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 144 nach Metz. Dort wurde er anfangs in der 11. Kompanie als Kompanieoffizier eingesetzt. Im Herbst 1914 wurde er in gleicher Funktion in die MG-Kompanie seines neuen Regiments ebenfalls in Metz. Zu diesem Regiment gehörte er auch noch bei Beginn vom 1. Weltkrieg. Er war aber seit dem 1. Juni 1914 als stellvertretender Adjutant zur 67. Infanterie-Brigade kommandiert. Bei Kriegsausbruch kehrte er zum Regiment zurück und ging mit diesem an die Front. Dort wurde er am 29. September 1914 verwundet und daraufhin in das Kriegslazarett Dun sur Meuse eingeliefert. Bereits am 11. September 1914 hatte man ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Er kehrte am 14. November 1914 wieder zu seinem Regiment zurück, wo er am 28. November 1914 (Q8q) zum Oberleutnant befördert wurde. Am 29. Januar 1915 erkrankte er wegen des Einschlages einer Granate und wurde beim Garnisonsarzt Berlin daraufhin behandelt. Erst am 2. Aril 1915 kehrte er wieder zum Regiment zurück. Am 5. November 1915 wurde er erneut verwundet. Er wurde jetzt im Offizierlazarett Dun an der Maas behandelt. Er kehre am 20. Januar 1916 wieder zum Regiment zurück. Dort wurde ihm am 25. Februar 1916 das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Kurz darauf wurde er am 18. April 1916 (H) zum Hauptmann befördert. Am 20. April 1916 wurde er erkrankt dem Ersatz-Bataillon überwiesen. Am 15. Juli 1916 erhielt er die Erlaubnis zur Verheiratung. Am 31. Juli 1916 hat er die etwas über vier Jahre jüngere Gertrud Loch, Tochter des Fabrikbesitzers Eduard Loch, in Oberstein / Nahe geheiratet. Vom 1. Dezember 1916 bis zum 6. Februar 1917 wurde er wegen einer alten Schußverletzung im Reservelazarett Katholisches Krankenhaus in Mülheim an der Ruhr behandelt. Vom 27. Februar 1917 bis zum 2. Mai 1917 wurde er als Kompanieführer in Friedrichsfelde eingesetzt. Am 7. Mai 1917 kehrte er wieder zum 5. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 144 ins Feld zurück. Dort wurde er ab dem 27. Mai 1917 auch als Führer des II. Bataillons eingesetzt. Sein Sohn Horst Joachim Petsch wurde am 28. Mai 1917 in Oberstein geboren. Vom 10. Juli 1917 bis zum 31. Juli 1917 wurde er zur Wiederherstellung der Gesundheit unter Versetzung zum Ersatz-Bataillon beurlaubt. Vom 1. August 1917 bis zum 12. September 1917 befand er sich wegen einer Erkrankung im Reservelazarett Oberstein und im Teillazarett von der Heyde in Wiesbaden. Am 26. September 1917 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1917 zwecks Verwendung im Nachrichtendienst zur Abteilung IIIb vom Chef des Generalstabes des Feldheeres versetzt. Am 18. November 1917 wurde er durch Verfügung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres zu den Nachrichtenoffizieren zur besonderen Verwendung im Stabe des Chefs des Generalstabes des Feldheeres versetzt. Dies geschah unter Kommandierung zur Kriegs-Nachrichten-Stelle Freiburg im Breisgau. Seine Tochter Ursula Petsch wurde am 23. September 1918 ebenfalls in Oberstein geboren. Am 24. Oktober 1918 wurde er mit Wirkung vom 9. November 1918 zwecks Verwendung als Adjutant zur 15. Reserve-Division überwiesen. Er hat infolge des Waffenstillstandes seine Stelle aber nicht mehr angetreten, sondern während des Rückzuges in die Heimat beim Reserve-Infanterie-Regiment 17 Verwendung gefunden. Am 24. Dezember 1918 wurde er wieder zum 5. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 144 überwiesen. Bereits vom 22. Dezember 1918 bis zum 6. Juli 1919 führte er das Freikorps Petsch beim Grenzschutz Ost. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Weiß (3. August 1918) wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm im Ersten Weltkrieg auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er nach einer gewissen Zeit als Freikorpsführer beim Grenzschutz Ost als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er zuerst zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 39. Bei diesem wurde er am 10. Juli 1919 neu vereidigt. Am 11. März 1920 wurde er zum Stabe der Reichswehr-Brigade 20 versetzt. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr im Frühjahr 1920 gehörte er zum Stab der Reichswehr-Brigade 20, wo er die Stelle des MG-Offiziers zugesprochen bekam. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als MG-Offizier zum Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 2. Vom 21. Oktober 1920 bis zum 26. Oktober 1920 war er Teilnehmer bei der Leitung vom Gauritt im Bereich vom Infanterie-Regiment 2. Etwa ein Jahr später wurde er am 24. November 1921 zum Regimentsadjutant vom inzwischen zum 2. (Preußisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment ernannt. Am 1. Februar 1922 hat er ein neues Rangdienstalter als Hauptmann vom 18. April 1916 (1) zugewiesen bekommen. Vom 17. Juli 1922 bis zum 29. Juli 1922 wurde er zur Wehrkreisübungsreise kommandiert. Am 17. Oktober 1923 wurde er dann als Hauptmann beim Stabe in den Stab des Ausbildungs-Bataillons vom 2. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Allenstein versetzt. Vom 28. Juli 1924 bis zum 10. August 1924 war er wieder Teilnehmer an der Wehrkreisübungsreise. Am 1. Oktober 1924 wurde er zum Chef der 14. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 2. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Allenstein ernannt. Privat wohnte er jetzt in der Hindenburgstraße 18 in Allenstein. Vom 15. April 1925 bis zum 25. April 1925 wurde er zum Minenwerfer-Lehrgang beim 2. (Preuß.) Infanterie-Regiment kommandiert. Danach wurde er vom 12. Mai 1925 bis zum 23. Mai 1925 als Teilnehmer an der Führer- und Nachrichten-Übung 1925 kommandiert. Am 8. Januar 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1927 zum Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1929 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1927 (9) festgelegt. Vom 5. April 1929 bis zum 1. Mai 1929 war er Teilnehmer an einem Schießlehrgang auf dem Truppenübungsplatz Döberitz. Am 23. Mai 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1929 zum Reichswehrministerium (RWM) kommandiert, wo er bei der Heeres-Personalabteilung 2 (P 2) vom Heeres-Personalamt (PA) eingesetzt wurde.
Bereits am 12. Juni 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1929 zur Kommandantur vom Truppenübungsplatz Döberitz versetzt, seine dienstliche Verwendung blieb dabei unverändert. Am 14. Oktober 1930 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1930 zur Kommandantur von Wilhelmshaven versetzt, unter Übernahme auf den Haushalt der Reichsmarine. Am 11. Januar 1932 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1932 in den Stab vom Infanterieführer I nach Allenstein versetzt. Dies geschah unter Rücktritt auf den Haushalt des Reichsheeres, wobei seine dienstliche Verwendung unverändert blieb. Am 1. Februar 1932 (8) wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er als Nachfolger von Oberst Wolfram Wolters zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Ohrdruf ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1934 (18) zum Oberst befördert. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Auch bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht blieb er weiter Kommandant vom Truppenübungsplatz Ohrdruf. Am 23. Juli 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1936 zu den Ergänzungsoffizieren* versetzt. Als Oberst (E) mit einem Rangdienstalter vom 1. April 1934 wurde er an diesem Tag zum Ausbildungsleiter Freiburg ernannt. Er wohnte jetzt privat in der 2. Etage der Hansjakobstraße 86 in Freiburg im Breisgau. Zu seinem Rangdienstalter vom 1. April 1934 hat er am 1. November 1936 die Ordnungsnummer (2) erhalten. Diese Ordnungsnummer wurde am 20. März 1937 auf die (5) geändert. Am 19. Januar 1939 wurde bestimmt, dass er die Uniform vom Infanterie-Regiment 2 zu tragen habe, dies wurde ihm am 23. Februar 1939 vom Generalkommando V. Armeekorps auch mitgeteilt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur vom Landwehr-Infanterie-Regiment 59 ernannt. Mit diesem bezog er nach der Aufstellung Stellungen im Westen. Durch die Umbenennung des Regiments wurde er am 1. Januar 1940 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 353 ernannt. Dieses Regiment führte er dann im Frühjahr 1940 im Verband der 205. Infanterie-Division in den Westfeldzug. Am 3. Mai 1941 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür jetzt mit der Führung der 710. Infanterie-Division beauftragt. Seine Inmarschsetzung sollte dabei über die Wehrkreisauskunftstelle X Hamburg erfolgen. Am 5. Mai 1941 erhielt er noch folgende Beurteilung zur vorherige Tätigkeit von Generalleutnant Ernst Richter, Kdr. der 205. Infanterie-Division: "Ehrlich, gerade, rückhaltlos offen, abgeklärtes, selbstsicheres Wesen, energisch. Warmes Herz für die Truppe. Geistig frisch, körperlich zähe. Vor dem Feinde unerschrocken, einsatzbereit. Voll bewährt. Hervorstechender Einfluss auf Truppe. Sehr guter Ausbilder und Erzieher. Bewertung: Füllt sehr gut aus." Am 13. Mai 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1941 (26) zum Generalmajor befördert und gleichzeitig zu den aktiven Truppenoffizieren überführt. Als solcher wurde er am 20. Juni 1941 (Verfügung vom 30. Juni 1941) mit Wirkung vom 1. Juni 1941 auch zum Kommandeur der 710. Infanterie-Division ernannt. Mit dieser wurde er dann in Norwegen eingesetzt. Am 7. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von General der Gebirgstruppen Valentin Feurstein, Befehlshaber vom Höheren Kommando LXX: "Selbstbewußt, gerade, sicheres, energisches Auftreten. Fühlt stark mit der Truppe und ist bei dieser sehr beliebt. Gewissenhafter Erzieher mit lehrhaftem Einschlag. In Frankreich feindbewährt. Hat durch persönliche Aktivität die Verwendbarkeit seiner Besatzungs-Division wesentlich gehoben. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Zur nächsthöheren Verwendung geeignet." Dazu ergänzte am 21. April 1942 Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, OB der Armee Norwegen: "Einverstanden." Am 16. November 1942 wurde er dort mit Wirkung vom 1. November 1942 (14) zum Generalleutnant befördert. Inzwischen wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 1. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Gebirgstruppen Valentin Feurstein, KG vom LXX. Armeekorps: "Weiterhin gut bewährt. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Befehlshaber eines Generalkommandos." Dazu ergänzte Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, OB der Armee Norwegen: "Besonders gewissenhafter Divisionskommandeur." Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Hermann Tittel, KG vom LXX. Armeekorps: "Gesetztes Wesen, ernste Lebensauffassung, unermüdlich, einsatzbereit. Überträgt seine nationalsozialistische Überzeugung mit Eifer und Erfolg auf seine Truppe. Vor dem Feinde als Regimentskommandeur in Frankreich bewährt. Gute Führereigenschaften bei klaren taktischen Anschauungen. Geistig aufgeschlossen. Körperlich zäh und ausdauernd. Fürsorge für die Untergebenen, findet den Weg zum Vertrauen des einfachen Soldaten. Etwas pedantisch. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Befehlshaber eines Wehrkreises oder Belassung." Dazu ergänzte am 25. März 1944 Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, OB der Armee Norwegen: "Einverstanden." Am 6. Oktober 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Hermann Tittel, KG vom LXX. Armeekorps: "Straffes Wesen. Zuversichtlich und fest in seiner Willensbildung. Unermüdlich einsatzbereit bis zu den äussersten Grenzen der Leistungsfähigkeit. In besonderem Mass aufgeschlossen für die nationalsozialistischen Gedankengänge, die er in Wort und Tat mit Eifer und Erfolg vorbildlich auf seine Truppe überträgt. Als Divisionskommandeur in Norwegen noch ohne Kampferfahrung. Sehr gute Friedensausbildung. Erfahrungen vor allem auf infanteristischem Gebiet. Ausreichende taktische Begabung. Geistig rege. Militärisch und politisch klare gefestigte Anschauungen. Trotz grosser Zähigkeit und Ausdauer nicht mehr den Anstrengungen eines Bewegungskrieges gewachsen. Sein Durchhaltewille geht dann auf Kosten der Stetigkeit und Klarheit seiner Leistungen. Empfehlung: Verwendung im Rahmen der NS-Führungsarbeit wird bei seiner Veranlagung besonders warm empfohlen." Dazu ergänzte am 7. Oktober 1944 Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, OB der Armee Norwegen: "Voll einverstanden!" Am 30. Oktober 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Hermann Tittel, KG vom LXX. Armeekorps: "Wie Beurteilung vom 6. Oktober 1944." Dazu ergänzte am 1. November 1944 Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, OB der Armee Norwegen: "Hat sich in seiner Stellung als Divisonskommandeur und Unterabschnittsbefehlshaber ganz vorzüglich bewährt." Am 1. November 1944 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis V. Privat wohnte er jetzt in der Hansjakob-Straße 72 in Freiburg, wo er die Telefonnummer 7916 hatte. Am 7. Dezember 1944 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Sein Sohn Horst-Joachim Petsch wurde am 9. November 1944 (60) zum Major i.G. befördert und gehörte später als 2. Generalstabsoffizier (Ib) zum Generalinspekteur der Panzertruppen. Vom 5. Dezember 1944 bis zum 22. Dezember 1944 wurde er zur Einarbeitung als Stellvertretender Kommandierender General und Befehlshaber eines Wehrkreises zum Stellvertretenden Generalkommando X. Armeekorps nach Hamburg kommandiert. Am 9. Dezember 1944 wurde er dann mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandierenden Generals vom Stellvertretenden Generalkommando IX. Armeekorps in Kassel beauftragt. Als solcher wurde er jetzt auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis IX ernannt. Am 20. Februar 1945 wurde er mit Wirkung vom 1. März 1945 (6) zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando IX. Armeekorps ernannt. Am 31. März 1945 gab er sein Kommando an General der Artillerie Maximilian Fretter-Pico ab und wurde wieder in die Führerreserve OKH versetzt, wirtschaftlich wurde er dem Wehrkreis V zugeteilt. Am 19. April 1945 wurde er als General z.b.V. zur Heeresgruppe Weichsel kommandiert, wurde dort aber anscheindend nicht mehr verwendet. Anfang Mai 1945 geriet er dann in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er erst Ende November 1947 wieder entlassen. Er ging daraufhin wieder nach Freiburg zurück, was damals unter französischer Kontrolle stand. Seine Frau starb bereits am 22. Mai 1954 und wurde danach am 25. Mai 1954 in Freiburg beerdigt. Er selbst wohnte danach privat in einer Wohnung in der 1. Etage der Stefan-Meier-Straße 37 in Freiburg im Breisgau.

Er hatte mehrere Geschwister:
Seine jüngere Schwester war die am 12. November 1888 in Berlin geborene Susanne Lina Anna Petsch. Sie heiratete am 5. Januar 1914 den fast zweieinhalb Jahre älteren Leutnant und Adjutant vom Infanterie-Regiment Nr. 144, Hugo Carl Freiherr von Canstein, Sohn vom Telegrafensekretär a.D. Max Bodo Freiherr von Canstein, in Schöneberg. Seine Schwester heiratete am 3. November 1925 den über zwei Jahre jüngeren Kapitänleutnant Bruno Erwin Helmut Witte in Schöneberg. Dieses Mal war Hauptmann Theodor Petsch einer der Trauzeugen. Seine Schwester starb am 22. Juni 1943 in Freiburg.
Sein jüngerer Bruder war der am 14. Februar 1891 in Berlin geborene Victor Felix Ernst Joachim Petsch. Dieser war 1914 Kaufmann und Trauzeuge seiner älteren Schwester. 1931 war er Hauptmann der Polizei und wohnte er in der Berliner-Straße 46 in Berlin-Charlottenburg. Er wollte am 29. August 1931 eigentlich die über sechszehn Jahre jüngere  Gymnastiklehrerin Annaliese Margot Kersten heiraten, beide erschienen aber nicht im Standesamt. Am 5. September 1931 fand die Hochzeit doch noch in Charlottenburg statt. Aus dieser Ehe entstanden zwischen 1932 und 1939 2 Töchter und ein Sohn in Berlin, Gumbinnen und Lübeck. 1935 war sein Bruder Major der Schutzpolizei in Gumbinnen, wo er in der Bismarckstraße 50 wohnte. 1939 war er Major der Schutzpolizei in Lübeck, wo er in der Rudolf-Groth-Straße 30 wohnte und die Telefonnummer 25121 hatte. 1941 war er als Oberstleutnant Kommandeur der Ordnungspolizei Warschau und zugleich Kommandeur vom Polizeiregiment Warschau, welches aus den Polizei-Bataillonen 301, 304 und 308 bestand. Das Regiment kommandierte er bis zum Juli 1942. Seine Mitgliedsnummer der SS war die 393242. Seine Mitgliedsnummer der NSDAP war die 2594671. Am 20. April 1944 wurde sein Bruder zum SS-Standartenführer und Oberst der Schutzpolizei befördert. Sein Bruder Joachim Petsch starb am 20. Juni 1963 in Lübeck.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee und Marine für das Jahr 1868, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1868
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee und Marine für das Jahr 1869, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1869
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee und Marine für das Jahr 1870/71, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1871
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee und Marine für das Jahr 1872, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1872
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee und Marine für das Jahr 1873, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1873
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee für das Jahr 1874, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1874
Rang- und Quartier-Liste der königlich Preußischen Armee für das Jahr 1875, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1875
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1876/77, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1877
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1878, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1878
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1879, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1879
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1880, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1880
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1881, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1881
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1882, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1882
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1883, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1883
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1884, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1884
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1885, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1885
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1886, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1886
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1887, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1887
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1888, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1888
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1889, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1889
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1890, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1890
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
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Pers 6/295